Nur eine Frage: Warum wünscht man nur ­Niesenden ­Gesundheit?

Warum wünscht man nur Niesenden Gesundheit? Oder ist das eigentlich auch nicht mehr angebracht?
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  • Warum wünscht man nur Niesenden Gesundheit? Oder ist das eigentlich auch nicht mehr angebracht?
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Die Antwort kennt Personalberaterin Michaela Wucholt-Steigmann, Erfurter Personaltrainerin und Inhaberin von „Telemedia ­Unternehmenskommunikation“.

Zu dem Ursprung, einem Niesenden Gesundheit zu wünschen, gibt es verschiedene Theorien. Einig sind sich aber fast alle, dass dieser Brauch aus der Zeit stammt, als die Pest wütete. Und diese todbringende Krankheit begann dem Glauben nach immer mit einem Niesen. Man wünschte seinem Gegenüber also Gesundheit, dachte aber insgeheim „Hoffent­lich bleibe ich davon verschont“ und wollte sich mit dem Wunsch vor allem selbst vor Unheil bewahren.

Aus dem indoeuropäischen Raum stammt die Theorie, dass die Luft- oder Atemseele durch ein Niesen aus dem Körper herausgeschleudert wird. Jemandem Gesundheit zu wünschen, war wie eine Zauberformel, die das verhindern sollte.

Heutzutage wünschen wir uns wortwörtlich Gesundheit, obwohl bereits seit 1965 in den Benimmregeln dazu angeraten wird, das Niesen einfach zu übergehen. Dieses Ritual kann nämlich vom Niesenden als indiskret empfunden werden, weil er direkt auf seine Krankheit hingewiesen wird. Laut Knigge werden überhaupt alle Geräusche ignoriert, die einen menschlichen Körper verlassen. Und wer niest, muss sich auch auf keinen Fall entschuldigen. So eine Regel gibt es nicht.

Bis heute hat man es jedoch nicht geschafft, den Menschen dieses Ritual auszutreiben. Es wird sogar als unhöflich empfunden, es zu unterlassen. Dabei stört diese Höflichkeitsfloskel oftmals eher. Das ständige „Gesundheit!“ lenkt die Konzentration vom Gespräch ab. Ich rate, sich in der privaten Zweisamkeit ruhig weiterhin Gesundheit zu wünschen. Doch im Geschäftsleben oder in der Runde machen Sie es dem Niesenden leicht, wenn Sie einfach nicken oder lächeln und über dieses Geräusch hinweggehen.

Warum wünscht man nur Niesenden Gesundheit? Oder ist das eigentlich auch nicht mehr angebracht?
Michaela Wucholt-Steigmann ist Erfurter Personaltrainerin und Inhaberin von „Telemedia ­Unternehmenskommunikation“.

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