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"Nackt unter Wölfen": Fakten zur Neuverfilmung

1. April 2015 um 20:15
Buchenwald, Weimar
Das Schicksal eines kleinen jüdsichen Jungen steht auch im Mittelpunkt der Neuverfilmung des Romans "Nackt unter Wölfen".
Das Schicksal eines kleinen jüdsichen Jungen steht auch im Mittelpunkt der Neuverfilmung des Romans "Nackt unter Wölfen". (Foto: MDR/UFA FICTION)
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Jeder Erwachsene mit DDR-Biografie kennt ihn, den Roman „Nackt unter Wölfen“. 70 Jahre nach der Befreiung des KZ Buchenwald am 11. April wird der bekannte Stoff neu erzählt. Die Geschichte über die Rettung eines kleinen jüdischen Jungen bewegt noch immer. Sie symbolisiert auch im aktuellen TV-Film den Sieg der Menschlichkeit über Barbarei und Grauen. Und doch sehen die Zu-schauer eine korrigierte Sicht auf die Zustände im Lager und das Zusammenleben der Häftlinge. Der Allgemeine Anzeiger fasst wichtige Fakten über Autor, Roman und Verfilmung zusammen.

Der Autor

Bruno Apitz (1900 bis 1979) stammt aus einer Leipziger Arbeiterfamilie. Er erlernte den Beruf eines Stempeldruckers, war auch als Schauspieler aktiv. Als Mitglied der KPD wurde er ab 1927 mehrfach inhaftiert. Acht Jahre war er Häftling im KZ Buchenwald. Nach dem Krieg arbeitete er unter anderem als Redakteur, Dramaturg und freier Autor. Mit „Nackt unter Wölfen“ schrieb er seinen ersten Roman.

Der Roman

Im Buch verarbeitet Apitz wahre Begebenheiten aus dem Lageralltag. Es ist aber keine Tatsachenerzählung. Im Zentrum steht die Rettung eines jüdischen Kleinkindes. Es wurde von einem polnischen Häftling ins Lager geschmuggelt. Auf Beschluss des illegalen Lagerkomitees, geführt von Kommunisten, soll der Junge in ein anderes Lager abgeschoben werden. Seine Entdeckung könnte, so die Auffassung, andere Häftlinge gefährden. Eine kleine Gruppe widersetzt sich dieser Anordnung und rettet dem Kind das Leben. Das Buch gilt als meistverkaufter Roman der DDR und wurde in über 30 Sprachen übersetzt.

Der Hintergrund

Der Roman spielt im Konzen-trationslager Buchenwald. Das KZ auf dem Ettersberg nahe Weimar wurde als Arbeitslager betrieben. Von 1937 bis zur Befreiung im April 1945 waren hier 250 000 Häftlinge aus ganz Europa inhaftiert, darunter 900 Kinder und Jugendliche. 56 000 Gefangene kamen in dieser Zeit uns Leben.

Die Neuverfilmung

Bereits 1962 wurde der Roman durch die Defa verfilmt. Regie führte damals Frank Beyer. In den Hauptrollen waren beispielsweise Erwin Geschonnek und Armin Müller-Stahl zu sehen. Die Neuverfilmung erzählt nicht die Romanhandlung nach, sondern nutzt einzelne Motive. Zentrale Figur ist der Zimmermann Hans Pippig. In der Darstellung des Lagerlebens werden Ergebnisse der neusten Geschichtsforschung einbezogen. Historische Filmdokumente ergänzen die Spielszenen.

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Autor: Simone Schulter
aus Weimar
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