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Bericht von der Occupy-Thüringen-Demo "Viele Kerzen für die Demokratie"

15. Januar 2012 um 16:00
Anger, 99084, Erfurt
Die Guy-Fawkes-Maske als Symbol des Widerstandes der weltweiten Occupy-Bewegung
Die Guy-Fawkes-Maske als Symbol des Widerstandes der weltweiten Occupy-Bewegung
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Erfurt, 15. Januar 2012:
Als Teil des weltweiten Aktionstages der Occupy-Bewegung fand die Thüringer Demonstration in Erfurt unter dem Motto
"Viele Kerzen für die Demokratie" statt.

Ziel der Demo war es, für ein solidarisches, demokratisches, friedliches und offenes Europa einzutreten. Es geht darum, mit vermeintlichen "Sünderstaaten" Solidarität zu üben, ihnen nicht eine menschenunwürdige Politik aufzudrücken, sondern die Ursachen dafür klar zu benennen: Spekulationen gegen Volkswirtschaften, Wirtschaftslobbyismus und Korruption, Währungsfehlkonstruktionen, Steueroasen und überhaupt die fatale Möglichkeit, Geld aus Geld zu machen, anstatt das Geld auf Arbeit und Gemeinnutz beruht!

Klar benannt wurde die besonders negative Rolle Deutschlands mit seiner Niedriglohn- und Sozialkürzungspolitik und den daraus resultierenden Exportüberschüssen, die andere Länder kaputtkonkurriert.
Es geht weiter darum, die ungerechte Eigentumsverteilung zu stoppen und umzukehren. In Deutschland beträgt das Privatvermögen etwa das Doppelte der Staatsverschuldung und dennoch muß die geringbesitzende Mehrheit das Gros der Lasten tragen.

Weitere Gefahren sind der galoppierende Demokratie-Abbau insbesondere in den "Schulden"-Ländern, welcher bereits faschistische Tendenzen zeigt (Griechenland, Ungarn), der Raubbau an der Natur durch den weiterhin herrschenden Wachstumszwang, die systematische Ausbeutung und Ausgrenzung von Entwicklungsländern, z. B. in Afrika, und die Intransparenz politischer Entscheidungen im Zuge der Krisen"bewältigung", auch in Thüringen.

Vor der Staatskanzlei wurde deshalb in Redebeiträgen mehrerer Unterstützergruppen Bezug genommen auf die demokratiefeindliche und intransparente Politik der Thüringer Landesregierung.

Zitat aus dem Beitrag von ATTAC Erfurt:
"Es gibt alternative Ökonomien und Ökonomen, solidarische und demokratische Wirtschaftsansätze, die auf Kooperation beruhen statt auf Konkurrenz; es gibt vernünftig wirtschaftende und non-profit-orientierte Banken. Sie gilt es zu unterstützen, ihnen gilt es Gehör zu verschaffen!"
Ein Beispiel dafür ist die von ATTAC bereits seit 1998 geforderte Finanztransaktionssteuer.

Trotz des Sonntagnachmittags sowie der Januartemperaturen waren etwa 150 Menschen gekommen. So klein fing es auch in Madrid zunächst an, bis es schließlich eine Million wurden...
Die nächste Bündnisdemo der Occupy-Bewegung ist für den 15. Mai geplant.

Links:
> occupytogether.org
> occupy-thueringen.de

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Autor: Frank Bernhardt
aus Jena
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