Landgericht Gera hat einen 66-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt
Lebenslang für Mord an Stephanie

Symbolbild

Update 16.39:

Missbraucht und von Brücke gestoßen - lebenslang für Mord an Stephanie

Die Aufklärung des Verbrechens dauerte lange. Gutes Gespür, neue Methoden zur DNA-Analyse und moderne Computertechnik führten schließlich zum Täter. Jahrzehnte nach dem Tod von Stephanie ist ein Urteil gesprochen.

Für die Richter steht fest: Stephanie wurde entführt, missbraucht und von einer Brücke gestoßen. Mehr als 27 lange Jahre sind seit dem gewaltsamen Tod der Zehnjährigen aus Weimar vergangen. Aber: «Mord verjährt nicht - und das ist gut so.» Mit diesen Worten leitete Richter Uwe Tonndorf die Urteilsbegründung in dem Mordfall ein. Zuvor hatte er am Freitag die Entscheidung der ersten Strafkammer des Landgerichts Gera verkündet: lebenslange Haft für einen 66-Jährigen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Deutsche Stephanie im August 1991 in Weimar entführt und später missbraucht hat. Schließlich habe er das Kind von der Teufelstalbrücke an der A4 bei Hermsdorf 48 Meter in den Tod gestoßen. Die Kammer ging von Mord aus und folgte mit ihrem Spruch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte hatte vor Gericht die Entführung eingeräumt, aber bestritten, das Mädchen missbraucht und getötet zu haben.

In seinem Schlussvortrag hatte Oberstaatsanwalt Rolf Mohrmann noch einmal geschildert, wie sich der Fall vor fast 30 Jahren abgespielt haben muss: Der Täter lockte Stephanie aus dem Goethe-Park in Weimar, indem er ihr 50 D-Mark dafür versprach, ihm den Weg zum Schloss Belvedere zu zeigen. Tatsächlich aber wollte der Kraftfahrer sich an dem Mädchen vergehen, fuhr dazu mit ihm bis hinter das bayrische Schwarzenbach. Auf einem Waldweg sei es dann zu dem Missbrauch gekommen.

Dabei hatte der Mann - so der Staatsanwalt - zunächst wirklich die Absicht, Stephanie wieder nach Weimar zu bringen und sie dort auszusetzen. Als das Kind jedoch weinte und quengelte, gab er ihm Beruhigungstabletten, die er in einem Erfrischungsgetränk aufgelöst hatte. Auch der Täter nahm von den Medikamenten. Als das Mädchen dann kaum noch ansprechbar gewesen sei, habe er es von der Brücke geworfen.

Tonndorf erklärte, dieser Ablauf sei im Prozess durch Aussagen von Gutachtern und Medizinern bestätigt worden. Den Entschluss, Stephanie zu töten, habe der Angeklagte gefasst, weil er glaubte, sie würde wegen einer Überdosis Tabletten sterben. Da habe er das Mädchen «loswerden» wollen. «Sie haben bei der Polizei auch zugegeben, Stephanie von der Brücke gestoßen zu haben», sagte er in Richtung des Mannes, der die Ausführungen des Richters ohne erkennbare Regungen verfolgte.

Für das Geständnis bei der Polizei hatte der 66-Jährige eine Erklärung parat: Er sei bei seiner Verhaftung im März 2018 in Berlin schwer im Gesicht verletzt worden und habe unter starken Schmerzen ausgesagt. Eigentlich hätte deshalb die Aussage gar nicht verwertet werden dürfen, hatte sein Verteidiger erklärt - vergebens. Eine Anzeige hatte der Beschuldigte allerdings nach eigenen Angaben nicht gestellt.

Ausdrücklich lobte Tonndorf in seiner Urteilsbegründung die Sonderkommission «Altfälle» der Kriminalpolizei in Jena. «Hätte es eines Beweises bedurft, welch wichtige Arbeit dort geleistet wird, dann ist es dieser Fall», sagte er. Zahlreiche Beamte der Polizei hatten die Urteilsverkündung im Zuschauerbereich des Gerichtssaales verfolgt. «Es wäre fatal, wenn die Sonderkommission aus fiskalischen Gründen aufgelöst oder abgeschmolzen würde», mahnte Tonndorf. Die Aufklärung von Kapitalverbrechen sei auch nach langer Zeit von enormer Bedeutung.

Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Der Verteidiger kündigte an, er werde sich mit seinem Mandanten beraten, ob Rechtsmittel eingelegt werden sollen. Dafür ist nun eine Woche Zeit. (dpa)
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Update 13.24 Uhr:

Rund 27 Jahre nach der Ermordung der zehnjährigen Stefanie aus Thüringen hat das Landgericht Gera einen 66-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Deutsche das Mädchen im August 1991 in Weimar entführt und später missbraucht hat. Schließlich habe er das Kind von der Teufelstalbrücke an der Autobahn 4 bei Hermsdorf 48 Meter tief in den Tod gestürzt. Das Gericht ging von Mord aus und folgte mit seinem Spruch dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Mannes hatte einen Freispruch gefordert. (dpa)
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Update 11.23 Uhr:

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der zehnjährigen Stephanie aus Weimar hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Der Mann habe das Kind im August 1991 loswerden wollen, nachdem er es entführt und missbraucht habe, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Mohrmann am Freitag vor dem Landgericht Gera. Die Einlassung des heute 66 Jahre alten Deutschen, er habe das Mädchen an der Teufelstalbrücke an der Autobahn 4 lediglich abgesetzt, sei unglaubwürdig. Vielmehr habe er Stephanie in Mordabsicht von der Brücke gestoßen.

Der Verteidiger des Beschuldigten erklärte, sein Mandant habe gar kein Motiv dafür gehabt, das Mädchen zu töten. Dieser sei davon ausgegangen, dass es kein Missbrauch gewesen sei, als er das Kind aufgefordert habe, sich vor ihm auszuziehen. Vom Mordvorwurf sei der Angeklagte freizusprechen.

Das Gericht wollte sein Urteil gegen 13 Uhr verkünden.

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Der mutmaßliche Mörder von Stephanie bestreitet vor Gericht, die Zehnjährige umgebracht zu haben. Nun steht die Entscheidung der Richter an - fast drei Jahrzehnte nach dem Tod des Mädchens.

Sie wurde entführt und dann wahrscheinlich missbraucht und von einer Brücke in den Tod gestoßen: 27 Jahre nach dem Tod der zehnjährigen Stephanie aus Weimar wird am heutigen Freitag das Urteil gegen ihren mutmaßlichen Mörder erwartet. Zuvor wollen Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Landgericht Gera ihre Plädoyers halten. Im Fall einer Verurteilung droht dem angeklagten Kraftfahrer eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Anklage wirft einem 66-Jährigen vor, das Kind im August 1991 aus dem Goethepark in Weimar entführt, missbraucht und dann von der Teufelstalbrücke an der A4 etwa 48 Meter in die Tiefe gestoßen zu haben. Der Deutsche hat die Entführung eingeräumt. Von dem geplanten Missbrauch habe er abgesehen. Der Angeklagte bestreitet zudem, das Mädchen absichtlich von der Brücke gestoßen und so getötet zu haben.

Dass es in der Sache überhaupt zu einer Anklage und einem Prozess kam, ist der Arbeit der Sonderkommission «Altfälle» der Kripo in Jena zu verdanken. In akribischer Kleinstarbeit wurden Gerichts- und Polizeiakten zusammengeführt, um Ähnlichkeiten mit anderen Kindesentführungen und Missbrauchsfällen zu entdecken. Da der Angeklagte einschlägig vorbestraft ist und seine Vorgehensweise mit dem Fall Stephanie vergleichbar war, wurde er im März diesen Jahres in Berlin festgenommen.

Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Mann eine Persönlichkeitsstörung. Die Schuldfähigkeit sei aber nicht beeinträchtigt. Bei Gesprächen mit dem Angeklagten in der Untersuchungshaft sei ihm deutlich geworden, dass dieser mit Blick auf seine früheren Straftaten keine Reue gezeigt oder ein Schuldbewusstsein entwickelt habe, so der Gutachter. Vielmehr habe er sich oft als Opfer dargestellt. (dpa)Mord an zehnjähriger Stephanie - Urteil erwartetDer mutmaßliche Mörder von Stephanie bestreitet vor Gericht, die Zehnjährige umgebracht zu haben. Nun steht die Entscheidung der Richter an - fast drei Jahrzehnte nach dem Tod des Mädchens.Gera (dpa) - Sie wurde entführt und dann wahrscheinlich missbraucht und von einer Brücke in den Tod gestoßen: 27 Jahre nach dem Tod der zehnjährigen Stephanie aus Weimar wird am Freitag (09.00 Uhr) das Urteil gegen ihren mutmaßlichen Mörder erwartet. Zuvor wollen Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Landgericht Gera ihre Plädoyers halten. Im Fall einer Verurteilung droht dem angeklagten Kraftfahrer eine lebenslange Freiheitsstrafe.Die Anklage wirft einem 66-Jährigen vor, das Kind im August 1991 aus dem Goethepark in Weimar entführt, missbraucht und dann von der Teufelstalbrücke an der A4 etwa 48 Meter in die Tiefe gestoßen zu haben. Der Deutsche hat die Entführung eingeräumt. Von dem geplanten Missbrauch habe er abgesehen. Der Angeklagte bestreitet zudem, das Mädchen absichtlich von der Brücke gestoßen und so getötet zu haben.Dass es in der Sache überhaupt zu einer Anklage und einem Prozess kam, ist der Arbeit der Sonderkommission «Altfälle» der Kripo in Jena zu verdanken. In akribischer Kleinstarbeit wurden Gerichts- und Polizeiakten zusammengeführt, um Ähnlichkeiten mit anderen Kindesentführungen und Missbrauchsfällen zu entdecken. Da der Angeklagte einschlägig vorbestraft ist und seine Vorgehensweise mit dem Fall Stephanie vergleichbar war, wurde er im März diesen Jahres in Berlin festgenommen.Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Mann eine Persönlichkeitsstörung. Die Schuldfähigkeit sei aber nicht beeinträchtigt. Bei Gesprächen mit dem Angeklagten in der Untersuchungshaft sei ihm deutlich geworden, dass dieser mit Blick auf seine früheren Straftaten keine Reue gezeigt oder ein Schuldbewusstsein entwickelt habe, so der Gutachter. Vielmehr habe er sich oft als Opfer dargestellt.

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