Die Rückkehr der Ringer
RSC will Tradition aufleben lassen

Beim Ringen ist ein sogenannter Schultersieg das ersehnte Ziel. Doch das gelingt nicht immer, oft muss sich ein ­Ringer mit Punkten zum Sieg kämpfen. Das Foto zeigt den zweifachen Thüringer Meister Dean Poprawa (in rot) in einem ­Trainingskampf mit Jeremy Näder, beide vom RSC Erfurt e.V.
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  • Beim Ringen ist ein sogenannter Schultersieg das ersehnte Ziel. Doch das gelingt nicht immer, oft muss sich ein ­Ringer mit Punkten zum Sieg kämpfen. Das Foto zeigt den zweifachen Thüringer Meister Dean Poprawa (in rot) in einem ­Trainingskampf mit Jeremy Näder, beide vom RSC Erfurt e.V.
  • Foto: Helke Floeckner
  • hochgeladen von Helke Floeckner

Der junge Verein RSC Erfurt e.V. möchte ­die einstige Ringertradition in Erfurt wieder aufleben lassen:

Es war ruhig gewordenum die Erfurter Ringer. Dabei gab es einst zwei große Vereine mit starken Sportlern. Der damalige „RSC“ kämpfte nach der Wende sogar in der zweiten Bundesliga mit. Doch Mitte der 90er-Jahre löste sich der Verein auf, man hörte nur ­vereinzelt noch vom ­Ringkampf in kleineren ­Sektionen. 20 Jahre Ringerpause in Erfurt.

Doch das ist vorbei. Mit der Vereinsgründung vom Ringer Sport Club Erfurt e.V. (RSC) vor etwas über einem Jahr haben ein paar Kämpferherzen ihrer Sehnsucht nach dem geliebten Sport endlich wieder nachgegeben. Allen voran Ringer-Familie ­Poprawa. „Ich war zwar nie Ringer, habe aber durch meine Frau und ihren Vater diesen Sport kennen- und liebengelernt“, gesteht Vereinsvorsitzender Robert Stelz-Poprawa, ­inzwischen selbst ­Übungsleiter. Vor allem aber von seinem ­Schwiegervater und Trainer Peter Poprawa können die Nachwuchsringer eine Menge lernen, war dieser doch einst DDR-Spartakiadesieger und bester Ringer dort, Mitglied im Nationalteam und Erfurter Bundesligakämpfer.

Nun ist Poprawa ­Senior wieder ganz in seinem ­Element, freut sich Tochter Franzisca, die gute Seele im Verein. Gemeinsam mit ihrem Onkel Mario, dem Diskus-Paralympicssieger Andreas Müller und zwei anderen Trainern wollen sie Ringer in drei Altersgruppen – die Kleinen ab fünf Jahre, fortgeschrittene Kinder und die Erwachsenen – ausbilden und bei Wettkämpfen vorn mitreden lassen. Ihr erklärtes Ziel dabei ist es, dem Ringen im griechisch-römischen wie im Freistil in der Landeshauptstadt zu alter, neuer Popularität zu verhelfen.

„Es war schwierig, Räume für den Verein zu finden, in eine Sporthalle hineinzukommen hatten wir gar keine Chance“, erinnert Robert Stelz-Poprawa an den schwierigen Beginn. Doch in der ehemaligen ­Parteischule haben die Thüringer ­Mattenwölfe, wie sie sich auch nennen, ihre „kleine Ringerhöhle“ gefunden. Zwar fehlen noch Duschen, „aber wir arbeiten dran“, verspricht der Vereinsvorsitzende.

Dafür läuft‘s bei den ­Trainingseinheiten in der Woche wie am Schnürchen. Obwohl Training heute ein wenig anders aussieht als vor Jahrzehnten. „Beim Ringen ist der turnerische Anteil sehr groß. Doch viele Kinder scheinen das im Schulsport kaum noch zu lernen. Rolle vorwärts oder Kopfstand kann kaum einer“, kritisiert Trainer Andreas Müller. Haben sie das ihren Schützlingen beigebracht, können sie das Ringen ­erlernen. „Eine ­wunderschöne Sportart, bei der man sich kräftemäßig messen kann, sich nicht weh tut. Beim Training wird wirklich jeder Muskel beansprucht, und es gibt Hunderte Möglichkeiten, einen Kampf zu gestalten, nicht immer nur denselben Bewegungsablauf“, gerät Müller ins Schwärmen.

Dass in der ­Trainingsstätte des Ringer Sport Clubs neben der familiären ­Atmosphäre auch Chemie und die Vermittlung von Wissen und Können stimmen, zeigen die überraschenden Wettkampfergebnisse des noch jungen Vereins. „Wir haben bei allen Wettkämpfen bisher gut abgeschnitten, auch bei einem internationalen ­Turnier als beste Thüringer“, ist Robert Stelz-Poprawa zu Recht stolz. Wie auch auf ­Sohnemann Dean, der zweifacher Thüringer Meister ist und bald bei den Mitteldeutschen Meisterschaften antritt. Auch die Mädchen des Vereins holten schon mehrere Siege und machen Hoffnungen auf baldige ­Meisterschaftsmedaillen. „Was hier in kurzer Zeit passiert ist, ist schon der Hammer“, bringt es Andreas Müller auf den Punkt.

Vielleicht, so gestatten sich die Poprawas und Co. einen Traum, gelinge es ihnen, in ein paar Jahren eine Männermannschaft aufzustellen, die in der Landesliga mitkämpft. Aber in erster Linie sind erst einmal Kinder und Jugend-
liche willkommen, die Ringen als ihren Lieblingssport entdecken möchten. Oder gern auch ehemalige Ringer, die sich hier treffen, um ein wenig zu trainieren und in alten Zeiten zu schwelgen.

Trainingszeiten:

Anfänger & Bambini: Montag 16 – 17 Uhr, Donnerstag 16.30 – 17.30 Uhr

Fortgeschrittene Kinder: Montag 17 – 18.30 Uhr, Mittwoch 17 – 18.30 Uhr

Erwachsene:Montag 19 – 21 Uhr, Mittwoch 19 – 21 Uhr

Ort: Werner-Seelen­binder-Straße 14 in Erfurt (ehemalige Parteischule)

Kontakt & Infos: www.ringen-erfurt.de, E-Mail: kontakt@ringen-erfurt.de, Telefon 01 76 / 477 111 01

Autor:

Helke Floeckner aus Erfurt

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