Kabinenpredigt RWE vs. Heidenheim

Foto: Axel Heyder

Zwölfter Mann muss mit

RWE baut auf die Unterstützung der Fans im Spiel gegen Heidenheim, das ein unbequemer Gegner ist

Von René Arand

Die RWE-Fans schwärmen, was das doch für tolle Wochen gewesen sind: Erst hat der RWE den Spitzenreiter geschlagen und eine Woche später kam der grandiose Derbysieg unterhalb der Kernberge. Das macht natürlich Appetit auf mehr.

Und es gibt Nachschlag. Nach der Spielpause, in der die Akkus hoffentlich wieder voll aufgeladen wurden, erwarten die heimischen Hausherren einen unbequemen Gegner. Mit den Gästen von der Brenz kommt eine spielstarke Mannschaft nach Thüringen, die vorne gern ein paar Tor erzielt, aber hinten auch gern mal eins fängt. Bis vor ein paar Wochen sind die Heidenheimer noch im Rennen um Platz drei und vier gewesen. Eine kleine Schwächephase mit Niederlagen warf sie jedoch im Kampf um diese Plätze zurück. Rechtzeitig zum Gastspiel in Erfurt aber kommen sie wieder in Form. Der im zweiten Drittligajahr befindliche FCH trotzte den Dresdner Dynamos immerhin ein Remis ab – aus Sicht der Erfurter war das gut.

Die Gastgeber sollten vor allem auf die Offensivstärke der Baden-Württemberger um Mayer und Schnatterer aufpassen. Beide erzielten in der bisherigen Saison zusammen 30 Tore. Ein gutes Team, um Trainer Frank Schmidt, dessen Vertrag die Verantwortlichen kürzlich bis 2015 verlängerten, kommt da in das Steigerwaldstadion. Fast wie eine Parallele verlängerte auch auf Seiten der Rot-Weißen der Cheftrainer nach kurzen Verhandlungen seinen Vertrag. Dadurch bleibt Stefan Emmerling dem Verein weitere zwei Jahre erhalten.

Die Verhandlungen um die Spielverträge verlaufen nicht ganz so schnell. Ein wenig Verständnis sollten die Fans auch für die Spieler haben, die mit ihrer Entscheidung, wohin die sportliche Reise in Zukunft gehen soll, noch warten wollen.

Nicht mehr an Bord ist der ehemalige Sportdirektor Rainer Hörgl, bei dem der Kontrakt vor einer Woche vorzeitig aufgelöst wurde. Die Nachfolge tritt der ehemalige RWE-Kicker Torsten Traub an. Viel Glück ist ihm bei dieser reizvollen, aber auch nicht leichten Aufgabe zu wünschen.

Nicht leicht wird es auch am Samstag. Der Trainer hat die Qual der Wahl im Abwehrverbund – und damit fast ein Luxusproblem. Es stellt sich die Frage, wer neben Jens Möckel in der Innenverteidigung spielen wird? Tom Bertram oder Dennis Hillebrand? Da auch die Außenverteidiger mit Malura (rechts) und Stenzel (links) gesetzt sein dürften.

Im Sturm könnte Derbyheld Drexler von Beginn an spielen, sollte Semmer wegen seiner Verletzung nicht rechtzeitig fit werden. Wer die Mannschaft zum Sieg peitschen möchte, sollte sich unbedingt auf den Weg ins Stadion machen und erst später vor dem Fernseher genießen. Die Unterstützung durch den zwölften Mann ist wichtig. Neben angekündigtem schönen Wetter, könnte ein Anreiz sein, dass die ­Stehplatzpreise dank der tollen und friedlichen Unterstützung beim Derby um 1 Euro gesenkt werden.

Autor:

Lokalredaktion Erfurt aus Erfurt

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