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Braucht Stadtilm eine Umgehungsstraße? Am Sonntag wird per Bürgerentscheid abgestimmt

16. Oktober 2011
..., Stadtilm
Käme die Umgehungsstraße, so würde die Straße am „Hund“ als Trasse zwischen Stadtilm und Rudolstadt ihre Bedeutung verlieren.
Käme die Umgehungsstraße, so würde die Straße am „Hund“ als Trasse zwischen Stadtilm und Rudolstadt ihre Bedeutung verlieren.
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Ortsumfahrung – ja oder nein? Diese Frage spaltet die Bevölkerung von Stadtilm. Und zwar seit Jahren. Nun hat die Stadt ein Bürgerbegehren zugelassen. Am Sonntag dürfen die Stadtilmer darüber abstimmen, ob zukünftig eine Straße von Oberilm zum Friedhof verläuft, die ein Naturschutzgebiet
mindestens tangiert und keine hundert Meter an neu gebauten Eigenheimen
vorbeiführt.
Antragsteller ist der Stadtilmer Jörg Meißner, der die Innenstadt mit Weimarischer Straße, Markt und Straße der Einheit vom Verkehr zumindest
entlastet sehen will. Er und seine Mitstreiter – Anwohner und Gewerbetreibende – befürchten eine Zunahme des Verkehrs, vor allem
des Schwerlasttransportes. In der Umfahrung sehen sie Vorteile wie geringes Unfallrisiko, weniger Lärm und Straßenschäden, Ärzte erhoffen sich eine bessere Anbindung der Rettungsdienste.
Der Stadtrat hatte aus verschiedenen Gründen die von Planern vorgeschlagene
„Variante 3.1“ (Oberilm - Friedhof) abgelehnt, weil sie keine wirkliche Umfahrung darstelle. Besser sei es, die Verkehrsentwicklung nach Fertigstellung der B 90 abzuwarten, die den Raum Rudolstadt bei Traßdorf mit
der A 71 verbinden wird.
Für Christian Bürger, Vorstandsmitglied der Stadtilmer CDU, ist es mit der Abstufung von Bundes- zu Landes- und Landes- zu Kreisstraßen nur
noch eine Frage der Zeit, bis Stadtilm an Durchgangsverkehr erheblich verliert. „Dann wird es in der Stadt nicht nur ruhiger, es treten auch wirtschaftliche und soziale Folgen zutage“. Kleine Unternehmen und die Gastronomie profitierten nicht zuletzt von der guten Anbindung Stadtilms.
„Für die Pseudo-Umgehung müssen zwei Brücken gebaut und fünf Millionen
Euro an Steuergeldern ausgegeben werden“, schimpft eine Anwohnerin, die dann keine 50 Meter von der Straße entfernt wohnen würde. „Ich stimme am Sonntag garantiert mit Nein!“
Was den Ausbau der (bereits in Teilstücken existierenden) zukünftigen und heiß ersehnten B 90 von Nahwinden bis Traßdorf betrifft, so ist dort in nächster Zeit nichts zu erwarten. „Zwar hat der Bund zugestimmt und das Teilstück in seine Bedarfsplanung aufgenommen“, bestätigt Daniel Kronenberg,
Vize-Pressesprecher des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr mit Sitz in Erfurt. „Doch steht bis 2015 dafür kein Geld zur Verfügung. Danach wird man weitersehen".

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Autor: Jana Scheiding
aus Arnstadt
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