Nur eine Frage...? - Erst tolle High Heels, dann toller Arzt gesucht
Sind Frauen häufiger fußkrank als Männer, Herr Kilian?

Autsch, meine Füße.
3Bilder

Die Antwort weiß Prof. Dr. Olaf Kilian

Er ist Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Zentralklinik Bad Berka.

Leider ja. Zehn zu eins – Das ist das Verhältnis ­zwischen Frauen und Männern bei der wohl häufigsten Fußkrankheit der Gegenwart – dem Hallux valgus.­Dahinter verbirgt sich nichts anderes als ein Schiefstand des Großzehs, was durch den Druck der Schuhe zu erheb­lichen Schmerzen sowie ernsten Entzündungen führen kann.

Die Ursachen liegen meistens in Spreizfüßen aber auch in ungeeignetem Schuhwerk. Frauen sind aufgrund der engen nach vorn zugespitzten Schuhe mit oft hohen Absätzen deutlich ­häufiger von dieser Krankheit betroffen als Männer.

Weitere negative ­Faktoren, die generell zu Fußkrankheiten ­führen können sind: Ein zu hohes Körpergewicht, körperlich einseitige berufliche Belastung sowie Auswirkungen von Medika­menten. Häufig sind es auch sportliche Aktivitäten, die vor allem bei Jüngeren zu ­Schäden am Fuße führen. Manchmal genügt es, sich vor dem Sport nicht richtig warm zu laufen.

Die Folge können Risse in der Achillessehne, ein Fersensporn, Arthrosen des Sprunggelenks oder eben der Hallux valgus sein. Wird bei Letzterem die Fehlstellung der großen Zehe nicht rechtzeitig behandelt, dann führt dies nicht selten zu Hammer- und Krallenzehen mit ebenfalls sehr schmerzhaften Auswirkungen besonders bei Frauen. Allein durch die hohen Absätze entsteht ein starker Druck im Vorfußbereich, der die Zehen in die Schuhspitze presst. Viele Frauen haben deshalb – von oben betrachtet – dreieckig geformte Vorfüße, die sich exakt in die spitz zulaufenden Schuhvorderkappen einfügen.

Viele Patienten suchen bei Fußproblemen generell erst dann den Arzt auf, wenn es zu starken Schmerzen kommt. In der Regel ver­suchen wir Ärzte es zuerst mit einer konservativen Behandlung bevor es zu einer Operation kommt. Dies beginnt mit der Umstellung auf flaches Schuhwerk mit genügend Freiraum für die Zehen. Ein fortgeschrittener Hallux ­valgus ist auf diese Weise allerdings nicht zu beseitigen oder zu verringern. In der Frühphase der Erkrankung bringen Fuß­gymnastik ebenso wie orthopädische Schuhe eine Linderung. Hier hat die Technik große Fortschritte gemacht und wir können heute den Fuß mit seinen Verformungen individuell sehr gut vermessen, um danach eine maßgeschneiderte Einlage fertigen zu lassen.

Mehr über Frauen und ihre Schuhe

AA-Redakteure suchen nach Antworten auf alltägliche Fragen. Manchmal sind es skurrile Fragen, manchmal skurrile Antworten. Was wollten Sie schon immer wissen?

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen