Mit dem Sport ein Stipendium fürs Auslandsstudium
Ganz großes Tennis

Im August beginnt die Erfurter Abiturientin Charlotte Ziegler ihr ­Studium in den USA. Für College, Kost und Logis muss Charlotte nicht zahlen. Das Vollstipendium hat sich die 18-Jährige mit Tennisspielen verdient.
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  • Im August beginnt die Erfurter Abiturientin Charlotte Ziegler ihr ­Studium in den USA. Für College, Kost und Logis muss Charlotte nicht zahlen. Das Vollstipendium hat sich die 18-Jährige mit Tennisspielen verdient.
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Mit dem Sport das Studium im Ausland finanzieren: Diesen Traum erfüllt sich die Erfurterin Charlotte Ziegler.

Das Schaf muss mit. Ihr Kuscheltier aus dem Urlaub in Irland hat Charlotte Ziegler ­bisher nur Glück gebracht. ­Deshalb ­begleitet es sie in den ­sonnigen Süden der USA. Im August beginnt die Erfurter Abiturientin dort ihr ­Studium. Für College, Kost und Logis muss Charlotte nicht zahlen. Das Vollstipendium hat sich die 18-Jährige mit Tennisspielen verdient.

„Ich komme aus einer Tennis­familie. Selbst meine Oma spielt noch.“ Schon mit fünf Jahren stand Charlotte auf dem Platz. Eine Profi­karriere stand trotz einiger Erfolge aber nie zur Debatte. Tennis sollte ­immer nur ein Hobby bleiben. Jetzt ermöglicht ihr der Sport noch ganz andere Möglichkeiten.

„Das ist perfekt für mich.“

Einfach mutig um ein Stipendium beworben hat sie sich mit einem zehnminütigen Video, in dem sie ihr Talent unter Beweis stellte. Gleich mehrere Universitäten meldeten sich. Am Ende fiel ihre Wahl auf die „McNeese State University“ in Lake Charles. Das Städtchen im US-Staat Louisiana ist etwa zwei Stunden Fahrt von Houston entfernt. „Das ist perfekt für mich. Denn mein Bruder lebt in Houston. Dann bin ich nicht ganz allein.“ Schon er spielte am College Tennis, graduierte, fand Freundin, Job und neue Heimat.

Durch ihre Besuche beim Bruder kennt Charlotte die Region schon ganz gut. „Aber natürlich ist es ganz anders, wenn sich mein ganzes Leben dort abspielt.“ Allein im vergangenen Jahr war sie dreimal in den USA – darunter eine Sprachreise, um ihr Englisch zu verbessern. Denn auf dem Zeugnis war die Fremdsprache nicht gerade ihre beste Note. „Aber ich bin ja dann umgeben von Englisch sprechenden Leuten. Ich bin also gezwungen, Englisch zu reden“, sagt sie selbstbewusst. Wichtiger als die Abitur-­Noten war ohne­hin, den ­Eignungstest für die Auf­nahme an den US-Universitäten zu bestehen.

Charlotte zieht zu ihrem künftigen Tennisteam in die Wohngemeinschaft. Die anderen Studentinnen der WG kommen ebenfalls aus Europa. Die Thüringerin studiert „Criminal Justice“. Was wie eine Fernsehserie klingt, bedeutet „Strafrechts­pflege“. Mit der internationalen Erfahrung und dem Wissen an Kriminologie und dem US-Recht stehen ihr zurück in Deutschland viele Türen offen, glaubt die Thüringerin. Für ein Jurastudium oder für einen Beruf beim Bundes­kriminalamt zum Beispiel. „Das interessiert mich sehr.“

Schon morgens 26 Grad

Das Vollstipendium gilt zunächst für ein Jahr. Damit es verlängert wird, denn das Studium dauert vier Jahre, muss sie die geforderte Leistung vollbringen. Damit dies klappt, trainiert sie künftig jeden Tag bis zu zweieinhalb Stunden Tennis. Hinzu kommen Athletik-Training und Turniere am Wochenende. „Es wird sehr anstrengend, aber ich freue mich auch darauf.“ Während sie in Deutschland das schlechte Wetter immer wieder in die Halle treibt, wird sie in den USA nur noch draußen spielen. „Schon morgens sind es dort 26 Grad. Ich hoffe, dass ich mich an das heiß-feuchte Klima gewöhne.“

Am meisten freut sie sich auf die Tennisturniere gegen die anderen US-­Universitäten und die Unterstützung ihrer Kommilitonen. „Es gibt dort diesen ganz besonderen Team-Spirit. Dieses Gefühl ist vollkommen anders als in Deutschland und hier im ­Verein.“ Aber auch den ­typischen US-Feiertag Thanksgiving im Herbst kann sie kaum erwarten. Und dann kommen auch noch die Frühlingsferien, wenn es im nur drei Autostunden entfernten New Orleans wild zugeht. „Spring Break ist ein großes Ding. Wir ­bekommen alle frei. Mal sehen, was die anderen ­machen“, sagt sie und lächelt.

Am meisten vermissen wird sie neben ihrem Freund, den Freunden und der Familie, die sie über Weihnachten aber schon wiedersehen wird, vor allem die gesunde Küche. „Ich mache dort zwar viel Sport. Doch ich greife gerne mal zu Pommes“, sorgt sie sich um ihre schlanke Figur.

Sich um ein Stipendium zu bewerben, kann sie nur jedem empfehlen. Wer eine Sportart intensiv betreibt, kommt so auch ohne Elite-Abitur ins Ausland und kann nebenher weiter seinem Hobby frönen. „In Deutschland wäre dies unmöglich.“

Kontakt:
jomi-­sportscholarships.de:
Die Agentur hat ­Charlotte Ziegler das Sport­stipen­dium in den USA ­vermittelt.

www.stw-t­hueringen.de/deutsch/finanzen/stipendien:
Hier finden Interessierte die elf wichtigsten Stiftungen und Einrichtungen, die Stipendien zur Studienförderung vergeben. Sie alle werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

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