Nur eine Frage...?
Schlägt süßes Obst auch mal sauer auf den Magen, Herr Hörsch?

Bei Reizdarm wird als Ursache oft Stress ­vermutet. Rechts: Prof. Dr. Dieter Hörsch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin /Gastroenterologie und Endokrinologie in der Zentralklinik Bad Berka
3Bilder
  • Bei Reizdarm wird als Ursache oft Stress ­vermutet. Rechts: Prof. Dr. Dieter Hörsch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin /Gastroenterologie und Endokrinologie in der Zentralklinik Bad Berka
  • Foto: Colourbox.de, Zentralklinik
  • hochgeladen von Thomas Gräser


Die Antwort weiß Prof. Dr. Dieter Hörsch

Er ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin /Gastroenterologie und Endokrinologie in der ZentralklinikBad Berka

Ja, das kann passieren. Denn heute sind die Supermärkte voll von exotischen Früchten, Smoothies, Säften oder Trockenobst. Mit ihnen kamen aber nicht nur neue ­Genüsse, sondern auch Krankheitsbilder. Heute leidet jeder dritte Erwachsene unter einer Unverträglichkeit von Fruchtzucker, was zu Verdauungsstörungen, Blähungen oder Durchfall führen kann. Doch es gibt auch andere Tücken: Viele leiden auch an Unverträglichkeiten etwa bei Milchzucker, Gluten oder Weizen. Diese sind oft eine Folge umgestellter Essgewohnheiten. Das beste Mittel ­dagegen ist der Verzicht. Dies setzt voraus, dass man weiß, worauf der Körper reagiert.

 Besonders problematisch ist der Milchzucker, da er praktisch überall und oft versteckt vorkommt. Er ist in Fertiggerichten, Fast Food, Brötchen, Pizza, Süßstoff oder Wurst. Das Vermeiden ist schwer.

 Erhebliche Beschwerden bereitet auch der Reizdarm, unter dem jeder dritte bis vierte Patient leidet, der bei einem Allgemeinarzt vorspricht. Mediziner verstehen darunter eine „funktionelle Störung des Verdauungs­traktes“. Das bedeutet: Die Darmfunktion ist beeinträchtigt, jedoch lassen sich keine organischen Ursachen feststellen. Als eine der Ursachen wird Stress vermutet.

 Ernste Warnzeichen für Erkrankungen des Magen-­und Darmtraktes sind: starke Gewichtsabnahme, Appetit-Minderung oder Blut im Stuhl. Bei den Unter­suchungen gilt es, organische Krankheiten auszuschließen. Dabei werden Ultraschall sowie eine Magen- oder Darmspiegelung eingesetzt. Ich kann den über 50-Jährigen empfehlen, dies regelmäßig vornehmen zu lassen.

 Noch ein paar Ratschläge für den Alltag: Glauben Sie keinen Werbeversprechen von Anbietern teurer Wunder­mittel oder Fastenkuren. Wollen Sie wirklich gesund fasten, dann reicht ein Tag Verzicht aufs Essen oder ­maximal eine Woche. Und eine Portion Sauerkraut wirkt oft mehr als teure Pillen. Meiden Sie Fertiggerichte, kochen Sie frisch und nehmen Sie sich Zeit für das Essen.

ZUR SACHE

Der Darm ist ein regelrechtes Wunderwerk, welches auf rund sechs Meter Länge die Nahrung in lebenswichtige Bestandteile - wie Vitamine, Enzyme und Spurenelemente - zersetzt. Auf Grund der vielen Darmzotten weist das Intestinum (lat. Darm) eine Oberfläche von rund 32 Quadratmetern aus. Das größte Organ des Menschen verarbeitet bis zum 75. Lebensjahr rund 30 Tonnen Nahrung. Das sind rund 25 Kleinwagen.

AA-Redakteure suchen nach Antworten auf alltägliche Fragen. Manchmal sind es skurrile Fragen, manchmal skurrile Antworten. Was wollten Sie schon immer wissen?

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen