Gera zur blauen Stunde
Christian Glasser fotografiert Stadtteile und Bauten in der Stadt und hat mit den Bildern ein Buch herausgebracht

 Blick auf Gera Untermhaus mit der Sankt Marienkirche
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  • Blick auf Gera Untermhaus mit der Sankt Marienkirche
  • Foto: Christian Glasser
  • hochgeladen von Sandra Rosenkranz

Der Geraer Fotograf Christian Glasser sucht sich in seiner Heimatstadt nicht nur die besonderen Ecken und Plätze zum Fotografieren, sondern auch die entsprechenden Zeiten aus, um die Objekte richtig in Szene zu setzen. Früh aufstehen ist kein Problem, um beispielsweise vor dem Sonnenaufgang auf den Auslöser zu drücken. In der Stadtbibliothek stellen Christian Glasser und Frank Rüdiger jetzt ihr Buch "Der besondere Blick: Geraer Stadtlandschaften" vor. AA-Redakteurin Sandra Rosenkranz hat vor der Buchpremiere bei dem gebürtigen Geraer nachgefragt, was seine Fotos auszeichnet, was er als Highlight der Stadt sieht und welche Aufnahmen er besonders gern macht.

Sie haben Maschinenbau studiert und arbeiten als Fotograf – kann man das einen ungewöhnlichen Weg nennen?
Nun, die Fotografie ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Allerdings arbeite ich hauptberuflich als Konstrukteur, finde jedoch in der Fotografie Entspannung, auch wenn es für Außenstehende seltsam erscheint, dass man zu jeder Tageszeit und bei Wind & Wetter loszieht.

Wann begann Fotografieren für Sie Leidenschaft zu werden?
Das kann man nicht auf einen gewissen Zeitpunkt festlegen, vielmehr war es ein gleitender Übergang von einem Hobby zu einem festen Bestandteil meines bzw. unseres Familienlebens. Nach einem schweren Schicksalsschlag finde ich beim Fotografieren immer wieder neue Kraft & Energie.

Gehört der Fotoapparat zum täglichen Weggefährten wie die Handtasche bei der Frau?
Eindeutig ja! Es gibt so gut wie keinen Weg, bei dem ich nicht den Rucksack mit der einsatzbereiten Fotoausrüstung dabei habe.

Fotografieren ist kein seltenes Hobby. Was zeichnet Ihre Fotos aus? Was macht Ihre Fotos besonders?
Ich versuche die Fotos immer sehr aufgeräumt und ohne Menschen darzustellen. Ein besonderer Reiz der Fotos liegt darin, dass bekannte Orte, Straßen & Plätze in ein besonderes Licht gerückt werden, wie man es im hektischen Alltag nie sieht oder mitbekommt. Durch das Fotografieren während der blauen Stunde kann ich die Stadt in ein besonderes Licht voller Lichtreflexe tauchen. Aber auch durch den Einsatz meines Quadrocopters kann ich vertraute Orte durch den Wechsel der Perspektive in einen ganz neuen Blickwinkel rücken.

Welche Aufnahmen haben für Sie Ihren ganz besonderen Reiz und welche machen Sie am liebsten?
Einen ganz besonderen Reiz haben für mich Fotos, die den Wandel der Stadt zeigen, mit denen die Betrachter Erinnerungen und Emotionen verknüpfen. Mich freut es, wenn ich ein Feedback bekomme und mir – oftmals ältere Mitmenschen – erzählen, was sie mit den Fotos verbinden. Am liebsten mache ich Fotos, in menschenleeren Straßen, bei denen ich träumen kann und im richtigen Moment auf den Auslöser drücken kann.

Sind Sie nur auf die Stadt Gera und ihre Stadtansichten spezialisiert?
Größtenteils Gera, aber auch Weida und das Umland wie Ronneburg, Schmölln und kleinere Dörfer.

Warum sollte es jetzt ein Buch sein, denn es gibt ja schon einen Kalender mit Bildern von der Gera?
Der Kalender war meine eigene Kreation, das Buch ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Frank Rüdiger. Er hat mich über das Internet angeschrieben, ob ich Interesse habe, dieses Buch mit ihm zusammen herauszubringen. Auf fast 80 Seiten ist streckenweise ein Bild pro Seite zu sehen, manchmal zwei, drei jeweils mit der Angabe, was man sieht und wann das Bild entstanden ist.

Haben sie besondere Technik, mit der Sie fotografieren?
Nein, eine besondere Technik habe ich eigentlich nicht. Während des Fotografierens lasse ich mir viel Zeit, nutze meine Erfahrung, viel Emotion aber auch moderne Technik natürlich.

Was haben Sie in das Buch einbringen können, was sonst nicht möglich gewesen wäre?
Aufnahmen, die mit einer „Drohne“ (wenn Ihnen das Wort reicht??) gemacht wurden, zeigen ungewohnte Ansichten. Es sind auch Ansichten enthalten, die ein gewisses Farbspektrum wiedergeben, bei dem man oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss. Aufgrund des Fotografierens zur blauen, beziehungsweise zur goldenen Stunde, haben die Bilder eine ganz besondere, fast magische Farbwirkung.

Das Highlight im Buch?
Das ganze Buch ist für mich ein Highlight. Wenn ich ein Foto aus dem Buch benennen müsste, ist es eindeutig die nächtliche Aufnahme unseres Ferberturmes unter dem Sternenhimmel.

Ihr Highlight in Gera? Was ist das Besondere an Gera? Was ist das Beste von Gera?
Gera ist für mich Heimat. Ich liebe es, die Schönheit der Stadt mit meinen Fotos zu zeigen, mein pers. Highlight ist allerdings Untermhaus. Mich fasziniert dieses Stadtviertel, die Mischung aus alten verwinkelten Gassen und Straßen in Verbindung mit den vielen liebevoll sanierten Gebäuden. Hier gibt es so viele Details zu entdecken – man findet bei jedem Spaziergang etwas neues.

Welches ist Ihr nächstes Projekt?
Viele Leute haben mich schon darauf angesprochen und deshalb wird es ein Kalender mit Bildern von der Stadt Weida werden. Wenn es die Zeit zulässt evtl. auch ein Bildband.

Wie sieht es mit anderen Fotos als Landschafts-, Architektur- und Stadtfotografie aus?
Auf jeden Fall mache ich auch andere Bilder, zum Beispiel Natur- und Tieraufnahmen, ein sehr interessantes Gebiet stellt für mich noch die Astrofotografie dar.

Könnten Sie sich vorstellen, ihre Bilder noch in Ausstellungen zu präsentieren?
Die Überlegung dahingehend bestand auch schon einmal. Die Wohngenossenschaft „Neuer Weg“ bietet in ihren Räumen die Möglichkeit. Aber ich bin noch nicht dazu gekommen die ganzen Bilder auszudrucken und mir fällt es immer schwer, eine Auswahl aus den ganzen Fotos zu treffen. Aber vielleicht setze ich mich mit meinem Sohn einmal zusammen und er soll entscheiden…

Ihr größter Wunsch?
…eine Fototour durch Norwegen…

Termin:
9. April, 17 Uhr Stadtbibliothek Gera, Buchpremiere "Der besondere Blick: Geraer Stadtlandschaften" mit Fotograf Chris Glasser und Herausgeber Frank Rüdiger
www.facebook.com/chrisglasserfoto

 Blick auf Gera Untermhaus mit der Sankt Marienkirche
Fotograf Christian Glasser

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