Löwen fressen keinen Blumenkohl. Zum Tag des Geflügels nachgefragt im Tierpark Gera

So sieht also ein glückliches Huhn aus.
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Morgen wird weltweit der Tag des Geflügels begangen. Mit Geflügel sind diejenigen Vogelarten gemeint, die als Haus- beziehungsweise Nutztier zum Zweck des Verzehrs durch den Menschen gehalten werden.

Dass das auch anders geht, ist seit Jahren im Geraer Tierpark zu erleben. Drei Gänse, ein Putenpaar, zehn Hühner und zwölf Enten sind derzeit im Bereich des Bauernhofes zu sehen. Die Laufenten, Zwergenten, Cayuga-Enten, Hausgänse, Orpington-Hühner und Cröllwitzer Puten ergeben ein buntes Bild, ganz nach dem Geschmack der großen und kleinen Tierparkbesucher.

Wie von Steffen Horn, dem stellvertretenden Tierparkleiter zu erfahren war, werden derzeit täglich Eier abgesammelt. Die landen nicht weich gekocht auf dem Frühstückstisch, sondern in der Brutmaschine. In der Brutmaschine deshalb, weil die notwendige Ruhe zum Selbstausbrüten auf dem Gelände nicht gegeben ist. „21 Tage dauert es, bis ein Huhn schlüpft“, erklärt Horn. Bei den Gänsen, Enten und Puten sind es 28 Tage. Der Natur entsprechend, werden die Gänse- und Enteneier bei höherer Luftfeuchtigkeit ausgebrütet.

„Nach sieben Tagen in der Brutmaschine durchleuchten wir jedes Ei, ob es befruchtet ist und ein Küken heranwächst. Bereits einen Tag vor dem Schlüpfen picken die Küken die Schale von innen an“, so Horn. Frisch geschlüpft, kommen die Küken wieder auf das Bauernhofgelände. „Wir können sie aber nicht gleich auf die Freifläche lassen. Sie wären sonst ein gefundenes Fressen für die Krähen“, gibt Horn zu bedenken. Am 24. März werden die ersten Hühnerküken schlüpfen und könnten dann ab dem 28. März noch rechtzeitig vor dem Osterfest zu sehen sein.

Natürlich sei man bestrebt, so viel wie möglich Nachwuchs zu produzieren, um den Besuchern auch etwas zeigen zu können. Die Befruchtungsraten sind laut Horn unterschiedlich und können nicht wirklich vorausgesagt werden. Aber letztlich steigt die Geflügelpopulation im Tierpark mit jeder Nachzucht. Die Zahl der Tiere wird größer, als der für sie zur Verfügung stehende Platz. Und hier schließt sich der Kreis wieder, auch wenn es sich im ersten Moment brutal anhört: „Löwen fressen keinen Blumenkohl“. Im Herbst wird die Geflügel-Nachzucht selektiert. „Löwen - natürlich auch die anderen Raubtiere bis hin zur Schneeeule - brauchen eine abwechslungsreiche Nahrung“, so Horn und dabei sei das selbst gezüchtete „glückliche“ Huhn wesentlich wertvoller als ein gekaufter Broiler aus der Massentierhaltung. Um beim Beispiel des Löwen zu bleiben, wird Federvieh grundsätzlich getötet, aber mit allem Drum und Dran, also auch den Federn, verfüttert. Das sei wichtig für die Verdauung.

Autor:

Steffen Weiß aus Gera

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