17. Museumsnacht in Gera – 2000 Besucher auf sommerlicher Entdeckungstour

Es ist doch nur Spaß - Waschbären von Jochen Träger-Krenzola können hautnah im Barocksaal zur 17. Geraer Museumsnacht erlebt werden.
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  • Es ist doch nur Spaß - Waschbären von Jochen Träger-Krenzola können hautnah im Barocksaal zur 17. Geraer Museumsnacht erlebt werden.
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… und es gab viel zu entdecken. Im Naturkundemuseum überraschten die Waschbären, Max und Moritz, Elli und Fips im Barocksaal viele kleine und große Besucher. Jochen Träger-Krenzola hatte die vier Waschbären anstelle von "Frau Drahne", die leider erkrankt war, kurzerhand mit nach Gera gebracht. Unter dem Motto "Biologische Invasionen" informierte das Naturkundemuseum, dass diese niedlichen Tiere leicht zu einer Plage werden können.
Ein ganz anderes Thema erwartete die Besucher in Untermhaus, im Otto-Dix-Haus. Erotisches und Skurriles stand hier im Mittelpunkt, wobei sich trotzdem alles um Otto Dix, den Mann aus Untermhaus drehte. Zu später Stunde wurden erstmalig pornografische Zeichnungen des Künstlers gezeigt. Die Besucher konnten sich davor unter Anleitung von Barbara Toch im Aktzeichnen üben. Auf den Skizzenblättern entstanden manch interessante Blicke auf das Modell aus Leipzig. Zum Schluss wurden die Erfahrungen mit ihr ausgetauscht. Im Gewölberaum konnten Blicke auf Feuchtpräparate erhascht werden. Organe und Knochen, aber auch anatomische Modelle waren zu sehen. In einer Kurzführung erklärte Astrid Lindinger die Bezüge zwischen den Präparaten und Otto Dix. Der Maler war oft in der Pathologie anzutreffen. Er wollte als Maler den Menschen komplett studieren.
Musikalischer ging es da auf dem Mohrenplatz zu. Die Soul, Rock und Funkband "Jamstreet" unterhielt die immer zahlreicher werdenden Zuhörer, die bei einem Glas Wein, die Museumsnacht in Untermhaus ausklingen lassen wollten. Dudelsack und Drehleier erklärten die Gebrüder Hopf vor der Orangerie. Liegestühle luden zum entspannten Hören der mittelalterlichen Klänge ein.
Das Thema Krieg beherrschte die Sonderausstellung im Stadtmuseum. Kinder konnten unter Anleitung keramische Objekte kreieren oder Zinnfiguren bemahlen. Der Verein "Zinnfigurenfreunde e.V. Weimar" hatte dazu eingeladen. Im Museum für Angewandte Kunst (MAK) drehte sich alles um Glas (wie leicht bricht das). Kurzführungen luden in die Ausstellung ein. Musik auf gläsernen Instrumenten begeisterte in gleich drei Konzerten. Glasharfe, Verrophon und Glasharmonika hatte Martin Hilmer mit nach Gera gebracht. Kaum zu glauben, was mit diesen zerbrechlichen Materialien für Klänge zu erzeugen sind. Die Besucher selbst konnten einige Gläser selbst zu Klingen bringen. Zu einer Gedankenreise mit seiner magischen Gitarre lud zum Abschluss der Klangmaler Falk Zenker ein. Mit gekonnten Hand- und Fußgriffen und etwas Live-Elektronik zaubert Falk Zenker aus wenigen Klängen Soundteppiche, die ihm beim Gitarrenspiel begleiten. In Gedanken konnten die Zuhörer mit ihm nach Italien und ins ferne Mittelalter reisen.

Autor:

Wolfgang Hesse aus Gera

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