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Das Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam will erstklassig bleiben: Neuer Angriff auf die Bundesliga

Wo: Riethsporthalle, Essener Straße, 99089 Erfurt auf Karte anzeigen
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+Mühsam wie die Eichhörnchen + SWE Volleyteam kämpft um den Verbleib in der ersten Liga, trotz des sportlichen Abstiegs +

Trotz des sportlichen Abstiegs bleibt das Erfurter Volleyteam Schwarz-Weiß in der Liga. Geschäftsführer Heiko Herzberg bestätigte dem Allgemeinen Anzeiger, dass er für das Team Schwarz-Weiß Erfurt nicht nur einen Antrag auf Verbleib in der Liga gestellt hat, sondern es bereits eine positiven Bescheid von Seiten des Verbandes gab. Damit könnten die Erfurter Volleyballerinnen in der nächsten Saison erstklassig spielen, die Arbeit für Herzberg fängt damit aber erst an.

Keines der zum Aufstieg berechtigten Teams aus der zweiten Liga hat in diesem Jahr einen Antrag zum Aufstieg eingereicht, wer die Ligastatuten liest, weiß dann auch warum. Denn einfach ist es nicht, die Vorgaben zu erfüllen. An denen werden auch die Erfurter zu knabbern haben, denn der Welpenschutz des ersten Jahres in der obersten Spielklasse, schwindet. Mit einem Etat in der vergangenen Saison von rund 460.000 Euro bewegten sich die Erfurter ganz unten in der Liga, was der wohl ein Grund für den mangelnden sportlichen Erfolg war. In vielen Bereichen musste gespart werden. Laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung arbeitet der Dresdner SC beispielsweise mit rund 1,6 Millionen pro Saison, deren eigene Mannschaft in Baden-Württembergs Landeshauptstadt mit immerhin rund einer Millionen Euro. Anders, als es in Erfurt der Fall ist, müssen die Spielerinnen dort nicht mit einer Doppelbelastung in Deutschlands Eliteliga spielen.

Heiko Herzberg: „Es ist schon etwas anderes, mit Vollprofis agieren zu können, die nicht noch nebenbei studieren, in der Ausbildung sind oder arbeiten gehen. Unsere Spielerinnen müssen ebenfalls zweimal am Tag trainieren, am Wochenende zu den Spieltagen fahren.“ In Erfurt habe das nur auf vier Spielerinnen nicht zugetroffen. Der Etat der nächsten Spielzeit müsste auf wenigstens 600.000 Euro aufstockt werden. „Wir brauchen nicht nur weitere Leistungsträgerinnen, die uns sportlich voran bringen, sondern zudem ein funktionierendes Trainerteam“, so der Geschäftsführer und sportliche Leiter. Er weiß allerdings ebenso gut, dass sein Etat vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen eingeworben werden muss. Mit Ausnahme des Hauptsponsors fließen vor allem Beträge von 1000 Euro bis zum unteren 5-stelligen Bereich in die Kassen der Spielbetriebsgesellschaft. Mühsam wie die Eichhörnchen müssend die Erfurter Betrag für Betrag – insgesamt über eine halbe Million Euro zusammen tragen. Neben den Sponsorengeldern gibt es ausschließlich Einnahmen durch Catering und Zuschauer, die in der vergangenen Saison nicht nur aufgrund der sportlichen Situation zu gering waren, sondern weil es viele Heimspiele hintereinander bzw. wochentags gab, was den Zuschauerzuspruch verringerte. Fernsehgelder wie im Fußball fließen nicht.

Schmerzhaft sind dabei vor allem Ausgaben für fehlende Infrastruktur, die das Volleyballteam selbst tragen muss. Wie beispielsweise für einen schnellen Internetanschluss in der Riethsporthalle. „Ein großes Problem könnte die Festlegung im Lizenzstatut werden, dass ab dem dritten Jahr der Ligazugehörigkeit, keine Fremdlinien auf dem Boden der Spielhalle zu sehen sein dürfen. Dafür brauchen wir einen etwa 30.000 Euro teuren Sportboden. Deren ca.100 kg schwere Rollen müssen nicht nur nach dem Spiel wieder aus der Halle nach draußen gewuchtet werden, sondern zudem zu jedem Spieltag für hohe Kosten neu verlegt und zwischenzeitlich eingelagert werden.“ Noch ein Jahr könnte der Neuling davon verschont blieben. Kosten, die Herzberg an anderen Stellen im Etat fehlen.

Sport sei eine kulturelle Bereicherung und gehöre zum öffentlichen Leben, deshalb muss sich auch die Kommunal- und Landespolitik dieses Themas annehmen, ist der ehemalige Trainer Herzberg überzeugt, der die Damen zum Aufstieg geführt hat und nun gemeinsam mit einem großen Stab an ehrenamtlichen Helfern die Fäden ziehen muss, die sich rund um den Spielbetrieb spinnen.

Die Arbeit, die in Erfurt geleistet wird, wird auch von der Liga anerkannt. „Ein gutes Zeichen war, dass uns die Supervisor der Volleyball Bundesliga für die Veranstaltungen, die sie bei uns beobachtet haben, durchweg positive Rückmeldungen gegeben haben“, erklärt Herzberg. Immerhin da können die Erfurter mit den Konkurrenten schon mithalten.

Zurzeit laufen Vorstellungsgespräche mit aussichtsreichen Kandidaten für die Position des Cheftrainers.

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