„Gesund ­arbeiten in Thüringen“
Unternehmer gründen Netzwerk

„Gesund arbeiten in Thüringen“: Vertreter der teilnehmenden Unternehmen mit den in Erfurt verliehenen Teilnahmezertifikaten.
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  • „Gesund arbeiten in Thüringen“: Vertreter der teilnehmenden Unternehmen mit den in Erfurt verliehenen Teilnahmezertifikaten.
  • Foto: Foto: Patrick Krug / Barmer
  • hochgeladen von Helke Floeckner

Das Thema Gesundheit gewinnt für Unternehmen immer mehr an Bedeutung. 13 von ihnen aus Mittel- und ­Westthüringen haben sich nun im ­Rahmen des Projekts „Gesund ­arbeiten in Thüringen“ zu einem Unternehmensnetzwerk ­zusammengeschlossen. Interview mit Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen:

Welches Ziel hat das Unternehmensnetzwerk?

Es richtet sich an Kleinst- und Kleinunternehmen sowie mittlere Unternehmen aller Branchen. Auswertungen ergaben, dass sich insbesondere diese schlecht über Themen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes informiert fühlen. Die Struktur ­eines Kleinbetriebs kann zudem erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung gesundheitsförderlicher Arbeits­bedingungen mit sich bringen: Knappes Zeitmanagement, stärkere Auswirkungen von personalen Ausfällen oder ein höheres finanzielles Risiko. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass betriebliches Gesundheitsmanagement auch in kleinen und mittelständischen Betrieben gelingen kann. Ziel ist es daher, Unternehmen miteinander zu vernetzen, um gemeinsam an der Umsetzung eines nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagements zu arbeiten, welches Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Arbeitsmedizin verbindet. Durch den Erfahrungsaustausch lassen sich Wissen und Kompetenzen bündeln, die Kooperationspartner Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. und ­Barmer liefern Expertise, und im Miteinander wird das Thema Gesundheit vorangebracht.

Sind Thüringer Arbeitnehmer so oft krank, dass Handlungsbedarf besteht?

Der Handlungsbedarf besteht darin, Mitarbeiter gesund und damit motiviert und arbeitsfähig zu halten. Unter­nehmer sollten sich dabei nicht nur an den Fehlzeiten ihrer Mitarbeiter orientieren, denn nicht auf alles kann das betriebliche Gesundheitsmanagement Einfluss nehmen: Private ­Belastungen, chronische Krankheiten oder eine Grippewelle – und schon ist die Statistik hinfällig. Neben dem Krankenstand sollten auch weiche Parameter wie Betriebsklima oder die Mitarbeiterzufriedenheit als Indikatoren herangezogen werden.

Wurde dem Zusammenhang zwischen Gesundheit und Erfolg des Unternehmens bisher zu wenig Bedeutung beigemessen?

Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Wo früher oft das Gehalt ausschlaggebend war, spielen heute ­weiche ­Faktoren für Arbeitnehmer eine immer wichtigere Rolle. Dazu gehören flexible Arbeitszeit- und ­Arbeitsortmodelle, eine moderne Unternehmenskultur und auch betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Immer mehr ­Firmen erkennen betriebliches Gesundheitsmanagement als Instrument zur Fachkräfte­sicherung und zur Gewinnung neuer Mitarbeiter. Darüber hinaus sind gesunde Mitarbeiter motivierter, was letztlich die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen steigert.

Wie wichtig ist es, dass der Unternehmer Verantwortung für die Gesundheit seiner Mitarbeiter übernimmt?

Es ist immens wichtig, dass die Unternehmensleitung Gesundheit als Teil der ­gelebten Unternehmenspolitik versteht. Umgekehrt wollen aber auch die Mitarbeiter gefragt werden, statt ein Konzept „von oben“ diktiert zu bekommen. Für ein erfolgreiches BGM ist es also unabdingbar, beide Seiten aktiv in den Prozess einzubeziehen, beispielsweise durch Befragungen zur Bedarfsanalyse.

Wie arbeitet das Netzwerk?

Gerade haben die Auftaktveranstaltungen für die Netzwerke in Gera, Suhl und Erfurt stattgefunden. Dabei haben sich viele ähnliche Themenfelder gezeigt.
Als nächstes wird eine ­Bedarfsanalyse in den Netzwerken gemacht, um diese Themen ausführlicher zu besprechen und die Teilnehmer bei der Umsetzung zu unterstützen. Neben den Netzwerktreffen erhalten die teilnehmenden Unternehmen bei Bedarf Unterstützung bei arbeitsmedizinischen Fragen und können kostenlos an Veranstaltungen zu ­arbeitsmedizinischen Themen teilnehmen.

Sind weitere Netzwerker willkommen?

Die Firmen profitieren sehr vom Wissen und Austausch aus anderen Unternehmensformen und Branchen, deshalb sind die Netzwerke bewusst offen gestaltet.

Kontakt:

Dr. Nadja Amler, amler@dgaum.de, www.gesund-­arbeiten-in-thueringen.de

„Gesund arbeiten in Thüringen“: Vertreter der teilnehmenden Unternehmen mit den in Erfurt verliehenen Teilnahmezertifikaten.
Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen.
Autor:

Helke Floeckner aus Erfurt

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