Nur eine Frage:
Warum sind ­Flamingos ­rosa, Frau Dr. Maisch?

Im alten Ägypten hatte eine Hieroglyphe, die die Farbe Rot darstellte, die Form eines Flamingos. Doch woher kommt die ungewöhnliche Gefiederfärbung?
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  • Im alten Ägypten hatte eine Hieroglyphe, die die Farbe Rot darstellte, die Form eines Flamingos. Doch woher kommt die ungewöhnliche Gefiederfärbung?
  • Foto: Markus Walti / pixelio.de
  • hochgeladen von Michael Steinfeld

Woher Flamingos ihr rosa Federkleid haben, erklärt Dr. Heike Maisch. Sie ist Kuratorin im Thüringer Zoopark Erfurt.

Flamingos sind rosa, weil sie rote Farbstoffe – sogenannte Carotine und Carotinoide – aus ihrer Nahrung wiederverwenden. Sie fressen kleine Wasserorganismen (pflanzliche wie tierische), die den roten Farbstoff beziehungsweise Bauteile davon enthalten. Der Flamingo stellt aus diesen Grundprodukten seine eigenen Farbstoffe her.

Frisch geschlüpfte Flamingos haben graue Federn. Die Eltern füttern ihr Küken mit einer Art Kropfmilch, die den roten Farbstoff enthält. Wenn das Küken zu sehr zappelt oder die Eltern ­unerfahren sind, geht auch mal was daneben. Die Küken sind dann rot bekleckert und viele Zooparkbesucher ­denken, das Küken wäre verletzt.

Früher gab es weiße Flamingos

Flamingos in Menschenobhut erhalten Futter, in dem die Farbstoffbauteile enthalten sind. Als man früher nicht wusste, woher die Färbung kommt und man im Zoo die winzigen Wasserorganismen nicht hatte, wurden aus dem Freiland importierte Flamingos im Zoo mit der Zeit weiß.

Heute gibt es spezielles Flamingopellet-Futter, das alles Nötige enthält. Da der Vogel aus den Farbstoff-Vorstufen seine eigenen Farbstoffe herstellt, kann man die Vögel auch nicht andersfarbig bekommen. Statt rotem Paprikapulver grüne Paprika zu nehmen, führt nicht zu grünen Flamingos – auch wenn der Zoopark das einmal zum 1. April bekannt gab.

Schwarze Federn zur Balz

Die Farbstoffe können nur in neu wachsende Federn eingebaut werden. Das heißt: Nur wenn eine Feder ausfällt beim Jungvogel, wächst eine jetzt rosa gefärbte Feder nach. Es färben sich also nicht die Federn von grau nach rosa, sondern der Vogel tauscht seine Federn aus. Bis aus einem grauen Küken ein fertig rosafarbener Flamingo wird, vergehen mindestens zwei Jahre. Welche Farbstoffe – rosa oder orangerot – hergestellt beziehungsweise eingebaut werden, hängt von der Art ab. So sind Rosaflamingos vorwiegend rosa, Kubaflamingos dagegen orangerot gefärbt.

Ganz rosa wird ein Rosaflamingo übrigens nie: Er hat pechschwarze Schwungfedern, die ein ­wichtiges optisches Signal bei der Balz der Vögel sind. Die schwarzen Federn sieht man allerdings nur, wenn die Vögel die Flügel ausbreiten.

Alle Fragen, alle Antworten: meinanzeiger.de/tag/nur-eine-frage

Im alten Ägypten hatte eine Hieroglyphe, die die Farbe Rot darstellte, die Form eines Flamingos. Doch woher kommt die ungewöhnliche Gefiederfärbung?
Woher Flamingos ihr rosa Federkleid haben, erklärt Dr. Heike Maisch. Sie ist Kuratorin im Thüringer Zoopark Erfurt.
Autor:

Michael Steinfeld aus Erfurt

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