Hochwasser Weiße Elster in Greiz: Müde und erschöpft

Zugführer Andreas Sorber aus dem Kyffhäuserkreis.
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  • Zugführer Andreas Sorber aus dem Kyffhäuserkreis.
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„Müde“, kommt die Antwort spontan und mit ganz vielen „ü“ auf die Frage, wie es ihm geht. Andreas Sorber ist Zugführer eines 21-köpfigen Trupps des Katastrophenschutzes. Gerade sind sie damit beschäftigt, einen Keller gegenüber der Vogtlandhalle leer zu pumpen.

Lauscht man ihren Gesprächen, ist kein vogtländischer Dialekt zu vernehmen. Kein Wunder, die Kameraden kommen aus Greußen, Ebeleben und Sondershausen. Das bedeutet drei Stunden Anfahrt. Seit Sonntag, 21 Uhr, sind sie ohne Schlaf in Greiz im Einsatz. Zuerst wurden sie an eine Chemiefabrik beordert. Hier kam jede Hilfe zu spät. Eine halbe Stunde haben sie gegen die braune Flut gekämpft und doch verloren. An der Eislaufhalle und der daneben liegenden Kindertagesstätte konnten sie mehr bewirken. Der Keller der Kita stand 1,70 Meter hoch unter Wasser. „Unsere Pumpen liefen ohne Pause“, erklärt Sorber. Nächster Einsatzort war die Straße vor der Vogtlandhalle: Straßenläufe säubern. Der Zugführer staunte nicht schlecht, als die Projektantin mit den Plänen auftauchte, wo sich welcher Straßeneinlauf befindet.

Seit über 24 Stunden im Einsatz, zuvor auch schon zwölf Stunden wach. Wie übersteht man das? „Viel Kaffee. Und man darf nicht den Fehler machen, sich mal zehn Minuten im Einsatzfahrzeug hinzulegen. Es ist besser wach zu bleiben“, meint er und reibt sich die Augen. Erstaunt ist der Zugführer, wie ruhig die vom Hochwasser Betroffenen geblieben sind: „Selbst, wenn wir nicht gleich helfen konnten, hatten sie Verständnis. Man muss den Menschen auch erklären, dass es genau in diesem Moment wenig Sinn macht, den Keller auszupumpen“.

Auch das Thema Sensationstourismus sieht der Zugführer eher gelassen: „Stellen Sie sich mal vor, es gibt ein Jahrhunderthochwasser und das interessiert niemand außer die Betroffenen!“. Für ihn gehören die Schaulustigen dazu. Der Großteil von ihnen gibt sogar Zuspruch und bedankt sich für den Einsatz der Rettungskräfte. „Ein etwa 50-Jähriger, der vom Hochwasser selbst nicht betroffen war, drückte uns 30 Euro in die Hand und meinte, dass wir uns nach dem Einsatz einen Kasten Bier leisten sollen“, schließt Sorber das oftmals kritisierte Thema mit den „Gaffern“ ab.

Ursprünglich sollte sich Montagabend entscheiden, ob der Trupp aus dem Kyffhäuser seinen Einsatz an der Weißen Elster in Greiz beenden kann. Sorber lehnte ab. Derart übermüdet nach Hause zu fahren mache wenig Sinn. Und so haben sie noch bis in die Nachstunden weiter Keller ausgepumpt, bevor sie beim DRK Greiz für ein paar Stunden die Augen schließen konnten.

Weitere Berichte und Fotogalerien sind hier zu finden:

http://www.meinanzeiger.de/gruppen/hochwasser-155.html/action/tab/articles/view/visits/

Autor:

Steffen Weiß aus Gera

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