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Herrliches Badewetter! Die Geraer Elsterrobben treffen sich jeden Samstag am Strandbad Aga zum Eisbaden

21. April 2012 um 13:00
Strandbad Aga, Gera
Dieter Portius
Dieter Portius
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Es ist ruhig am Strandbad Aga. Einige Wildenten ziehen unbekümmert ihre Bahnen auf dem Wasser. Irgendwo in der Ferne werkelt jemand an seinem Bungalow. Kein Kindergeschrei. Keiner nascht Pommes. Kein Wunder: Es ist Winter!

Doch die Ruhe trügt. In einem Wohnwagen wird die Heizung angeschmissen. Samstag, 13 Uhr. Nach und nach gesellen sich gestandene Männer und Frauen um das Campingmobil. Aber anstelle, sich es im Warmen gemütlich zu machen, ziehen sie sich aus. Und kurz darauf, als wäre herrlichstes Sommerwetter, verschwinden sie in den Fluten des Strandbades. Jedem Passannten - sofern es hier welche geben würde - würde der Atem stocken bleiben. Drei Grad Lufttemperatur, drei Grad Wassertemperatur - fantastisches Badewetter.

Jeden Samstag, 13 Uhr, treffen sich die Geraer Elsterrobben, organisiert im OTG 1902 Gera e.V., am Strandbad Aga - natürlich nur von Mitte Oktober bis Mitte April, es sind ja Eisbader. Und die eingeschweißte Truppe - derzeit 14 Frauen und Männer im Alter von 40 bis 73 Jahren - schwört auf dieses euphorische Gefühl, hinterher aus dem Wasser zu steigen und die Haut als Organ zu spüren. Logischerweise sind sie durch diese Abhärtung so gut wie nie erkältet. Und wenn doch, dann klingt‘s ganz schnell ab. Das kalte Wasser sei angenehmer als der schmuddlige Herbst, meinen die Eisbader. Selbstverständlich hat das Eisbaden einen positiven Effekt für das Herz und den Kreislauf.

Von Sportfreunden eingeladen, stürzen sie sich unter anderem auch auf Ferchland, auf Hiddensee, der Talsperre Pirk und in Leipzig in die eiskalten Fluten. In Aga würden sie auch gern ein Treffen organisieren. Aber es mangele an Übernachtungsmöglichkeiten.

Seit nunmehr sieben Jahren haben die Elsterrobben, die mittlerweile seit 1984 bestehen, ihren „Stammsitz“ am Strandbad Aga, dem einzigen verliebenen Winterbadegewässer im Stadtgebiet von Gera. Dafür möchten Sie sich beim Pächter Robert Helmer bedanken.

Selbstverständlich freuen sich die Eisbader auch über Neulinge. Allerdings sei Eisbaden nichts für Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankte, erklärt Dieter Portius, der leiter der Gruppe. Auch sei es für Einsteiger eher nicht ratsam, jetzt im Januar mit diesem außergewöhnlichen Sport zu beginnen. Neulingen empfiehlt Portius sich im Herbst langsam an das kalte Wasser zu gewöhnen. Wer dennoch das feuchtfröhliche Vergnügen mal sehen möchte, ist gern samstags am Strandbad Aga herzlich willkommen. Noch bis 21. April sind die Eisbader in Aga aktiv. Am Tag darauf ist Saisonabschluss in Rusitz.

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Autor: Steffen Weiß
aus Gera
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