Die Stadt- und Regionalbibliothek feiert nächstes Jahr – Fragen an Bibliotheksleiter Rainer Schmidt
100 Jahre öffentliche Bibliothek in Gera

Die Räumlichkeiten der Bibliothek in der Goethestraße 1 a. In ihrem Gründungsjahr 1920 wird sie bereits von 886 Bürgern genutzt.
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  • Die Räumlichkeiten der Bibliothek in der Goethestraße 1 a. In ihrem Gründungsjahr 1920 wird sie bereits von 886 Bürgern genutzt.
  • Foto: Stadt- und Regionalbibliothek Gera
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Die Stadt- und Regionalbibliothek Gera wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Wie muss man sich die Situation 1920 vorstellen?

Am 20. Oktober 1920 nimmt die Freie öffentliche Landesbücherei in einer ehemaligen Fabrikantenvilla in Gera, Goethestraße 1a ihre Tätigkeit auf. Die Revolution von 1918 und die Herausbildung des „Volksstaates Reuß“ trug maßgeblich dazu bei, dass es zu dieser Bibliotheksgründung kam.
Was die Freie öffentliche Landesbücherei in Gera von anderen im Land Thüringen unterscheidet ist, dass diese Einrichtung nicht aus einer ehemaligen fürstlichen Landesbücherei entstand. Die Geraer Bibliothek verdankt stattdessen ihr Entstehen der an sozialdemokratischen Bildungsvorstellungen orientierten Volkshochschulbewegung. Der SPD-Kultur- und Bildungspolitiker Gustav Hennig gibt den entscheidenden Anstoß zur Gründung der Bibliothek und prägt in den ersten Jahren das Gesicht ihrer Tätigkeit.
In seinem Konzept hat der Bibliothekar eine volksbildnerische Funktion zu erfüllen. Er soll den Leser durch seine Beratungstätigkeit zum guten Buch hinführen.

Woher kamen die Bücher für die Bibliothek? Wer finanzierte sie?

Die Bibliothek ist bei Gründung 1920 Teil der Stiftung „Volkshochschule Reuß“. Das Vermögen der Stiftung besteht aus den von dem Fürsten Heinrich XXVII. Reuß an den Volksstaat Reuß abgetretenen Werten. Zu ihnen gehört auch die Villa in der Goethestraße.
Bücher werden aus verschiedenen Stellen der Stadt herangeschafft: aus Bücherstuben, Volksbüchereien, Gewerkschaftsbüchereien, aus der Ratsbibliothek, der Städtischen Gymnasialbibliothek und der Fürstlichen Gymnasial- und Landesbibliothek. Zudem gibt es Neuerwerbungen aus Stiftungsvermögen. Ende 1920 umfasst der Bestand der neu gegründeten Bücherei 8 000 Bände.

Wie groß ist der Bestand der Bibliothek heute? Und was wird über Bücher hinaus noch alles angeboten?

Der aktuelle Bestand umfasst rund 150 000 Medien. Neben Büchern, Zeitungen und Zeitschriften werden auch CDs, DVDs, Hörbücher, elektronische Spiele sowie Schallplatten und Brettspiele angeboten. In der Musikbibliothek stehen ca. 8 500 Noten zur Ausleihe zur Verfügung. Ganz neu im Bestand der Kinderbibliothek sind die beliebten Tonie-Hörfiguren.

Wie soll das große Jubiläum im nächsten Jahr gefeiert werden?

Auch wenn noch etwas Zeit ist, stecken wir schon mitten in den Vorbereitungen. Rund um den eigentlichen 100. Geburtstag am 20. Oktober 2020 wird es eine Veranstaltungswoche geben, u.a. mit einer musikalischen Lesung für Kinder mit dem Liedermacher Björn Sauer und einer humoristische Lesung mit dem Autor Jan Lipowski. Eine Gesprächsrunde zu Bibliothek früher und heute ist in der Nachmittagsreihe TREFFPUNKT BIBLIOTHEK geplant.
Mit einem Fotowettbewerb sollen Bücherfreunde, Leser, Nutzer angeregt werden, ihre Sicht auf Bibliothek(en) in schönen Aufnahmen festzuhalten; eine Ausstellung wird die besten Einsendungen präsentieren.
Beworben hat sich Gera auch um das Projekt „StadtLesen“. Vielleicht wird es im Jubiläumsjahr der Bibliothek ja für drei Tage ein Lesewohnzimmer unter freiem Himmel geben. Die Bewerbung jedenfalls läuft.

Interview: Daniel Dreckmann

Die Räumlichkeiten der Bibliothek in der Goethestraße 1 a. In ihrem Gründungsjahr 1920 wird sie bereits von 886 Bürgern genutzt.
Das helle Foyer der Bibliothek heute –  Tor zu 150 000 Medien, darunter eine Musikbibliothek.
Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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