"Blätter-Meer" - Neue Ausstellung im Naturkundemuseum

Zweig der Konifere Culmitzschia, Fundort Gera-Trebnitz, 255 Millionen Jahre alt, 31 cm lang Foto: Hrouda
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Ein steinernes Herbarium aus Geras Untergrund präsentiert das Geraer Museum für Naturkunde ab Donnerstag, 14. April, in der Kabinettausstellung "Blätter-Meer". Denn dort, wo sich heute die Stadt Gera befindet, war vor 255 Millionen Jahren ein Meer. An dessen Grund lagerten sich nicht nur Reste von im Wasser lebenden Tieren ab, sondern auch Zweige, Früchte und Samen von Landpflanzen. Sie alle sind bis heute in seltenen Fällen fossil erhalten und lassen sich in den unter der Stadt befindlichen Gesteinsschichten des Zechsteins finden.

Die fossilen Pflanzen geben Aufschluss über die Lage Geras am Rand des einstigen Zechsteinmeers. Gerade deshalb kann man dort so viele Pflanzenreste finden, die bei Sturm oder starken Regengüssen mit den Flüssen in das flache Meer gespült wurden. Durch diese besondere Situation findet man gerade im Geraer Raum außergewöhnlich viele und besonders gut erhaltene Abdrücke jener Pflanzen, die sich in einer wüstenartigen Festlandsituation an besonders heiße und trockene Bedingungen angepasst hatten. So bestand die Flora zur Zechsteinzeit vor allem aus Nadelgehölzen, wenigen Farnen, Ginkgobäumen und sehr selten - auch Schachtelhalmen.

Durch die seit langem bekannte hohe Qualität der Geraer Funde wurden die interessantesten von ihnen bereits seit 1861 in wissenschaftlichen Publikationen beschrieben und abgebildet. Regelrecht Wissenschaftsgeschichte schrieben dabei die Funde, die anhand von Material aus dem Geraer Raum als neue Art identifiziert wurden. So auch eine Konifere, die 1862 aufgrund eines Fundstückes aus Trebnitz weltweit zum ersten Mal beschrieben wurde. Ihr Entdecker, Hanns Bruno Geinitz, verlieh ihr damals den Artnamen liebeana nach dem Geraer Prof. Karl Theodor Liebe. Etwa 100 Jahre später, 1964, erhielt eine neu entdeckte Koniferenart den Gattungsnamen Culmitzschia, genannt nach ihrem ersten Fundort in Culmitzsch, südöstlich von Gera.

Die Ausstellung präsentiert unter anderem den am besten erhaltenen, je in Gera entdeckten Farn, höchst seltene Funde von Ginkgos, den weltweit größten Zweigrest der Konifere Culmitzschia sowie den ebenso weltweit größten weiblichen Zapfen der Konifere Pseudovoltzia.

Das Museum für Naturkunde erwartet seine Besucher - wie alle Geraer Museen - dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

Autor:

Lokalredaktion Gera aus Gera

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