Museum ohne Haus - das Elektromuseum
Der Traum vom Landesmuseum auf dem Petersberg

Stephan Hloucal im riesigen Depot des Museums, das mehrere Hunderttausend Objekte beherbergt,
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  • Stephan Hloucal im riesigen Depot des Museums, das mehrere Hunderttausend Objekte beherbergt,
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Das Elektromuseum in Erfurt lagert seine Bestände seit Jahren nur im Depot, Dabei könnte es an anderer, präsenter Stelle neu entstehen.

"Würden wir ­sämtliche ­Exponate zählen, kämen wir auf mehrere Hunderttausend“, ist sich Stephan Hloucal sicher, nach dem Inhalt des Erfurter Elektromuseums befragt. Das mit dem Zählen ist derzeit eher ­schwierig – nachdem es das Haus als wirkliches Museum bis 2012 in der Schlachthofstraße gab, warten die Sammler­stücke seitdem im Depot am Güterbahnhof auf bessere, wieder ansehnliche Zeiten.
Als Stephan Hloucal 1990 mit Gleichgesinnten den Verein Thüringer Museum für Elektrotechnik e. V. gründete, hatten sie sich auf die Fahnen geschrieben, das technisch-kulturelle Erbe für spätere Generationen zu bewahren. Als Grundlage für die Sammlung diente die elektronische Messtechnik aus dem Erfurter Funkwerk, in diesem Bereich des Betriebes hatte Stephan Hloucal zuvor gearbeitet. „Wir haben die komplette Sammlung aller von 1948 bis 1991 dort hergestellten Geräte“, ist er stolz auf die zusammengetragene Messtechnik.

Aber auch die Sammlungen von Hochvakuum­elektronik, von einst in Thüringen hergestellten Radios, von elektronischer Energie- und Nachrichtentechnik sowie die riesige Archivbibliothek und unzählige weitere Exponate sind nicht nur bewahrens- und sehenswert, sondern zum Teil europaweit einzigartig. Mehr noch, sie erzählen auf ihre Weise Geschichte.
Die unbedingt bewahrt und ­weitererzählt ­werden muss, sind sich die 56 Vereinsmitglieder einig. Sie wissen auch, wie sie das am liebsten tun möchten.

Der Traum: Landesmuseum für Industriegeschichte

Ihr Traum ist es, gemeinsam mit anderen Partnern in der ­einstigen ­Defensionskaserne auf dem Petersberg ein ­Landesmuseum für ­Industrie- und Technik­geschichte zu etablieren. „Wir haben in Thüringen eine sehr interessante ­Industriegeschichte“, weiß der ­Vereinsvorsitzende und wünscht sich, dass Erfurt in Zukunft nicht nur mit mittelalterlicher Geschichte und dem jüdischen Erbe, sondern auch mit Technik punktet. Das würde Stadt und Land gut zu Gesicht stehen. Neben der Präsentation und der Beschreibung der Exponate wäre in einem solchen Museum auch viel Raum für mehr. „Wir möchten Brücken bauen zur modernen Technik oder auch mit einem Schülerlabor jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich kreativ zu entfalten und Technik für sich zu entdecken“, wirft Hloucal einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Der Verein und die in Gründung befindliche Stiftung seien bereits in Gesprächen mit dem Kulturminister, werben fleißig um weitere Verbündete. „Was wir da wollen, gehört unbedingt zur Landesgeschichte und wäre eine ideale Ergänzung zu einem kulturgeschichtlichen Landesmuseum“, ist Stephan Hloucal überzeugt.

»www.elektromuseum.de

Autor:

Helke Floeckner aus Erfurt

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