Serie: Nur eine Frage...?
Was hilft gegen den Eiscreme-Kopfschmerz, Frau Homberg?

Eis und Kopfschmerz
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Die Antwort weiß Dr. med. Vivien Homberg

Sie ist Chefärztin der Klinik für Neurologie in der Zentralklinik Bad Berka

Der Eiscreme-Kopfschmerz ist eine gemeine Laune der Natur. Und das besonders im Sommer, wenn doch das Eis so sehr als willkommene und schmackhafte Abkühlung lockt.

 Der Eiscreme-Kopfschmerz ist in internationalen Kopfschmerztypifikationen unter der Rubrik „verschiedene Formen ohne strukturelle Läsion“ (Verletzung) klassifiziert. Hier taucht er als kältebedingter Kopfschmerz auf und ist damit keine „Krankheit“ im klassischen Sinne oder gar Symptom einer schweren Hirnerkrankung, sondern vielmehr ein lästiges Übel für denjenigen, der ihn aushalten muss.

 Definitionsgemäß kommt es entweder durch externe, äußere Kälteexposition –so des ungeschützten Kopfes durch niedrige Umgebungstemperatur, Ein­tauchen des Kopfes in eiskaltes Wasser oder durch einen Kälteimpuls im Mund- und Rachenraum – zu einem innerhalb von Sekunden heftig einschießenden stechenden Schmerz. Dieser hat nach rund 30 Sekunden sein Maximum erreicht und lässt sofort nach, sobald der auslösende Reiz wegfällt.

 Wenn er beim Essen kalter Speisen auftritt, hilft es zumindest ein wenig, mit der Zunge den Gaumen zu er­wärmen. Ansonsten besteht ja aber die Gewissheit, dass der kurze Schmerz auch schnell von alleine abklingt und keine Folgen hat.

 Vermieden werden kann der Schmerz nur durch Weglassen der Auslöser oder, wenn der Hunger auf Eis doch zu groß ist, ein langsames Erwärmen der Eiscreme im Mund, ohne das es den Gaumen berührt.

 Ob es am vieldiskutierten Mechanis­mus einer kälteinduzierten Gefäßver­änderung im Gehirn liegt oder vielmehr der empfindliche ­„Trigeminus-Nerv“ ist, der unser Gesicht und Gehirn sensibel und damit mit Schmerzinformationen versorgt und auf Kälte überreagiert, ist noch Forschungsgegenstand.

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