Serie: Nur eine Frage
Puls am Bein – ein gutes Zeichen, Herr Dr. Kohl?

Puls am Bein.
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Die Antwort weißDr. Thomas Kohl, Zentralklinik Bad Berka, Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie

Ja absolut, denn fühlt man am unteren Bein gut den Puls, dann ist das ein erstes Zeichen funktionierender Blutgefäße im Körper. Es ist eine recht einfache und verlässliche Methode für den Hausarzt, den Patienten auf Durchblutungsstörungen hin zu untersuchen.
 Immerhin gibt es in Deutschland jährlich rund 200 000 Schlaganfälle bei 4,5 Millionen Durchblutungs­störungen als häufigster Ursache. Männer sind dabei deutlich mehr als Frauen betroffen. In vielen Fällen kommt die medizinische Hilfe sehr spät, weshalb die traurige Statistik rund 20 000 Amputationen betroffener Gliedmaßen ausweist.
 Durchblutungsstörungen sind zwar gutartige Erkrankungen, haben aber in nicht wenigen Fällen eine ­schlechte Prognose – so wie Arteriosklerose. Hier handelt es sich um krankhafte Einlagerung von Blutfetten, Kalk oder Gewebe, was häufig zu chronischen Entzündungen der Blutgefäße führt. Selbst bei jungen Leuten kann man heute ein ungesundes Maß von Fetten in den Adern nachweisen. Als Ursachen für ­Gefäßerkrankungen gilt vor allem das Rauchen, wo allein 9000 chemische Verbindungen nachzuweisen sind, von denen 69 als krebserregend gelten. Ein weiterer Grund ist der Bluthochdruck. Wer Werte von 80 und 120 hat, der braucht sich erst einmal kaum Sorgen zu machen. Gefährlich wird es ab 140.
 Weitere Auslöser von Durch­blutungsstörungen sehe ich neben erblichen Belastungen in ­Übergewicht, Diabetes, Bewegungsmangel und Gicht. Aus all diesen Gründen kann man als Vorsorge nur das ­empfehlen, was fast für jede Krankheit gilt: ­Gesunde ­Ernährung und viel Bewegung möglichst an der frischen Luft.
 Die Diagnose erfolgt nach der ­Blutdruckmessung am Bein per Sonografie, Gefäß-­Röntgen oder CT / MRT auch über einen Test am Laufband, um die schmerzfreie Wegstrecke zu bestimmen. Bei unter ­200 Metern ist eine Behandlung nötig.
    Die modernen Therapien beginnen bei leichten Störungen mit Geh-Training und reichen über Medikamente bis hin zum chirurgischen Eingriff in schwereren Fällen. Bei Schlaganfällen liegt das kritische Alter zwischen 60 und 70 Jahren, wobei jeder Fünfte daran stirbt. Deshalb sollte man bei ersten Anzeichen wie halbseitigen Lähmungen, plötzlichen Sprachstörungen oder Sehstörungen sofort den Arzt aufsuchen.

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Puls am Bein.
AA-Beitrag vom 16. Februar 2019.
Autor:

Thomas Gräser aus Erfurt

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