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Der Quellenwert der Stasi-Akten für die zeitgeschichtliche Forschung - Die Herrschaft im Alltag am Beispiel der MfS-Kreisdienststelle Nordhausen

22. Juli 2015 um 18:00
Collegium Maius, 99084, Erfurt
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Vortrag und Gespräch

In der DDR kam der Stadt und dem Kreis Nordhausen eine enorme wirtschaftliche und strategische Bedeutung zu. Diese spiegelte sich auch in der personellen Ausstattung und Tätigkeit der MfS-Kreisdienststelle Nordhausen wider. 50 hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter waren vor allem zur Überwachung wichtiger Industriebetriebe und zur Sicherung des 36 Kilometer langen Grenzabschnittes im Südharz eingesetzt. Im Kreis Nordhausen gab es rund 300 Inoffizielle Mitarbeiter (IM), sie trafen sich mit ihren Führungsoffizieren in rund 30 konspirativen Wohnungen, unter anderem um Spitzelberichte zu Protokoll zu geben oder neue Anweisungen einzuholen.

Die BStU-Forscherin Dr. Hanna Labrenz-Weiß zeigt in ihrem Vortrag, wie die SED-Herrschaft in Nordhausen funktionierte, welche Rolle der Staatssicherheit dabei auf lokaler Ebene zukam und welche Mechanismen der Disziplinierung konkret angewendet wurden. Rund 1.500 MfS-Akten zum Kreis Nordhausen wertete die Forscherin dazu aus. Es handelt sich um eine sehr breit angelegte wissenschaftliche Arbeit zu einem gut überlieferten und vollständig erschlossenen Bestand.

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Autor: Anja Stötzer BStU, Außenstelle Erfurt
aus Erfurt
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