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Die ersten Eier auf Erden - In Georgenthal liegt einer der bedeutendsten Fundorte für Skelette und Spuren der Ursaurier

20. April 2014 um 10:30
Saurierlebnispfad (Touristinfo), 99887, Georgenthal/Thüringer Wald
Ob dem Plateosaurus vom Saurierpfad in Georgenthal auch profane Ostereier geschmeckt hätten?
Ob dem Plateosaurus vom Saurierpfad in Georgenthal auch profane Ostereier geschmeckt hätten?
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Was war zuerst da: das Huhn oder das Ei? Weder noch, weiß Diplom-Geologe Stefan Brauner vom „Nationalen GeoPark Inselsberg – Drei Gleichen“. Denn das erste Ei stammt von einem Ursaurier. Praktisch, dass am Bromacker in Georgenthal der bedeutendste Fundort für die fast 300 Millionen Jahre alten Exemplare liegt. Zahlen zum dortigen Saurierpfad und den ältesten Eiern der Welt:

1:0 für die ersten Wirbel­tiere, die schon an Land aus dem Ei schlüpften: Die ­sogenannten Amnioten waren gegenüber ­Amphibien, die ihre Eier im Wasser laichen, klar im Vorteil. „Mit ihren Eiern konnten diese Tiere unabhängig werden vom Wasser und das Festland erobern“, erklärt Brauner.

0 Eier der ersten Amnioten wurden je entdeckt. „Wir kennen keine fossilen Eifunde aus dieser Zeit, obwohl es theoretisch denkbar wäre – gerade am Bromacker“, mutmaßt der Geologe. „Das älteste entdeckte Ei dürfte ein Dinosaurierei aus der Kreide­zeit sein.“ Damit wäre es etwa 135 Millionen Jahre alt. „Zwar wurden mit Sicherheit schon früher Eier gelegt, nur hat man sie nicht gefunden.“ Die erdgeschichtlich ältesten Amnioten sind nämlich etwa 315 ­Millionen Jahre alt.

290 Millionen Jahre vor unserer Zeit, also in den Jahrzehnten des Unter­perms, lebten die Saurier, deren Spuren und Skelette in den Steinbrüchen am Brom­acker gefunden wurden. „Die Ursaurier waren noch recht klein. Sie sind die Vorfahren der Dinosaurier und gleichzeitig aller land­lebenden Tiere. Auch wir sind ­Nachfahren dieser Ursaurier“, sagt Brauner.

50 Skelette wurden von 1974 bis ­heute im ­roten Sandstein am Brom­acker bei Grabungen ­gefunden. Die Fundstelle ist von weltweiter Bedeutung, denn hier finden sich sowohl Spuren als auch Knochen der ältesten landlebenden Saurier. „Dazu benötigt man spezielle Ablagerungsbedingungen“, erklärt Brauner. Spuren erhalten sich am besten in ­getrockneten Schlammschichten, wo der Saurier am Flussufer seine Tapser hinterlassen hat. „Skelette benötigen sogenannte Fossilfallen, um erhalten zu bleiben.“ Das Tier wird darin schnell und komplett eingebettet, das Skelett verfällt nicht. „Das ist das Tolle am Bromacker und einzigartig auf der Welt. Wir haben beide Sedimente kurz hintereinander.“

17 Saurier in Lebensgröße können seit zweieinhalb Jahren auf dem 4,5 Kilometer langen Wander­pfad bestaunt werden. Darunter ist auch der Protorosaurus – der erste Saurier, der einen ­Namen erhielt, nämlich bereits im Jahr 1710.

100 Millionen Jahre geht man beinahe auf dem Pfad in der Zeit voran – von den Ursauriern bis hin zu ersten Dinosauriern in der Oberen Trias. Mit einer Ausnahme stammen alle Funde aus der Region.

15 Zentimeter lang sind die kleinsten ­Ursaurier auf dem Pfad. Die größten sind die frühen Dinosaurier: beispielsweise der pflanzenfresser Plateosaurier – das Herdentier wurde bis zu acht Meter lang.

Termine
Aktuelle Termine rund um den Saurierpfad, beispielsweise Nordic Walking oder ein Osterspaziergang, präsentiert die Touristinfo Georgenthal.

Hier noch ein Video der Gemeinde Georgenthal, das über den Saurierpfad informiert:

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Autor: Michael Steinfeld
aus Erfurt
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