Stress unterm Weihnachtsbaum

Jedes Jahr kommt Weihnachten wieder überraschend.
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  • Jedes Jahr kommt Weihnachten wieder überraschend.
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Alle Jahre wieder - jetzt kurz vor Weihnachten - strömen wir durch die Geschäfte und überfüllten Straßen. Unser Blick ist gerichtet auf die Schaufenster und der Kopf ist voll mit Aufgaben-Listen. Die letzten Einkäufe für das Fest müssen getätigt werden und Geschenke braucht man auch noch. Und überhaupt: Die richtigen Geschenke zu finden in einer Zeit, in der die meisten schon alles haben, ist wirklich schwer. Die Sache verkompliziert sich, wenn wir von Psychologen auch noch gesagt bekommen, dass Geschenke widerspiegeln, welches Bild der Schenker vom Beschenkten hat. Da kann man nur in das Fettnäpfchen treten!

Weihnachtsgrüße schreiben, Plätzchen backen, die Überraschungen aufwendig einpacken und der Weihnachtsbaum ist auch noch nicht da. Die Luft knistert und das Nervenkostüm wird immer angespannter. Schließlich waren die vergangenen Wochen doch schon anstrengend genug. Bei der Arbeit enden viele Prozesse unter Hochdruck und es gilt, vor dem Jahreswechsel noch vieles in trockene Tücher zu bringen. Obendrein häufen sich Veranstaltungen und Weihnachtsfeiern geballt in kurzem Zeitraum. Der Tag bräuchte 36 Stunden und die Belastung ist spürbar. Dabei soll doch Weihnachten der Höhepunkt des Jahres werden. Ein Fest der Freude und des Friedens, voller Harmonie und Eintracht im großen Kreis der Angehörigen.

Was so schön klingt, ist jedoch in Wirklichkeit in vielen Familien und Beziehungen ein Trugbild. Wenn an Heiligabend alle am Tisch sitzen - im plötzlich ungewohnt engen Raum, schließlich nimmt der Weihnachtsbaum viel Platz ein - dann genügen Kleinigkeiten oder falsche Bemerkungen, die zur Eskalation führen können. Vielleicht erinnern Sie sich dabei an ungeschickte Äußerungen über den krummen Weihnachtsbaum, das Missgeschick in der Küche oder enttäuschte Gesichter beim Auspacken der Geschenke - einschließlich des eigenen.

Psychologen haben diese "heiße Phase" des Jahres hinreichend untersucht und kommen zu dem Schluss, dass zu Weihnachten die Gefahr für Streitigkeiten, Enttäuschungen und soziale Spannungen im ganzen Jahr am höchsten sind. Dies ist keine Besonderheit, sondern eigentlich die logische Konsequenz für die Anhäufung des Stresses in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit.

Wenn sich Familienmitglieder und Freunde zu den Festtagen treffen, dann treffen sich nicht nur Menschen, sondern vor allem auch deren teilweise sehr verschiedenen Erwartungen. In großen Familien sehen sich die Mitglieder über das Jahr kaum und kommen manchmal nur zu den Weihnachtstagen zusammen. Dabei prallen dann unterschiedliche Gewohnheiten und Einstellungen aufeinander. Ich meine damit zum Beispiel Ansichten über den Ablauf der Rituale: Die Facebook-Generation zeigt sich genervt und will eigentlich nur das teure Elektronikgeschenk auspacken, während die Großmutter am liebsten wie "in alten Zeiten" mit der gesamten Familie "Oh Tannenbaum" singen möchte.

Soziologen, Verhaltensforscher und Psychologen sehen als Ursache für dabei auftretende Spannungen ein "zu viel an Nähe". Wenn wir uns alle dieser Ursachen für mögliche Spannungen zu Weihnachten bewusst sind, dann können wir auch rechtzeitig etwas dagegen tun.

Ich hoffe sehr, bei Ihnen ist es für dieses Jahr noch nicht zu spät. Ich wünsche allen Lesern ein friedfertiges Weihnachtsfest und einen glücklichen Start in das Jahr 2013.
Ihr Matthias S. Freund

Jedes Jahr kommt Weihnachten wieder überraschend.
Für viele entpuppt sich das Weihnachtsfest als stressige Angelegenheit.
Autor:

Matthias S. Freund aus Erfurt

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