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Bürgerberatung und Vortrag "Zurückdrängen um jeden Preis - Die Bekämpfung der Ausreisewelle in Nordhausen"

8. Juni 2017 um 10:00
Bürgerhaus, 99734, Nordhausen
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Die Außenstelle Erfurt des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR wird am Donnerstag, 08. Juni 2017 in der Zeit von 10.00 - 18.00 Uhr eine Außensprechstunde in Nordhausen anbieten.

In dieser kann man sich rund um das Thema Stasi-Unterlagen informieren:

Wie kann ich Einsicht in meine Stasi-Akte beantragen?
Wie lange dauert es, bis ich die Unterlagen sehen kann?
Bekomme ich Kopien?
Erfahre ich die Klarnamen von inoffiziellen Mitarbeitern?
Kann ich Einsicht in die Akten verstorbener Verwandter nehmen?
Lohnt es sich, später einen Wiederholungsantrag zu stellen?

Ein Antrag auf Einsicht in eventuell vorhandene Stasi-Unterlagen kann ebenfalls an diesem Tag gestellt werden. Dafür ist eine Identitätsbescheinigung erforderlich. Diese wird bei Vorlage eines gültigen Personaldokuments gleich vor Ort erstellt, was den Weg zur Meldebehörde erspart.

Für interessierte Schulen und andere Bildungseinrichtungen werden entsprechende Publikationen bereit gehalten.

Über die Nutzung von Stasi-Unterlagen für Forschung und Medien ist ebenfalls Informationsmaterial vorhanden.

Sollten Sie nicht selbst zur Bürgerberatung kommen können, informiert Sie die Außenstelle Erfurt gern telefonisch, wie der Antrag auf Akteneinsicht dann gestellt werden kann. Anfragen sind unter folgender Nummer und Sprechzeit möglich: Telefon: (03 61) 55 19-0 Montag bis Donnerstag: 08.00 - 17.00 Uhr Freitag: 08.00 - 14.00 Uhr

Den Antrag auf Akteneinsichtkönnen Sie herunterladen und ausdrucken.

16.30 Uhr Vortrag "Zurückdrängen um jeden Preis - Die Bekämpfung der Ausreisewelle in Nordhausen"
Referent: Joachim Heise, Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.

In den 70er und 80er Jahren war ein "Offizier im besonderen Einsatz" (OibE) der MfS-Kreisdienststelle Nordhausen innerhalb der berüchtigten Abteilung Innere Angelegenheiten beim Rat des Kreises aktiv. Nicht als Stasi-Mitarbeiter erkennbar hatte er hauptsächlich mit den Ausreiseanträgen vieler frustrierter bzw. verzweifelter Bürger des Südharzes zu tun. Er tat alles, um diese zu schikanieren oder sie zu kriminalisieren.
Die Akten der damaligen Innenbehörde und der Stasi zu ca. 700 Fällen gewähren einen tiefen Einblick in die Beweggründe der Bürger, solche Anträge zu stellen und sich den Zumutungen dieser Ämter auszusetzen. Sie zeigen aber auch, zu welchen Strategien und Methoden die Stasi im Zusammenwirken mit den anderen "Organen" der DDR griff, um den massenhaften Exodus der Menschen Richtung Westen zu verhindern. Insofern kann das Agieren dieses MfS-Offiziers auch exemplarisch für den Umgang des Staates DDR mit seinen Bürgern stehen.
Die Geheimdienstakten lassen jedoch auch erkennen, wie vergeblich das Bemühen der staatlichen Stellen war, "sozialistische Persönlichkeiten" zu formen und die Menschen an den Staat DDR zu binden.

Der Eintritt ist frei.

Zeit: Donnerstag, 08. Juni 2017, 10.00 - 18.00 Uhr

Ort: Stadt Nordhausen - Bürgerhaus, Nikolaiplatz 1, 99734 Nordhausen

Veranstalter: BStU, Außenstelle Erfurt, Petersberg Haus 19, 99084 Erfurt
Telefon: (03 61) 55 19-0 E-Mail: asterfurt@bstu.bund.de

Mitveranstalter: Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Verein "Gegen Vergessen - für Demokratie e. V."

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Autor: Anja Stötzer BStU, Außenstelle Erfurt
aus Erfurt
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