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Tricks im Umgang mit blinden Hunden

Wo: Hundeschule , Am Elsterberg 28, 99094 Erfurt auf Karte anzeigen
Anke Körber zeigt, wie sich die blinde Hündin Amy am Klingen des Schlüssels orientiert.
Anke Körber zeigt, wie sich die blinde Hündin Amy am Klingen des Schlüssels orientiert.
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Amy folgt dem leisen Läuten des Glöckchens. Bei der Treppe muss Anke Körber helfen, denn Amy kann nichts sehen. Auf das Kommando "Hop, hop, hop" tastet sich der blinde Labrador-Mix vorsichtig die Treppe hinunter. Für jede Stufe ein Hop.

Es ist erst zwei Wochen her, da wurde der acht Wochen alte Welpe hilflos in der Nähe des Erfurter Flughafens gefunden. Wie 300 000 andere Tiere im Jahr landete Amy im Tierheim. Als Familie Körber aus Wandersleben von der jungen Hündin erfuhr, zögerte sie nicht lange und nahm Amy zur Pflege auf: "Für uns ist sie ein ganz normaler Hund."

Auch Alexander Wiegand, Leiter der Hundeschule Thüringen in Erfurt, sieht keine Schwierigkeit darin, sich einen blinden Hund zu halten, solange er Regeln lernt. "Allerdings sollte sein Umfeld nicht ständig verändert werden." Wie sich das Leben mit einem blinden Hund meistern lässt, weiß die Hundeexpertin Ina Jobst. Sie leitet ein Tiertherapiezentrum im hessischen Heppenheim.

Signale beibringen:
"Blinde Hunde haben einen stärker ausgeprägten Hör- und Geruchssinn. Es ist daher sinnvoll, ihnen eindeutige Signale beizubringen", rät Ina Jobst. Wichtig ist, dass jeweils ein Befehl für eine Situation steht. "Vorsicht" kann auf gefährliche Hindernisse hinweisen und "Achtung" auf eine Pfütze aufmerksam machen. Das heißt: "Das Herrchen muss die Augen für den Hund mithaben."

An die Sinne appellieren:
Damit sich der blinde Hund leichter orientieren kann, sollten markante Stellen wie der Schlafplatz mit Düften versehen werden. "Ätherische Öle in dezenter Form eignen sich ganz gut dafür", empfiehlt Jobst. Am liebsten spielt ein blinder Hund mit allem, was Krach macht. Ein Seil oder ein harter Ball jagen ihm eher einen Schrecken ein.

Kein Mitleid:
Läuft das Tier vor eine Wand oder einen Stuhl, darf es nicht bemitleidet werden. Der Mensch ist für den Hund ein "Rudelführer" und sollte daher fröhlich und spielerisch mit ihm umgehen.

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