Ein neues Herz und einen neuen Geist - Gedanken zur Jahreslosung 2017

Hoffnung für das Kommende!

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26 (E)

 2016 war ein Schaltjahr. Es gab viele Katastrophen, politisch gefährliche Entwicklungen, wir hörten im Radio zu viel von Gewalt, Terror und Krieg
 Ich bin da immer noch skeptisch, was die Bedeutung eines Schaltjahres betrifft: a) rationaler Einwurf: was haben globale oder regionale oder auch persönliche Tendenzen mit einer anscheinend zufällig erfolgten Kalenderregelung zu tun? b) doch empirisch, dass heißt rein nach den Erfahrungen des letzten Jahres komme ich dann doch ins rätseln
 Wie dem auch sei: unsere Erwartungen an das neue Jahr sind weniger Angst, mehr Hoffnung!!

 Erwartung: von wem erwarten wir das??
Von der Politik? Von der Weltgeschichte? Gar vom Schicksal?
Das sind aber eher abstrakte, unpersönliche Größen
Ebenso gut könnten wir vom Wetter erwarten, dass es mehr unseren Ansprüchen entspricht
In der Seelsorge – erwarte nicht, dass deine Erwartungen sich durch Zufall erfüllen….
Also sollte ich meine Erwartungen – die kommende Zeit möge weniger Angst und mehr Hoffnung bringen, an konkrete Adressaten richtigen. Also sage und schreibe ich meinen Wunsch für 2017 – weniger Angst, mehr Hoffnung – an die Politiker*innen zum Beispiel, an Journalist*innen, an Vertreter*innen von Kirchen und Religionen, an….mal sehen wer mir da noch so einfällt
Doch all die anderen Menschen, die werden – sofern sie überhaupt auf mich reagieren – mir antworten: „ich bin doch nicht für deine Erwartungen und Wünsche, nicht für dein Jahr 2017 und erst recht nicht für dein Leben verantwortlich!“ Warum sollten all diese meine Erwartungen erfüllen, können sie oft nicht ml ihre eigenen Erwartungen umsetzen
In der Seelsorge – erwarte nicht, dass deine Erwartungen von anderen Menschen erfüllt werden….

 Also noch einmal: Erwartung: von wem erwarten wir das??
Dann mal ganz klar und deutlich: für meine Erwartungen, für mein Jahr 2017, für meinen Weg durch die Zeit bin vor allem ich selbst verantwortlich! Niemand wird sich für mich ändern – mit einer Ausnahme: ich selbst!!
Also: will ich weniger Angst und mehr Hoffnung im neuen Jahr, ist es zuerst an mir, mein Leben, meinen Glauben und meine Liebe darauf auszurichten;

 Gut. Das leuchtet ein. Aber – und jetzt kommt das große 1. Januar-Aber – wie soll ich, ausgerechnet ich das schaffen? Mehr Hoffnung leben, das klingt wie so ein typisches Neujahrsvorhaben. Und solche Vorhaben werden schon bald wieder unerfüllt zu den Akten gelegt. Also wird daraus wohl eher nichts…

 Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. –
Jetzt kommt die Jahreslosung ins Spiel. Sie stammt aus dem Buch des Propheten Hesekiel.
Der Name des Propheten, Ezechiel oder auch Hesekiel bedeutet "Gott möge kräftigen". Er war ein Priester, der mit der ersten Verbannung 597 nach Babylon deportiert wurde und dort auch gewirkt hat. Er war ein Mensch, der uns kostbare Visionen überliefert hat: die Schau vom Thronwagen und von der Herrlichkeit (Kabod) Gottes, und das Gesicht von den vier Tiergestalten vor Gottes Thron. Und in den Tagen verheerender Katastrophen weiß er das Volk aufzurichten mit Worten einer großen Verheißung: in Jerusalem wird ein neuer Tempel an Stelle des alten, zerstörten Heiligtums entstehen und Gottes Herrlichkeit wird in diesen Tempel einziehen und eine neue Zeit der Hoffnung eröffnen…denn hinter allen Ereignissen, hinter den ungelösten Fragen der Geschichte und hinter all den Um-,Irr- und Abwegen der Historie ist letztlich Gottes Wirken als Herr unsichtbarer Herr der Weltzeit verborgen.

 Typisch Prophet, spricht er das Volk auf seine Verantwortung an. Mit seinen Weisungen erscheint Hesekiel ungeahnt aktuell. Das Buch dieses Propheten 2017 zu lesen, das dünkt mir ein rechtes und gesegnetes Vorhaben!!
Hesekiel verweist auf biblische Gebote, die Würde, Menschlichkeit und Gerechtigkeit zielen. Als Beispiele seien erwähnt:
Schutz von Frauen, Elenden und Armen; dem Hungrigen Brot geben; die Nackten bekleiden, Verzicht auf Zins und Zuschlag; Ehrlichkeit im Handel, Verzicht auf Gewalt, Habgier und Rachsucht. Und mit Blick auf sogenannte „Fremdlinge“, also zugewanderte Einwohner Israels mahnt der Prophet: „Sie sollen euch gelten wie die eingebornen Israeliten. In dem Stamme, bei dem der Fremdling weilt, dort sollt ihr ihm seinen Erbbesitz geben, spricht Gott der Herr.“

 Wow. Das sind schon recht eindeutige Anweisungen. Richten wir uns danach, dann kann 2017 tatsächlich ein Jahr mit weniger Angst und mehr Hoffnung werden. Allerdings, es bleibt der Einwand:
Aber – und jetzt kommt das große 1. Januar-Aber – wie sollen wir, ausgerechnet wir das schaffen? Und solche Vorhaben werden schon bald wieder unerfüllt zu den Akten gelegt. Also wird daraus wohl eher nichts…

 Der Prophet ist Realist. Und Visionär. Ein visionärer Realist. Oder realistischer Visionär. Sucht es euch aus. Er weiß, dass wir durchaus seinen Worten zustimmen, aber…unser berühmtes aber haben…
Aber wir schaffen das einfach nicht. Wir sind allein nicht stark genug. Wir brauchen Hilfe!! Und der Prophet sagt: Hört auf meinen Namen! Namen sind von wortmächtiger Bedeutung. Hesekiel = "Gott möge kräftigen". Ihr habt doch eine Hilfe!!! Es ist Gott, der euch nicht nur auf den Weg in das Kommende geleiten und behüten wird. Er wird euch auch dafür stärken und kräftigen, dass dieses Jahr weniger Angst und mehr Hoffnung haben kann. Ihr dürft, könnt ja sollt eure Erwartungen Gott anvertrauen! Er ist keine anonyme, abstrakte Macht, sondern ein lebendiges, konkretes Gegenüber. Er ist zwar auch nicht für die Erfüllung unserer Erwartungen verantwortlich, aber er kann und wird uns dazu helfen, stärken und kräftigen. Mit Gott können wir so leben und glauben, handeln und beten, dass die Hoffnung kein frommer Wunsch bleibt, kein in der Versenkung verschwundenes Neujahrsvorhaben, sondern eine Wirklichkeit, die uns ermutigt und durch die wir auch Andere ermutigen können. Gott erneuert in uns unser Herz und unseren Geist. Gottes Geist des Trostes, des Vertrauens und der Freiheit kann unser Herz, unseren Geist mit Lebendigkeit und Hoffnung erfüllen. Und nicht Geringeres – so sagt die Jahreslosung – dürfen wir von Gott erwarten: Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. –

Autor:

Michael Kleim aus Gera

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