Sieben Wochen Sonne?

Dass man ihm die Schuld für mieses Wetter gibt, hat der Siebenschläfer nicht verdient. Die süße Schlafmaus erwacht meist schon Ende April. Foto: B. Winter / pixelio.de
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Vielleicht klappt's. Das Wetter am 27. Juni schürt Hoffung. Sieben Fakten zum Siebenschläfertag:

Leere Sprüche

"Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag", sagt eine Bauernregel. Meteorologen vertrauen dieser Prognose aber weniger: An einem einzigen Tag könne man nicht das Wetter für den halben Sommer bestimmen. Zum Glück! Also vergessen wir am besten auch ganz schnell den nächsten Spruch: "Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass."

Namensgeber

Der Name des Siebenschläfertages stammt nicht etwa vom gleichnamigen Nagetier, sondern aus einer Legende über sieben schlafende Jünglinge. Um der Christenverfolgung zu entgehen, hatten sich die jungen Christen im Jahr 251 in eine Höhle nahe der Stadt Ephesus geflüchtet. Dort wurden sie entdeckt und eingemauert. Nach 195-jährigem Schlaf wurde die Höhle am 27. Juni 446 versehentlich geöffnet und die Jünglinge erwachten auf wundersame Weise.

Zeitverschiebung

Was die Sage mit dem Wetter zu tun hat, lässt sich nicht mehr ergründen. Dennoch hält sich die Siebenschläferregel hartnäckig. Allerdings sollte heute nicht mehr der 27. Juni, sondern der 7. Juli als Bezugspunkt gelten. Nach der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 wurden 10 Tage ersatzlos gestrichen.

Also doch!

Allen Verneinungen zum Trotz: Die Wetterlage in der ersten Juliwoche hilft Meteorologen, das voraussichtliche Sommerwetter etwas genauer zu prognostizieren.

Tierisch

Das alles kümmert den kleinen Siebenschläfer wenig. Der Nager mit den Knopfaugen verdankt seinen Namen lediglich seinem ausgedehnten Winterschlaf von etwa sieben Monaten. Er wacht jedoch nicht etwa am 27. Juni, sondern meist schon Ende April wieder auf.

Poltergeist

Mit 20 Zentimeter Länge ist der Siebenschläfer die größte einheimische Schlafmaus. Ist er aber erst einmal wach, entpuppt er sich als exzellenter Kletterer und Springer. Das dämmerungs- und nachtaktive Tier sucht sich sein Quartier gern in Baumlöchern, Vogelhäuschen und unter Hausdächern. Lebt es in menschlicher Umgebung, kann man schon einmal kurzzeitig glauben, man hätte "Poltergeister" um sich.

Schlafdefizit

Wie lange ein Mensch tatsächlich schlafen kann, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass ein chronisches Schlafdefizit krank macht. Im alten Kaiserreich China diente der Schlafentzug über Tage und Wochen dazu, Schwerverbrecher hinzurichten. Und Rekordversuche, länger als elf Tage wach zu bleiben, enden meist mit körperlichen und geistigen Störungen.

Autor:

Sibylle Klepzig aus Nordhausen

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