Ein Hauch internationaler Filmgeschichte - Ausstellung und Sommerfilmtage im Haus Schulenburg

Li Erben inmitten ihrer Ausstellung.
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  • Li Erben inmitten ihrer Ausstellung.
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Im Mittelpunkt des Projektes "Der deutsche Film der 60er Jahre" im Haus Schulenburg steht die Ausstellung der Fotografin und Künstlerin Li Erben "Gesichter, Szenen, Impressionen", die vergangenen Sonntag eröffnet wurde. Flankiert wird diese Ausstellung durch Sommerfilmtage mit Filmdokumenten der Zeit und Beispielen der Musikgeschichte.

Die heute in Paris und Zwickau lebende Li Erben war 1958 Deutschlands jüngste Standfotografin. Regisseur Kurt Hoffmann erkannte ihr Talent und engagierte die damals 19-jährige Studentin für den Film "Der Engel, der seine Harfe versetzte". Von 1958 bis 1967 arbeitete Li Erben als Stand-, Star- und Pressefotografin in über 20 Filmproduktionen. Heute sind ihre von Lebendigkeit geprägten Bilder Zeugnisse deutscher Filmgeschichte.

In den 70er Jahren begann Li Erben als Portrait- und Reportagefotografin berühmte Persönlichkeiten für Zeitschriften wie Brigitte, Figaro Madame und Paris Match zu fotografieren. Später arbeitete sie als Regieassistentin beziehungsweise Produktionskoordinatorin in diversen Filmproduktionen. Fotoreportagen führten sie nach Israel, Afrika und China. Ihre Eindrücke vom Alltag der Menschen hielt sie in zahlreichen Bildern fest.

Die Ausstellung "Gesichter, Szenen, Impressionen" zeigt einen Querschnitt aus dem fotografischen Werk Li Erbens. Zu sehen sind Stand-, Star- und Pressefotografien bekannter Stars der fünfziger und sechziger Jahre wie Ruth Leuwerik, Liselotte Pulver, Lex Barker, Karin Dor, Bernhard Wicki, Cristopher Lee, Peter van Eyck oder Nadja Tiller; daneben auch damals noch weitgehend Unbekannte wie Götz George, Mario Adorf, Horst Tappert, Hannelore Elsner oder Gila von Weitershausen.

Ein weiterer Bereich der Ausstellung ist den Portraitaufnahmen für Brigitte gewidmet. Zu sehen sind hier Fotos von Artur Rubinstein, Marc Chagall, Friedrich Dürrenmatt, Federico Fellini und Guilietta Masina, Isabelle Adjani und Roman Polanski oder Pierre Richard.

Gezeigt werden ebenfalls frühe Arbeiten von Li Erben wie beispielsweise Eindrücke vom Münchner Fasching oder dem Oktoberfest sowie Teile ihrer Reisereportagen.

Die "1. Sommerfilmtage im Haus Schulenburg" stellen über einige Wochen hinweg den (west)deutschen Film der 60er Jahre in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Es soll der Bezug der Filme zu dem filmfotografischen Werk von Li Erben hergestellt werden. Den Kontrast zu den westdeutschen Filmen wird ein "Kultfilm" der DDR aus diesen Jahren ("Spur der Steine") bilden. Ergänzt werden Ausstellung und Filmvorführungen von Musik und Kabarett aus der genannten Zeit. Die Ausstellung von Li Erben war unter anderem 1999 im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt am Main und auch 2005 in den Kunstsammlungen, Zwickau zu sehen. Eine repräsentative Auswahl ihres Werkes befindet sich im Sicherheitstresor der Bill-Gates-Stiftung zur Bilddokumentation des 20 Jahrhunderts.

Autor:

Steffen Weiß aus Gera

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