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Nackt, aber nicht bloßgestellt: Viel beachtete Newton-Schau in Apolda

9. Januar 2011 um 15:00
Kunsthaus Apolda Avantgarde, 99510, Apolda
American Vogue Monaco, 1996: Helmut Newton wagte einen außergewöhnlichen Blick aufs Weibliche. Foto:  © Helmut Newton Estate
American Vogue Monaco, 1996: Helmut Newton wagte einen außergewöhnlichen Blick aufs Weibliche. Foto: © Helmut Newton Estate (Foto: © Helmut Newton Estate)
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Aufreizend sitzt sie am Tisch, trinkt gierig aus dem Wasserglas, eine Brust entblößt. Und doch ist die Frau nicht bloßgestellt. Obwohl nackt im öffentlichen Raum strahlt sie Selbstbewusstsein aus. So hat Helmut Newton die Frauen gesehen. Als starke Geschöpfe.
Dem weltberühmten Fotografen, geboren 1920 in Berlin, ist oft Frauenfeindlichkeit unterstellt worden. Chauvinistisch sei er, rassistisch gar. So manche Aufregung um seine Aktbilder hat sich mittlerweile verflüchtigt. Nackte Körper gehören wie selbstverständlich in unsere heute so freizügige Welt. Geblieben aber ist die Faszination, die seine Bilder erzeugt. Das beweisen auch die Besucherzahlen, die das Kunsthaus Apolda Avantgarde derzeit vermelden kann. Dort ist noch bis zum 27. März ein repräsentativer Querschnitt durch das künstlerische Werk Helmut Newtons zu sehen: insgesamt 75 Fotografien, allesamt Leihgaben der Sammlung MAP aus dem Museum der Moderne Salzburg. Über 4000 Besucher haben sich die Schau seit ihrer Eröffnung am 9. Januar bereits angesehen.
Die Apoldaer -Ausstellung zeigt Frauen, die sich in ihrem Körper wohlfühlen, sich ihrer Präsenz sehr wohl bewusst sind. In ihrer wie selbstverständlich wirkenden Nacktheit bauen sie aber zugleich eine Distanz zum Betrachter auf. Newtons Modelle sind keine schnell verfügbaren Objekte. Fetische wie Masken, Sattel, Pelze lassen die Frau als den aktiven Part erscheinen.
Nicht entkräftet werden kann hingegen der Vorwurf an Newton, sexistisch zu sein. Denn Sexualität steht nun einmal ganz bewusst im Vordergrund seines Schaffens. Die Wertungshoheit über die Bilder allerdings liegt allein beim Betrachter.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Montag nach Vereinbarung
Kontakt: 03644/51 53 64; info@kunsthausapolda.de; www.kunsthausapolda.de

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Autor: Simone Schulter
aus Weimar
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