Grundrente gegen Altersarmut, betriebliche Altersversorgung stärken

Die Grundrente soll zum 1. Januar 2021 kommen. „Damit helfen wir den Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben und trotzdem kaum von ihrer Rente leben können“, sagt Volkmar Vogel, Bundestagsabgeordneter aus Ostthüringen.

„Mit dem im Koalitionsausschuss ausgehandelten Kompromiss unterstützen wir Menschen in Ost und West, die Mehrzahl davon Frauen, die im Niedriglohnbereich tätig waren“, so Volkmar Vogel. Der CDU-Bundespolitiker sagt weiter: „Wir setzen damit die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags um und zeigen: Die Große Koalition ist handlungsfähig und durchsetzungsstark.“

Für Volkmar Vogel ist wichtig: „Wer mindestens 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt, Kinder großgezogen oder Angehörige gepflegt hat, muss besser dastehen, als jemand, der nicht gearbeitet hat. Doch wir müssen auch dafür sorgen, dass die Grundrente wirklich bei den Bedürftigen ankommt.“
Die umfassende Einkommensprüfung war Volkmar Vogel deshalb wichtig: „Wie auch der Alterssicherungsbericht der Bundesregierung zeigt, haben viele Menschen in Deutschland hohe Einkommen außerhalb der gesetzlichen Rente oder Vermögen. Deren Rente muss nicht mit Steuergeldern aufgestockt werden.“

„Mit dem Einkommensfreibetrag in Höhe von 1.250 Euro bei Alleinstehenden und 1.950 Euro bei Paaren stellen wir sicher, dass sich das Sparen fürs Alter auch lohnt“, so Volkmar Vogel. Zugleich wird die betriebliche Altersversorgung gestärkt und das Problem der die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten in der Gesetzlichen Krankenversicherung gelöst.

Im Detail gilt für die Grundrente Folgendes:

Voraussetzungen
Die Grundrente gilt ab Januar 2021 für alle Menschen, die mindestens 35 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben und dennoch von Altersarmut bedroht sind. Zu den Beitragsjahren gehören neben Pflichtbeitragszeiten für versicherte Beschäftigung u.a. auch Betragszeiten aufgrund von Kindererziehung und Pflege.
Die Grundrente muss nicht beantragt werden. Die Rentenversicherung ermittelt den Bedarf automatisch mithilfe der Daten des Finanzamts. Auch Kapitalerträge oder Einkünfte aus Vermietung werden erfasst. Dabei gilt ein Einkommensfreibetrag in Höhe von 1.250 Euro bei Alleinstehenden und 1.950 Euro bei Paaren.

Berechnung
Sind die Voraussetzungen für die Grundrente erfüllt, erhalten Betroffene einen Zuschlag. Zur Berechnung wird ein Durchschnittswert der Entgeltpunkte für 35 Jahre bei dem betreffenden Rentner gebildet. Dieser wird verdoppelt. Es gilt jedoch eine Obergrenze von 0,8 Rentenpunkten, die durch die Verdoppelung nicht überschritten werden darf. Der individuelle Zuschlag wird dann um 12,5 Prozent gekürzt. Die so neu bemessene Rentenleistung wird von der Rentenversicherung ausgezahlt.

Betriebsrenten
Derzeit zahlen Betriebsrentner den vollen Krankenkassenbeitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung für ihre Betriebsrenten. Zukünftig gilt ein dynamisierter Freibetrag in Höhe von 155,75 Euro monatlich.

Betriebliche Altersversorgung
Beteiligen Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer am Unternehmen, dann ist das zukünftig bis zu einem Höchstbetrag von 720 Euro steuerfrei. Dazu wird der derzeit geltende Höchstbetrag verdoppelt. Ebenfalls verdoppelt wird der 2017 mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz eingeführte BAV-Förderbetrag auf nun 288 Euro. Damit wird der Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung von Geringverdienern gezielt unterstützt.

Grundsicherung und Wohngeld
Der Freibetrag in der Grundsicherung, der derzeit für die private und betriebliche Altersversorgung gilt, wird zukünftig auch für die gesetzliche Rente gelten. Auch beim Wohngeld wird ein Freibetrag eingeführt, damit die Verbesserungen bei der Rente nicht durch Kürzungen beim Wohngeld ins Leere laufen.

Autor:

Sabine Theiß aus Gera

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