Zum 200-jährigen Fall-Jubiläum des Pohlitzer Meteoriten
Der Stein, der vom Himmel fiel

Das „Geraer“ Teilstück des Pohlitzer Meteoriten wiegt 397,46 Gramm und stammt aus der Sammlung des Museums für Naturkunde Gera.
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  • Das „Geraer“ Teilstück des Pohlitzer Meteoriten wiegt 397,46 Gramm und stammt aus der Sammlung des Museums für Naturkunde Gera.
  • Foto: Frank Hrouda / Museum für Naturkunde Gera
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Das Museum für Naturkunde Gera widmet sich vom 13. Oktober 2019 bis zum 22. März 2020 in seiner neuen Kabinettausstellung dem 200-jährigen Fall-Jubiläum des Pohlitzer Meteoriten.

Von Frank Hrouda

Er fiel am 13. Oktober 1819, gegen 8 Uhr, auf das Feld des Gutsbesitzers Johann G. Rothe zwischen Pohlitz (Bad Köstritz) und Langenberg (Gera).

Der Knall beim Meteoritenfall soll bis nach Jena zu hören gewesen sein. Schon bald darauf entdeckte Rothe die Einschlagstelle mit circa einem Meter Durchmesser auf seinem Feld.

Der mit einer dunklen Kruste bedeckte „Stein“ war fast eiförmig, jedoch mit mehreren Eindrücken. Er maß in seiner längsten Ausdehnung 14 Zentimeter. Der Meteorit hatte eine Gesamtmasse von reichlich 3 bis 3,5 Kilogramm. In den zurückliegenden 200 Jahren wurde er jedoch in viele kleinere und größere Stücke zerteilt.

Dr. Karl G. L. Schottin (1773-1838) war einer der ersten, der kleinere Teilstücke abschlug. Schottin wandte sich am 19. Oktober 1819 in einem Brief samt kleiner Proben des Meteoriten an Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) in Weimar, um ihn über das aufsehenerregende Ereignis zu informieren.

Goethe antwortete am 27. Oktober 1819 und bat Schottin um die Beschaffung des gesamten Meteoriten. In der Zwischenzeit hatten sich die Eigentumsverhältnisse am Meteoriten jedoch verändert, so dass Goethe abgesehen von den bereits erhaltenen kleineren Proben leer ausging.
Größere Mengen des Pohlitzer Meteoriten befinden sich heute in Berlin, Dresden, Gera, Wien, Budapest, Jena und Gotha. Kleinere Proben sind sogar weltweit verteilt, zum Beispiel in Chicago, Moskau und Castel Gandolfo bei Rom.

Im Rahmen der Ausstellung werden mehrere Teilstücke des Meteoriten präsentiert. Im Mittelpunkt steht das bis heute im Museum für Naturkunde Gera aufbewahrte 397,46 Gramm schwere Teilstück.
Der Pohlitzer Meteorit ist ein Steinmeteorit, genauer gesagt ein Chondrit. Sie bilden ca. 85 Prozent aller Meteoriten. Die Bezeichnung rührt von den enthaltenen kleinen Silikatkügelchen her, die Chondren genannt werden. Daneben enthält der Pohlitzer Meteorit auch einen metallischen Anteil bestehend aus Eisen und Nickel.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung einen allgemeinen Querschnitt aus der faszinierenden Welt der Meteorite, den mehr oder weniger kleinen Festkörpern aus dem Kosmos, die die Erdatmosphäre durchquert und den Erdboden erreicht haben. Neben weiteren Stein-Meteoriten sind auch Metall-Meteoriten wie z. B. aus dem Odessa-Meteor-Krater in Texas/USA, aber auch Stein-Eisen-Meteorite (Pallasite) aus Russland zu sehen.

Entstanden sind sie alle im Sonnensystem, denn die meisten Meteorite sind Bruchstücke von Asteroiden aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter oder selten von Planeten wie dem Mars.

Das Museum für Naturkunde Gera,
Nicolaiberg 3,
hat von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen
von jeweils 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Frank Hrouda

Das „Geraer“ Teilstück des Pohlitzer Meteoriten wiegt 397,46 Gramm und stammt aus der Sammlung des Museums für Naturkunde Gera.
Der Blick nach Bad Köstritz, auf den Ortsteil Pohlitz – nördlich von Gera. Hier schlug am 13. Oktober 1819 der Pohlitzer Meteorit ein.
Autor:

Daniel Dreckmann aus Zeulenroda-Triebes

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