Koalitionsverhandlungen
Stärkung des ländlichen Raums entlastet auch Metropolen

„Die Belange der Dörfer und kleinen Städte müssen baupolitisch in dieser Legislaturperiode stärker berücksichtigt werden“, sagt der Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel aus Ostthüringen. „Was wir für Ballungsräume mit dem Gebietstypus „Urbanes Gebiet“ erreicht haben, sollte auch im ländlichen Raum anwendbar sein“, ist der Baupolitiker überzeugt.

Die Metropolen platzen aus allen Nähten. 1,5 Millionen Wohnungen sollen deshalb in dieser Legislaturperiode neu gebaut werden. Doch in zahlreichen Gesprächen spürt Volkmar Vogel: „Junge Leute zieht es wieder zurück aufs Land, in ihr Heimatdorf - meist auch wegen der Familie. Diesen Wunsch sollten wir unterstützen, statt bürokratische Hürden aufzustellen.“

Die Baurechtsnovelle vom Mai 2017 beispielsweise ermöglicht in stark nachgefragten Innenstadtlagen dichteres Bauen mit hohem Wohnanteil. Mit dem neuen Gebietstypus „Urbanes Gebiet“ wurden die Voraussetzungen geschaffen, Wohnen, Arbeiten und Freizeit besser miteinander zu kombinieren.
Vogel sagt: „Die angemessene Nachverdichtung und die gemischte Nutzung, die wir für Ballungszentren ermöglicht haben, sollte auch auf kleinere Ortschaften anwendbar sein. So könnte beispielsweise in den „Stadtdörfern“ von Gera die Nachverdichtung durch Bauen in zweiter Reihe oder Lückenbebauung und mehr Flexibilität bei Abstandsflächen erleichtert werden. Indem auch auf dem Land wieder Gewerbe und Wohnen unter einen Hut gebracht werden, erhalten wir die Dörfer lebendig. Denn unter jungen Menschen wird die Region Ostthüringen, im Dreieck zwischen Chemnitz/Zwickau, Leipzig und Jena im beliebter.“

Ländlichen Raum attraktiv halten

Insgesamt eine Million Wohnungen wurden in den letzten vier Jahren neu gebaut. Im Fokus stand bisher insbesondere der soziale Wohnungsbau in Ballungszentren. Mit den Mitteln der Städtebauförderung konnte die Lebensqualität vielerorts deutlich verbessert werden.

Der CDU-Politiker Vogel weiß: „Gute Wohnverhältnisse und ein funktionierendes Wohnumfeld sind wesentliche Voraussetzungen für sozialen Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Aufgabe des Bundes ist es, hierfür den gesetzlichen Rahmen zu stecken, flankiert von einer differenzierten Förderpolitik, steuerlichen Anreizen und der weiteren Stärkung der Städtebauförderung. Mit innovativen Konzepten können wir den Neubau und die Sanierung des Bestands ankurbeln - in der Stadt und auf dem Land. Wir dürfen uns nicht nur auf den sozialen Wohnungsbau in Metropolen konzentrieren, sondern müssen auch die ländlichen Regionen und die Privatbesitzer in den Fokus stellen. Das Ziel sind lebenswerte Stadt- und Ortskerne sowie attraktive Quartiere - auch bei rückläufigen Bevölkerungszahlen und sich verändernden Strukturen. Daran sollten wir gemeinsam mit den Ländern arbeiten.“

Autor:

Ralf Kothe aus Sondershausen

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