Tipps für Anleger
"Mr. Dax" Dirk Müller kommt mit Börsenshow nach Thüringen

Dirk Müller gibt in seiner Börsenshow Tipps für Anleger.
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Dirk Müller, besser bekannt als „Mr. Dax“, ist Deutschlands bekanntester Börsenmakler und Spiegel-Bestseller-Autor. Auf seiner Deutschland-Tour kommt er mit seiner Börsenschau auch nach Thüringen. AA-Redakteur Michael Steinfeld hat mit ihm gesprochen.

Warum gehen Sie mit Ihrer Börsen-Show auf Tour und kommen damit am 8. Mai 2019 sogar in die Messe Erfurt? Hat man als Deutschlands führender Börsen-Experte nicht ausgesorgt und kann die Füße hochlegen?
Ich bin absoluter Überzeugungstäter. Ich mach das mit Begeisterung. Mir macht es einfach höllisch Spaß. Und ich hoffe, das merkt man auch. Sonst muss ich Ihnen Recht geben: Ich müsste vieles nicht tun. Aber ganz ohne Arbeit kann ich nicht sein.

Ich dachte, an der Börse geht es immer um Geheimtipps. Wieso verraten Sie so bereitwillig Ihr Wissen?
Naja, in zwei Stunden ist es nur bedingt möglich, das gesamte Börsenwissen eines Lebens zu vermitteln. Es wird also nicht um die tiefsten Geheimnisse gehen. Aber ich glaube, es geht an der Börse nicht immer nur ums Geschäft, um Betrug und interne Geheimnisse, sondern es geht darum, dass man mit relativ wenigen Informationen und einigen Grundregeln durchaus erfolgreich sein Geld anlegen kann. Mit einer vernünftigen Strategie kann man an der Börse profitieren, wie man es bei anderen Anlegeformen so nicht kann. Und daher möchte ich den Leuten die Grundthemen auf den Weg geben, sodass sie die Angst vor der Börse verlieren und verstehen, was da passiert und wie sie mit einfachen Mitteln daran teilhaben können.

Vielleicht habe ich ja Vorurteile. Aber die Börse gilt doch als Haifischbecken. Und dort wollen Sie jetzt das arme Lieschen Müller hineinwerfen?
Nein, um Gottes Willen. Aber genau dort setzt die Veranstaltung auch an. Die Börse besteht aus zwei völlig unterschiedlichen Welten, die selbst Profis vermischen. Das schafft ein großes Problem. Das eine ist die kurzfristige Spekulation, beispielsweise das Zocken darauf, wie hoch der Kurs steht. Davon rate ich in aller Deutlichkeit ab. Alles, was sich innerhalb weniger Stunden, Tage, Wochen oder sogar Monate abspielt, ist Spekulation. Ich vergleiche das mit Pokerspielen. Spielen Sie Poker?

Nein. Aber auch beim Pokern kann man viel Geld verlieren.
Beim Pokern ist es auch so, dass Sie extrem viel dem Zufall ausgesetzt sind. Sehr viel ist eine Frage des Glücks. Sie können sich mit Strategie und Taktik ein kleines bisschen einbringen und die Chancen zu Ihren Gunsten verändern. Es gibt wenige erfolgreiche Pokerspieler, die davon sogar leben können. Aber die Masse an Pokerspielern auf dieser Welt macht das zum Hobby. Mal gewinnt man, mal verliert man. Am Ende ist es Großteils aber Glück. Und das ist genau wie beim viel zu kurzfristigen Spekulieren an der Börse. Das heißt nicht, dass man das nicht tun darf. Aber man muss sich darüber vollkommen im Klaren sein, dass es Zockerei ist, die gar nichts mit Geldanlage zu tun hat. Das sollte der Anleger tunlichst meiden.

Aber wie lege ich mein Gespartes denn langfristig in Aktien an, um eine Alternative zum Bankkonto zu haben?
Das ist genau das Gegenteil des kurzfristen Zockens. Hier geht es darum, sich möglichst viele Jahre an einem guten Unternehmen zu beteiligen. Unternehmen, die sich bewiesen haben, die erfolgreich sind, die Produkte anbieten, die nach allem menschlichen Ermessen auch in den kommenden Jahren gebraucht werden. Hier sind wir nicht beim Pokern, sondern eher beim Fußball. Hier haben Sie auch ein paar Glückselemente, ob Ihr Stürmer gerade in einer schlechten Phase nicht das Tor trifft oder sich verletzt. Aber dass der FC Bayern München zweite oder dritte Liga spielen wird, ist sehr unwahrscheinlich. Mit guter Auswahl und guter Planung kann mit in diesem Bereich viel mehr machen und ist dem Glück viel weniger ausgeliefert. Unvorhergesehene Dinge können weiterhin eine Rolle spielen, aber eine deutlich geringere. Hier würde ich den Leuten zeigen, auf was sie achten müssen, um langfristig erfolgreich zu sein.

In welche Unternehmen investieren Sie?

Ich investiere in große Unternehmen, die sehr stark und stabil sind und ein starkes Management haben. Unternehmen, die seit vielen Jahren am Markt sind und in der Vergangenheit nur wenige Fehler gemacht haben. Unternehmen, die kaum Verschuldung vorweisen und eine so starke Stellung besitzen, dass sie kaum angegriffen werden können und wenig Konkurrenz haben. Von diesen Unternehmen kann man erwarten, dass sie noch in vielen Jahren erfolgreich sein werden. Dort investiere ich über viele Jahre. Da geht es nicht darum, heute zu kaufen und in einem dreiviertel Jahr wieder zu verkaufen. Ich beteilige mich wie ein Unternehmer und lass nur andere die Arbeit machen.

Ich investiere beispielsweise in Booking Holdings - das ist der Weltmarktführer für Online-Reisebuchungen. Es wird auch in 10, 20 Jahren noch gereist, die haben sensationelle Bilanzen und man kann davon ausgehen, dass es weiter so läuft.

Welches Börsenwissen benötige ich bereits, um die Show interessant zu finden? Und: Wenn ich schon viel Vorwissen haben sollte - wird es dann eher langweilig für mich?
Ich hole die Leute bei null ab und erkläre ihnen alles einfach, verständlich und unterhaltsam. Es ist keine Lernveranstaltung, bei der man mitschreiben muss. Man geht einfach rein, kommt schlauer wieder heraus und hat dabei auch noch Spaß gehabt. Zugegeben: Der erfahrene Fondsmanager hat vielleicht Spaß, aber lernt vielleicht nicht so wahnsinnig viel dazu. Aber die Erfahrung zeigt, dass ich noch aus keinem Vortrag dümmer herausgegangen bin, als ich hineingegangen bin. Wer keine Ahnung hat, wird natürlich mehr mitnehmen als jemand, der sich an der Börse schon sehr gut auskennt.

Was fasziniert Sie persönlich besonders an der Börse? Sind Sie süchtig und fixen jetzt die Leute an?

Das mit der Sucht passiert eher bei dem kurzfristigen, spekulativen Bereich. Denn das ist genauso wie beim Pokern oder in der Spielbank. Beim langfristigen Investieren ist es eine vollkommen andere Welt. Hier sind keine Emotionen gefragt, sondern nüchterne Analyse und kluge Entscheidungen. Hier gucke ich alle paar Wochen oder Monate, was sich so tut. Aber ich habe nicht die ständige Hektik und die Adrenalinstöße. Ich bin jetzt seit fast 30 Jahren an der Börse und habe in dieser Zeit alles erlebt. Doch am Ende lautet mein Ratschlag an die Leute: Konzentriert euch auf das langfristige, seriöse Beteiligen an Unternehmen.

Ist die Zockerei einer der häufigsten Anfängerfehler?
Jeder Anfänger macht das, Profis ebenso und es ist auch o.k. Ich mache es selber ab und zu. Es macht ja auch Spaß, hat aber nichts mit Geldanlage zu tun. Deshalb sollte man sich ein ganz klares Limit setzen. Der größte Fehler, den die allermeisten machen, ist, dass sie die beiden Welten miteinander vermischen und dieses Spekulieren, dieses Zocken, mit dem seriösen Investieren durcheinander gerät und aus einer kurzfristigen Spekulation doch ein langfristiges Investment wird oder umgekehrt. Für mich ist das Allerwichtigste, den Leuten zu vermitteln, diese beiden Welten brutal voneinander zu trennen.

Sie beschreiben die Börse als emotionalen Ort, wo es hemdsärmelig zur Sache ging. Man beschimpfte sich und brüllte sich an, es wurde sogar körperlich. Ist das heute immer noch so oder läuft vieles digital am Computer und ist mittlerweile weit weniger emotional?
Diese Welt hat sich von daher verändert, dass heute kein Mensch mehr untereinander handelt. An den meisten Börsen der Welt ist kein Geschrei und kein Gerenne mehr. Der Mensch ist viel zu langsam. Die Computer handeln in Nanosekunden. Der Mensch wäre da gnadenlos unterlegen. Aber es hat auch einen Nachteil mit sich gebracht. Wir Menschen hatten immer noch einen Ethos. Jeder Händler hat zwar versucht, für seinen Kunden ein gutes Geschäft abzuschließen. Aber da wir Händler ja auch in ein paar Jahren noch miteinander arbeiten wollten und auf unser gegenseitiges Vertrauen und die Zuverlässigkeit angewiesen waren, haben wir uns gegenseitig nie betrogen, immer fair miteinander gesprochen und einen Preis gefunden, mit dem beide leben konnten. Computer werden heute programmiert, um sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen und in die Irre zu führen. Aber dies geschieht ausschließlich für den Bereich des Tradings, der kurzfristigen Bewegungen. Für langfristiges Investment hat das überhaupt keine Auswirkungen.

Wie reagieren ehemalige Kollegen, wenn Sie monieren, dass sich hinter dem ganzen Börsenkauderwelsch oftmals nur heiße Luft, Plattitüden und Phrasen verstecken? Gelten Sie als Nestbeschmutzer?

Es kommt darauf an, wen Sie fragen und in welchem Zusammenhang. Wenn ein Unternehmen sagt, es will maximalen Profit machen und das beste Geschäft, dann heißt das doch, hier möchte einer jemanden über den Tisch ziehen oder übervorteilen. Ich versuche als neutrale Mitte, Fairness und Gerechtigkeit hineinzubringen. Das gilt im Alltag, in den politischen Themen, aber natürlich auch in der Finanzwelt. Man kann auch mit Anstand und Ehrlichkeit Geld verdienen und fair miteinander umgehen. Und dafür stehe ich ein.

Sie gehen zum ersten Mal mit Shows auf die Bühne und 2019 wird es in ganz Mitteldeutschland nur den Termin in Erfurt geben. Sind Sie ein bisschen aufgeregt, was Sie erwartet?
Ja, klar. Ich habe natürlich schon viele Vorträge gehalten, aber noch nicht in dieser Form. Es wird auch für mich ein neues Format sein. Natürlich bin ich aufgeregt und gespannt, was passiert, wie die Erwartungshaltung der Leute ist und ob ich dem gerecht werde, ob die auch so einen Spaß haben wie ich, ob alles klappt und ich die Zeiten einhalte. Ich freue mich auf jeden Fall wahnsinnig darauf.


Termin:

Dirk Müller, 8. Mai, Messe Erfurt, Tickets: Telefon 0361/2275227, www.ticketshop-thueringen.de

Vita:
Für mehr als zehn Jahre lag Dirk Müllers Arbeitsplatz direkt unter der großen Anzeigentafel mit dem sogenannten „Daxchart“. Den Fotografen, die über die Börsenentwicklung zu berichten hatten, war die Kurve alleine zu langweilig und sie begannen, das Gesicht des 49-jährigen Hessen mit abzulichten. Das brachte ihm den Spitznamen „Mr. Dax“ ein. Die Medien bemerkten sehr bald, dass zu dem Gesicht eine aussagekräftige und leicht verständliche Stimme gehörte, was Müller zu einem der gefragtesten Finanzexperten Deutschlands machte. Bis heute steht Dirk Müller als renommierter und in der Öffentlichkeit beliebter Spezialist mit seinen Expertisen immer wieder im Fokus, wie er mit bislang drei Bestsellern und seiner neuesten Buch-Veröffentlichung „Machtbeben“ unter Beweis stellt.

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