„Erinnern Sie sich?(!)“ an den Mauerfall – Erinnerungen nach 30 Jahren

9. November 2019
19:30 Uhr
AugustinerSaal, Puschkinplatz 1, 07806, Neustadt an der Orla
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Ein Gefühl von Gänsehaut, eine emotionale Hypertonie, eine Berg- und Talfahrt der Gedanken, ein Aufbruch, die Menschen einer ganzen Nation, die am Abend des 9. November 1989 nach 28 Jahren der Trennung durch die innerdeutsche Grenze wieder die Hoffnung bekamen, zu einem Volk zu werden, frei zu sein, die Repressionen des totalitären Staates abstreifen zu können und gemeinsam in eine zwar unbekannte, aber dafür unabhängige Zukunft zu starten. Worte können nur vermuten lassen, was sich an jenem Abend vor genau 30 Jahren abspielte, was Menschen dachten und fühlten, was sie unternahmen, wie sie diesen Abend erlebten.
Spontan wirkte dieser Moment der Pressekonferenz mit dem legendären Halbsatz von Günter Schabowski: "Das trifft nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich". Folgenschwer die Aussage, welche bloß auf die Nachfrage zum neuentworfenen Reisegesetz folgte, welches den DDR-Bürgern erlauben sollte, über die Grenzübergangspunkte auszureisen. Ein entscheidendes Versehen, das Übersehen der Sperrfrist, stiftete erst Verwirrung und führte dann wie ein Lauffeuer zu ersten Pressemeldungen von der „Öffnung“ der Grenze. 19.41 Uhr lief diese Nachricht schon über die Ticker der dpa. Als dann der Sprecher der Tagesschau Joachim Friedrichs um 22.42 Uhr in der ARD die Meldung ausgab: "Die DDR hat mitgeteilt, dass ihre Grenzen ab sofort für jedermann geöffnet sind, die Tore in der Mauer stehen weit offen“, gab es kein Halten mehr. Die Grenztruppen an der Mauer waren bis dahin nicht informiert worden, tausende drängten zu den Kontrollposten und es grenzt bis heute schier an ein Wunder, dass gegen 23.30 Uhr schließlich an der Bornholmer Brücke die erste Sperre geöffnet wurde - eigenmächtig durch den Oberstleutnant Harald Jäger - und diese brenzlige Situation nicht eskalierte. Friedlich und verheißungsvoll wurden die medial verbreiteten Satzteile für den Höhepunkt einer freiheitlichen Revolution gedeutet und besiegelten mit dem Mauerfall das Ende der jahrzehntelangen Trennung einer Nation. Noch konnte an diesem Abend niemand die Folgen der versehentlichen Öffnung erahnen – doch am 3. Oktober 1990 war Deutschland wiedervereint.
Das Datum dieses historischen Abends wiederholt sich nun schon zum genau 30. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums sind alle Bürger recht herzlich eingeladen, gemeinsam an jene Nacht zu denken, die Freiheit zu feiern, sich auszutauschen über Erlebtes und über das, was sie am 9. November 1989 bewegte. Mit Auszügen der originalen Berichterstattung vom Abend des Mauerfalls wird an die Chronologie der Ereignisse erinnert. Pünktlich zum Sendebeginn der „Aktuellen Kamera“ um 19.30 Uhr beginnt das Programm am Samstagabend, den 9. November 2019, der unter dem Titel „Erinnern Sie sich?(!)“. Neben verschiedenen Nachrichtensequenzen werden die Berichterstattung aus dem Deutschen Bundestag in Bonn, die in einer spontanen Geste der Abgeordneten gipfelte, gezeigt und Zeitzeugen, welche hier in Neustadt dieses legendäre Datum erlebten, zu Wort kommen. Dabei sollen nicht die politischen Entscheidungen, sondern die Menschen und das Zeitgeschehen rund um den 9. November 1989 im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. Für musikalische Atmosphäre sorgt an diesem Abend die Leipziger Band „Stilbruch“: Drei junge Männer mit klassischer Ausbildung spielen an Cello, Geige und Schlagzeug selbstkomponierte Lieder mit deutschen und englischen Liedtexten. Jung und modern werden sie den passenden musikalischen Rahmen für diese Feier geben, die als Gemeinschaftsveranstaltung des Fördervereins für Stadtgeschichte, der Stadtwerke Neustadt an der Orla GmbH und der Stadt Neustadt (Orla) organisiert wird. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Autor:

Franziska Göpel aus Pößneck

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