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Vortrag Prof. Dr. Gideon Greif: Die Deutsche Gesellschaft und die Judenverfolgung im "Dritten Reich"

7. November 2013 um 19:30
Tourist-Information, 99423, Weimar
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Bereits unmittelbar nach ihrer Machtübernahme in Deutschland begannen die Nationalsozialisten damit, die jüdische Bevölkerung auszugrenzen, zu berauben und zu verfolgen. Das Pogrom vom 9./10. November 1938 markiert einen ersten mörderischen Höhepunkt: ca. 1.000 Juden wurden umgebracht, über 30.000 deutsche jüdische Männer in die KZ Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt. In der Folge emigrierte mehr als die Hälfte der 500.000 Juden, die 1933 in Deutschland gelebt hatten. All dies geschah in aller Öffentlichkeit, unmittelbar vor den Augen der deutschen Bevölkerung. 1941 begannen die Massendeportationen der verblieben deutschen Juden in die Ghettos und Vernichtungslager.
Zwei Jahre später lebte nur noch ein Bruchteil von ihnen. Wie verhielt sich der „normale“ deutsche Bürger gegenüber seinen jüdischen Nachbarn, Bekannten, Kollegen und Freunden? Wie erklärte er sich deren Schicksal? Was war über die Vernichtungslager im Osten zur „Endlösung der Judenfrage“ bekannt? Diese und weitere zentrale Fragen versucht der Vortrag zu beantworten. Dabei sollen auch die typischen Muster im Verhalten der deutschen Zivilbevölkerung gegenüber verfolgten jüdischen Mitmenschen herausgearbeitet werden.

Prof. Dr. Gideon Greif, Jg. 1951, ist Professor für Jüdische und Israelische Geschichte am Schusterman Center for Jewish Studies an der University of Texas in Austin und zugleich Chefhistoriker am Shem Olam Institut für Erziehung, Dokumentation und Forschung zu Religiosität und dem Holocaust in Israel und der Foundation for Holocaust Education Projects in Miami, Florida. Zuvor war er über 30 Jahre lang in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem tätig, wo er maßgeblich dazu beitrug, den Kontakt zum Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau zu intensivieren. Zu seinen bekanntesten Publikationen zählen Wir weinten tränenlos – Augenzeugenberichte des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz, Köln 1995 (auch auf Hebräisch, Polnisch, Dänisch und Englisch) und Die Jeckes. Deutsche Juden aus Israel erzählen, Köln u.a. 2000.

Hier finden Sie aktuelle Informationen und das Faltblatt zur Vortragsreihe.

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Autor: Philipp Neumann-Thein Gedenkstätte Buchenwald
aus Weimar
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