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Reflexionen aus den beschleunigten Lebenswissenschaften

27. Juli 2016 um 20:00
ACC Galerie, 99423, Weimar
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Cornelius Borck, Lübeck

Die Erfolge der Molekularbiologie versprechen maßgeschneiderte Medizin und machen die Synthese künstlichen Lebens möglich. Forscher arbeiten an der Abschaffung des Todes, aber westliche Industriegesellschaften bewältigen schon heute nicht den demographischen Wandel und die klinische Praxis hat mit menschengemachten, nicht mehr beherrschbaren Infektionskrankheiten zu kämpfen.

Der Nachbau eines ganzen Gehirns als Computersimulation ist das „Flagship Project“ der EU. Freiheit und Autonomie werden zu Kampfbegriffen in einer perfekt automatisierten Welt, während künstliche Intelligenz die Nutzer zu Automaten ihrer Gewohnheiten macht.

Der Mensch als das von Natur zur Künstlichkeit freigestellte Tier sieht sich mit den zweifelhaften Folgen seiner Eingriffe in die Welt konfrontiert, die längst in einen globalen, erdgeschichtlichen Maßstab eingetreten sind. Wir leben im Anthropozän – ein Name, der selbst zugleich Ausdruck menschlicher Hybris und Einspruch gegen sie ist.

Cornelius Borck ist Institutsdirektor am Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung Universität zu Lübeck.

Mittwoch, 27. Juli 2016, 20:00 Uhr, ACC Galerie
Eintritt: 3 € | erm. 2 € | Tafelpass 1 €

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Autor: Alexandra Janizewski
aus Weimar
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