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Der Mann am Klavier – Bodo Wartke überrascht und begeistert mit seinen "Klaviersdelikten" zu den Jubiläumssongtagen in Gera

Wo: Kultur- und Kongreßzentrum, Schloßstraße 1, 07545 Gera auf Karte anzeigen
Entertainer am Klavier: Bodo Wartke mit seinen "Klaviersdelikten" in Gera
Entertainer am Klavier: Bodo Wartke mit seinen "Klaviersdelikten" in Gera
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Wenn ein Multiinstrumentalist mit der Vorliebe für eine "Reimkultur" nach Gera kommt, so passt das ausgezeichnet zu den Songtagen, zudem es in diesem Jahr die Zehnten sind.
Bodo Wartke vereinigt diese Begabungen in seiner Person. Seine Klavierkabarettprogramme erfreuen sich bei Jung und Junggebliebenen zunehmender Beliebtheit. Am Mittwoch, dem 19. April zog es 800 Besucher in das Kultur- und Kongresszentrum Gera (KuK).
Spannend erwartete man sein viertes Programm "Klaviersdelikte", die er in diesem Jahr zum ersten Mal auf die Bühne bringt. "Das haben wir lange nicht gemacht.", damit erklärt der Entertainer die kleinen Patzer an einigen komplizierten Stellen seiner Lieder. Bodo Wartke sagt dazu selbst (in einem Interview des Tagesspiegels): "Ich habe keine Angst vor Fehlern, weil ich oft schon die Erfahrung gemacht habe, dass sie mein Programm bereichern."
So auch an diesem Konzertabend. Bodo Wartke besticht mit Wortgewandtheit, versteckten Poenten seiner Gedichte in Liedern und schreckt auch nicht vor direkter Kritik zurück. Er erklärt sich als konsequenter Gegner von jeglicher Werbung und damit meint er zuerst die Rundfunk- und Fernsehsender, die vorrangig davon leben. Er beklagt die durch die Werbung sinnlos belegten Gehirnzellen, die man "besser nutzen könne". Gemeinsam mit dem Publikum fallen ihm so manche Werbetexte ein, die sich im Kopf festgesetzt gaben. Derartige eingebrockte Probleme hat er zum Beispiel mit dem "Vogelpark Walsrode". Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm und hat damit den Lacher auf seiner Seite.
Immer wieder wandelt sich seine Interpretation. Ein spezielles Mikrofon am Flügel benutzt er speziell für seine Balladen. Das wohl gefühlvollste Lied des Abends ist wohl "Christine". Wartkes Auseinandersetzung mit seiner Kindheit und den frühen Tod seiner Schwester hat ihn sehr beschäftigt und Trost gespendet. "Ich habe realisiert, dass ich eine Schwester habe.", sagt er dazu. Oft enden seine Lieder anders als erwartet. Zum Lied "Es geschah in einer lauen Frühlingsnacht" gibt es mehrere Versionen, jeweils von FSK 6 bis 18. Geschichten vom Verstecken, von Weltraummutanten und Vampiren und schließlich eine gruslige Zombie Story mit Demonstration auf der Bühne hat Wartke mitgebracht. Ein unerwartetes Lied-Ende, aber "Sie wollten es ja hören.", meint er dazu.
Mit Boxhandschuhen spielt Wartke dann auch gleich mal Klavier und erklärt an musikalischen Beispielen den Unterschied zwischen E- und U-Musik. Sein Beitrag zur Vermischung beider, der sogenannten Ü-Musik ist eine Neufassung von Mozarts Zauberflöte. Dabei ist eine überraschende Version des "Vogelfängers" herausgekommen, die Wartke gleich mal mit diversen Kinderliedern verbindet.
Eine besondere Überraschung an diesem Abend ist Melanie Haupt, eine Vollblut Kabarettistin, die Bodo Wartke bei einigen seiner "visuellen" Lieder unterstützt. Ob Frühlingsgefühle, mit der Arie der Königin der Nacht aus der Zauberflöte und schließlich im Duett mit Bodo Wartke als Papagena und Papageno zum Thema Familienplanung, Melanie Haupt hat den Abend sehr bereichert.

Bodo Wartke freut sich über den schönen Abend in Gera und kommt gern zurück, denn er liebt alle Thüringer Städte. Bei seinem Spaziergang durch die Stadt mit Blick auf Schloss Osterstein fielen ihm spontan folgende Textzeiten ein:

"Die Burg auf 'n Berg könnte ein Kloster sein, ach nein, es ist Schloss Osterstein, auf das man am besten an Ostern geht, blöd, zwei Tage zu spät."

Im Programm des Geraer Bürgerfernsehens Labor 14 ab 26. April gibt es ein Interview und Ausschnitte vom Songtagekonzert mit Bodo Wartke.

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