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Die Kirchenfahnen sind gehisst - auf zur 305. "Schmittfeller Kärmes"!

26. August 2011
..., Schmiedefeld am Rennsteig
Undenkbar - eine Kirmes ohne Tanz.
Undenkbar - eine Kirmes ohne Tanz. (Foto: privat)
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Es ist noch die Zeit der Hundstage (23. Juli – 23. August), der Übertritt der Sonne in das Zeichen des Löwen bis zum Eintritt in das Zeichen der Jungfrau. Man verbindet diese Zeit auch mit sommerlichen bis heißen Wetter und einer reichlichen Heuernte. In diesem Monat August (26. bis 28.) feiern die drei Orte Frauenwald, Stützerbach und Schmiedefeld ihr Kirchweihfest. Der Ursprung liegt in der jeweiligen Weihung ihrer Kirche. Als äußerliche kirchliche Zeichen der Kirmes gilt das Heraushängen der Kirchenfahne. Auch wenn sich der Schlachtruf der drei Kirmesgesellschaft gleichen, klingt er durch die unterschiedlichen Mundarten anders. Die Frauenwälder eröffnen den Reigen am ersten Wochenende des Monats mit ihren Schlachtruf ,,Siebze - ochze - näünze Stimmung Kermes!" Dann folgen die Stützerbächer mit ihrer Besonderheit, der preußischen und der weimarischen Seite. Ihr Schlachtruf lautet ,,Sibze, achze, neinze - Stimmung Kärmes".
Die älteste Kirmes feiern die Schmiedefelder. Vor 305 Jahren, 1706, wurde die neu erbaute Fachwerkkirche, rechts an der Straße nach Suhl, eingeweiht. Seit dieser Zeit ist es ein kirchliches Gesetz, dass am Montag nach Bartholomäi (24. August), also in der 3. oder 4.Woche des Monats die Schmiedefelder Kirmes stattfindet. Ihr Kirmesruf lautet: „Sieweze, oachdze, naünze, Stimmung Kärmes“. Jahrzehnte führte den Kirmeszug ein Tanzbär an. Eine andere weitere Eigenheit hatte die Schmiedefelder Kirmes in der Vergangenheit gegenüber den anderen beiden Ortschaften, so lud zum Schützen- und Kirchweihfest die Direktion der privilegierten Schützengilde zur Volksbelustigung aller Art ein. Und der Schützenwirt Max Hertrich empfahl dem hiesigen und auswärtigen Publikum warme und kalte Speisen in großer Auswahl, sowie Schmiedefelder Pilsener und Vollbier sowie gut gepflegte Weine.
Bis in den 70er Jahren erfreute sich groß und klein, zuerst am Schießhaus und später auf dem kleinen Sportplatz, an einem großen Jahrmarkt mit zahlreichen Schaustellern. Da lockten das Riesenrad, Ketten- und Kinderkarussell, Autoskooter, Schieß- und Losbuden, Stände mit Eis und Zuckerwatte sowie zahlreiche andere Händler. Die Schmiedefelder Kirmes war weit über die Grenzen bekannt. Vor neun Jahren kehrte man zu einer sehr alten Tradition zurück. So eröffnet seit 2002 am Freitagabend nach dem Läuten der Glocken um 18 Uhr Pfarrer Söllig die "Schmittfeller Kärmes".

Programm:
Eröffnet werden die drei tollen Tage am Freitag, 18 Uhr, an der Erlöserkirche.
Anschließend tritt man zum Gaudiwettkampf gegeneinander an. 21 Uhr beginnt
dann die Kirmesparty mit der Schlagercombo „Itschon Titschy“.
8.30 Uhr dürfen sich die Schmiedefelder am Samstag auf Ständchen freuen. Am
Abend ist 20 Uhr Kirmestanz mit der „Partyband Hess“.
10 Uhr beginnt am Sonntag der Gottesdienst in der Erlöserkirche. Am Nachmittag dürfen Schaulustige die Straßen säumen, wenn der Umzug durch den Ort zieht. Gegen 14. 30 Uhr startet dann die Kinderkirmes.
Veranstaltungsort: Haus am Hohen Stein

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Autor: Lokalredaktion Ilmkreis
aus Arnstadt
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