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DomStufen-Festspiele mit Verdis "Troubadour"

10. August 2017
Domplatz, 99084, Erfurt
Jürgen R. Weber inszeniert den "Troubadour" auf den Domstufen. Der Regisseur ist Erfurt-Liebhaber, seine Inszenierungen für das hiesige Theater ("Robin Hood" und "Molly Eyre") sind dem Publikum in sehr guter Erinnerung.
Jürgen R. Weber inszeniert den "Troubadour" auf den Domstufen. Der Regisseur ist Erfurt-Liebhaber, seine Inszenierungen für das hiesige Theater ("Robin Hood" und "Molly Eyre") sind dem Publikum in sehr guter Erinnerung.
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Gefühle in Musik gegossen: Die Erfurter DomStufen-Festspiele haben in diesem Jahr Verdis "Troubadour" zum Inhalt.

Eine bessere Kulisse für den „Troubadour“ kann sich Jürgen R. Weber kaum vorstellen. Schließlich spielt Verdis Oper um 1400, zu genau jener Zeit, in der der Erfurter Dom in seiner heutigen Form gebaut wurde. Beste Voraussetzungen also für das sommerliche Freiluft-Theatervergnügen, DomStufen-Festspiele und der Troubadour passen wunderbar zueinander. „Es ist ein Stück, das einfach hierher gehört“, ist Generalintendant Guy Montavon mit Jürgen R. Weber einer Meinung.

Doch noch mehr als die steinerne Kulisse des Dom-Ensembles beeindrucht Regisseur Weber der Troubadour selbst. „Für mich der Inbegriff der Oper“, schwärmt er und sehnt den Sommer herbei. Das Stück, dessen Handlung eher schwierig zu verstehen ist, transportiert die ganz großen Gefühle. Liebe, Rache, Tod, Eifersucht, Intrigen - nichts Menschliches ist Verdis Werk fremd. „Es werden extreme Seelenzustände in Musik gegossen“, weiß Jürgen R. Weber um intensive Klänge, die von den Sängern alles fordert. Schon Enrico Caruso soll einmal gesagt haben, es sei ganz einfach, den „Troubadour“ zu besetzen - man solle einfach die vier weltbesten Sänger dafür nehmen.

“Die musikalischen Bilder werden noch lange bleiben“, ist sich auch Samuel Bächli, der die musikalische Leitung der Aufführung übernimmt, der Wirkung des Gehörten, seiner Tongewalt sicher. Er spricht von einem eminent theatralischen Stück, das äußerste Emotionen mit Musik erzählt. „Es geht eben immer um die Sehnsucht nach großen Gefühlen, das ist Oper“, stimmt ihm der Regisseur zu.

Nicht nur für Ensemble, Chor und Orchester wird die diesjährige Inszenierung zu einer willkommenen Herausforderung. Ausstatter Hank Irwin Kittel stand vor der Aufgabe, mehrere Schauplätze auf die Domstufen zu bringen. „Wir haben es mit vielen Orten der Handlung zu tun, die noch dazu schnell wechseln“, verrät er. Ein effektvoller Trick - die Zuschauertribüne wird etwas verdreht aufgebaut, ermöglicht so einen Panoramablick.

Start für den „Troubadour“ auf den Domstufen ist der 10. August. Theater-Generalintendant Montavon spricht den Beteilgten aus dem Herzen: „Ich freue mich wahnsinnig auf diese Premiere!“

Der Troubadour:

Minnesänger, Hexenverbrennung und blutige Glaubenskriege - Verdis beliebte Oper spielt in der düsteren Welt des Mittelalters. Der Troubadour Manrico verführt mit seinen Ständchen die Gräfin Leonore. Damit macht er sich aber auch den Grafen Luna zum Feind, der ebenfalls in Leonore verliebt ist. Es kommt zum Duell der Rivalen. Besonders brisant wird die Geschichte durch Manricos Mutter, die Zigeunerin Azucena. Sie enthüllt eine alte Geschichte, nach der ihre Mutter dem Bruder Lunas einst die Zukunft voraussagte und dafür als Hexe verbrannt wurde. Um ihre Mutter zu rächen, entführte Azucena den Thronfolger und warf ihn in die Flammen. Unschuldig wird Leonore in diese Familienfehde hineingezogen, und zwischen Liebe, Eifersucht, Rache und Intrigen entwickelt sich ein immer komplexer und dramatischer werdendes Szenario.

Wissenswertes:

Ihre große Popularität gewann diese Oper schon kurz nach der Uraufführung 1853 in Rom. Innerhalb von nur drei Jahren erreichte sie 229 Neuproduktionen weltweit, die begeisterte Zuhörer fanden. Giuseppe Verdi war selbst am meisten von der geheimnisvollen Figur der Zigeunerin gefesselt und schuf davon inspiriert ein Meisterwerk der Ausdruckskraft und feinen Charakterisierung. Der für seine Musik typische reiche Melodienstrom wird hier durch musikalisch effektvolle und eindrucksvolle Stimmungsbilder an den dramatischen Brennpunkten ergänzt. Die vielfältigen und düsteren Handlungsorte wie Festung, Kloster und Kerker scheinen wie gemacht für die stimmungsvolle Kulisse der Erfurter Domstufen.

Termine:

Premiere 10. August, bis 27. August 15 weitere Aufführungen. „Domino - DomStufen-Festspiele für Kinder“ zeigt in diesem Jahr „Das Dschungelbuch“.

Karten: 0361/ 22 33 155, www.theater-erfurt.de

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Autor: Helke Floeckner
aus Erfurt
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