Wie ist das Leben als Tanzlehrerin, Frau Paunack?

Ob Gesellschaftstanz oder Hip Hop - bei Tanzlehrerin Katja Paunack (hier mit Tanzpartner) lernt jeder, wie's richtig geht.
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Katja Paunack: „Für mich bedeutet Tanz die leidenschaftliche Hingabe der Musik.“

“Und was machen Sie hauptberuflich?“, über diese wiederkehrende Frage von Leuten kann Katja Paunack nur schmunzeln. „Tanzlehrer wird immer noch in die Freizeitecke gestellt, kaum jemand weiß, dass es ein Fulltimejob ist, der einen oft weit über 40 Stunden hinaus fordert.

Für die junge Frau ist es der Traumjob. „Es ist ein toller Beruf, weil er so vielseitig ist. Man arbeitet mit unterschiedlichsten Menschen und Charakteren - von 3 Jahren bis zum Ruheständler, mit Paaren, in Gruppen oder im Einzelunterricht. Man darf ihre Erfolgserlebnisse mit ihnen teilen, erlebt die Geselligkeit in den Gruppen oder Paare, die bei ihrem gemeinsamen Hobby Tanz das Miteinander genießen. Oder sieht in strahlende Kinderaugen“, so die junge Frau, die schon im Alter von vier Jahren zu tanzen begann.
Doch Tanz ist weit mehr als Bewegung nach Musik, auch das weiß sie. Tanz ist Leidenschaft. Um Tanzlehrer zu werden, reicht es nicht, Tanzschritte zu vermitteln. Man benötigt Fingerspitzengefühl, denn jeder Tanzschüler ist ein anderer Lerntyp.
Auf ihre Fähigkeiten einzugehen, die Lernenden dabei weder zu über- noch zu unterfordern, ist die Herausforderung. Und sie dabei stets zu motivieren, mitzuziehen, zu begeistern. Auch die kreative Seite des Berufes ist nicht zu unterschätzen, wie zum Beispiel die Vorbereitung und Durchführung von Tanzauftritten. Das bedeutet Choreografien erarbeiten, Zusatztrainings, Kostüme auswählen, Ablauf organisieren, moderieren... Dabei stets den aktuellen Trends folgen, die neuesten Charts kennen...

Als selbstständiger Tanzlehrer fällt zudem auch die Organisation der Kurse an, die in Räumen der Tanzschule oder außerhalb stattfinden. Manchmal geht's auch ins Wohnzimmer, damit der Hochzeitswalzer für das Brautpaar ein voller Erfolg wird... Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf den Gesellschaftstänzen, aber insbesondere die Jugend steht auf Hip Hop oder Videoclip-Dance. Hoch im Kurs steht derzeit Zumbafitness, ein lateinamerikanisch inspiriertes Tanz-Fitness-Workout .
Dem Vorurteil, Nordeuropäer hätten kein Rhythmusgefühl, stimmt Katja nicht zu. „Viele tanzen gerne und haben auch Rhythmusgefühl. Die anderen, die denken sie hätten keins, trauen sich nur nicht, sich der Musik hinzugeben“.

Hintergrund-Infos:
Wo?
Der Beruf des ADTV Tanzlehrers ist staatlich nicht anerkannt. Die Ausbildung erfolgt über den Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV), untergliedert in den praktischen Teil in einer ADTV Tanzschule und dem fachlich-theoretischen Unterricht, der für unsere Region in Jena erfolgt.

Was?
Bewegung, Umgang mit Menschen aller Altersgruppen, Musik verschiedener Genres, kreative Arbeit, Planung und Organisation von Veranstaltungen, Hauptthema Gesellschaftstanz, parallel individuelle Qualifikationen (z.B. Kindertanz, Hip Hop, Discodance, Rock`n Roll...)

Wie lange?
Drei Jahre

Voraussetzungen?
18 Jahre bei Ausbildungsbeginn,
allgemeinbildender Schulabschluss,
volle Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit der Wirbelsäule, Hände, Arme und Beine,
Koordinationsfähigkeit,
Belastbarkeit der Stimme, fehlerfreie Aussprache,
Freude an Bewegung und Tanz, sowie am Umgang mit Menschen,
Akzeptanz der besonderen Arbeitszeiten (abends, am Wochenende)

Vita Katja Paunack (31 Jahre)
Abitur, mit 19 dreijährige Ausbildung zum ADTV Tanzlehrer,
im Anschluss Selbstständigkeit mit eigener Tanzschule „DANCE AREA Katja Paunack“, damals mit 22 Jahren jüngste Tanzschulinhaberin Deutschlands

Autor:

Kerrin Viererbe aus Hermsdorf

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