Wie ist das Leben als Pflegefachkraft, Frau Meister?

Die 90-jährige Patientin freut sich täglich auf die Hausbesuche von Helene Meister.
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Ein Schlaganfall verändert das Leben. Rosi Wandler hat es selbst erfahren müssen. Bei vielen Dingen im Alltag benötigt sie nun Hilfe. "Können wir zum Abendbrot wieder Rührei machen?", fragt sie Helene Meister, die täglich früh und abends vorbeikommt. "Solche kleinen Wünsche erfülle ich gerne", sagt die Pflegefachkraft. "Für mich ist es wichtig, auch die Vorlieben meiner Patienten zu berücksichtigen."

Auf ihrem Dienstplan stehen die Zubereitung des Essens, die Körperpflege, das Anziehen und Betten machen. Jeder Handgriff sitzt und außerdem muss noch Zeit für ein kleines Gespräch bleiben. "Das ist für den Patienten sehr wichtig." Ist die Arbeit getan, wird alles akribisch genau dokumentiert. Ein nettes Wort zum Abschied und schon geht es weiter.

Kurz nach sechs Uhr steigt Helene Meister in ihr kleines Auto. "Zuerst verteile ich Medikamente, gebe Injektionen, wechsle Katheter oder ziehe den Patienten Kompressionsstrümpfe an", erklärt die Schwester. "Danach werden die Patienten aus dem Bett geholt, das Frühstück zubereitet oder Verbände gewechselt."

Der Pflegevertrag legt fest, welche Leistungen erbracht werden müssen. Ihre Patienten kennt Helene Meister sehr gut, sie hat einen festen Stamm. "Dadurch fallen mir Veränderungen sofort auf. Gegebenenfalls informiere ich den Arzt oder die Angehörigen."

Gearbeitet wird im Zwischendienst, die Frühschicht endet kurz vor Mittag. Um 16.30 Uhr beginnt dann die Abendtour. Dazwischen ist frei. Diese Zeit nutzt Helene Meister sehr intensiv zum Abschalten, gerne bei Gartenarbeit oder Waldspaziergängen.

Der Beruf verlangt viel ab. Besonders wenn die Menschen in die letzte Lebensphase eintreten. Sterbebegleitung ist keine einfache Sache. "Deshalb ist es wichtig, eine gewisse Distanz zum Patienten zu bewahren und sich Grenzen zu setzen. Auch wenn ein Patient verstirbt - das eigene Leben muss weitergehen."
(Beitrag von AA-Redakteurin Ines Heyer)

Wo?
Eine Ausbildung zur Pflegefachkraft ist in Pflegeheimen, bei Pflegediensten oder bei Sozialstationen möglich. Die theoretische Ausbildung erfolgt in Thüringen in Ilmenau, Erfurt, Gera oder Suhl.

Was?
Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Hygiene, Alten- und Krankenpflege,
Gesundheitsförderung, Prävention, Unterstützung alter Menschen bei
der Lebensgestaltung, Pflegeplanung und Dokumentation

Voraussetzungen
soziale Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen,
eine gute Beobachtungsgabe, Interesse an medizinischen Zusammenhängen

Wie lange?
Die Ausbildung dauert drei Jahre.

VITA HELENE MEISTER
• 12 Jahre als Sozialbetreuerin tätig
• 2006 bis 2009 Ausbildung als Pflegefachkraft in der Diakonie-Sozialstation
Ilmenau / GAW Ilmenau
• seit 2009 als Pflegefachkraft in der Diakonie Sozialstation Ilmenau tätig

Autor:

JobProfile Redaktion aus Erfurt

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