Market Garden – Erinnerungen an die Schlacht vor 70 Jahren

Blick auf Arnhem
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Gäste aus der Partnerstadt Gera waren bei den Gedenkveranstaltungen in Arnhem und Oosterbeek dabei

Sie dauerte 10 Tage und war eine sehr heftige militärische Auseinandersetzung, die Schlacht um Arnhem. Am 17. September 1944 begannen die Alliierten Streitkräfte mit der Offensive „Market Garden“. Ziel diese Operation war es, den Krieg noch vor dem Einbruch des nahenden Winter zu beenden. Soldaten aus Großbritannien, Polen, Kanada und den USA kämpften bei der Operation und ließen ihr Leben.

In diesem Jahr ist es 70 Jahre her, dass „Market Garden“ durchgeführt wurde. Deshalb wurde in besonders intensiver Weise vor Ort an dieses Geschehen erinnert. Zahlreiche Gedenkveranstaltungen brachten einstige Veteranen und deren Familien, Einwohner von Gelderland und Gäste aus anderen Ländern, Alte und Junge, Militärs und Zivilisten zusammen. Auch aus Gera, der deutschen Partnerstadt Arnhems, waren Vertreter der Stadt Gera, der Partnergesellschaft und der Kirchen angereist und nahmen an den Feierlichkeiten teil. Die Beteiligung aus dem Land des einstigen Kriegsgegners war, wie auch die aktive Einbeziehung von jungen Menschen, ein wichtiges Signal. So wurde der Leitspruch des Gedenkens“ Eine Brücke in die Zukunft“ mit Leben erfüllt.

Militärisch war „Market Garden“ eine gescheiterte Operation. Verloren haben dabei alle Seiten. Der Krieg verzögerte sich um weitere 8 Monate und kostete dadurch Hunderttausenden das Leben. Nach der Schlacht zwang die deutsche Besatzungsmacht die Einwohner Arnhems, ihre Stadt vollkommen zu räumen. Arnhem wurde geplündert, restlos zerstört und zu einer Geisterstadt gemacht. Zivilisten, die den gelandeten Alliierten geholfen hatten, wurden erschossen. In den folgenden 8 Monaten brach eine Welle grausamen Terrors über die Niederländer herein, der Hungerwinter 1944/45 kostete Zahllosen das Leben. Mit diesem Wüten gegen die Zivilbevölkerung reiht sich die Schlacht um Arnhem in die Reihe der Verbrechen ein, die von der Nationalsozialistischen Staats- und Heeresführung verübt wurde. Diese Schlacht bleibt ein menschlicher und militärpolitischer Schandfleck in der deutschen Geschichte.

Operation Market Garden ist 70 Jahre her. Die Zeitzeugen sind alt geworden. Viele, die es selbst miterlebt und erlitten haben, leben nicht mehr. Doch die Erinnerung muss weiter wach bleiben. Die Geschichten von Market Garden müssen auch den kommenden Generastionen erzählt werden. Es wird dafür neue Formen geben. Es wird manches im Gedenken anders werden. Junge Menschen werden ihren Platz finden dürfen, ebenso wie Menschen aus Deutschland; denn die Brücke von Arnhem soll eine „Brücke in die Zukunft“ bleiben.

Autor:

Michael Kleim aus Gera

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