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Nur eine Frage: Wie viel Geld kostet Geld?

Wo: Deutsche Bundesbank, Wilhelm-Epstein-Straße 14, 60431 Frankfurt am Main auf Karte anzeigen
Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank
Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank (Foto: Deutsche Bundesbank)
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Antwort von Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank:

Bargeld ist in Deutschland beim Einkauf im Supermarkt oder Restaurantbesuch trotz der zunehmenden Verbreitung von Kredit- und Girokarten (ehemals EC-Karten) das beliebteste Zahlungsmittel. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die für Verbraucher einfache und unentgeltliche Nutzung von Banknoten und Münzen sein. Die Herstellung der Banknoten und Münzen verursacht allerdings Kosten. Die Kosten für den Banknotendruck beliefen sich im vergangenen Jahr auf 36 Millionen Euro. Bei den Münzen - hierunter fallen neben den Euro-Münzen, die im Alltag für Bezahlvorgänge genutzt werden, auch höherwertige Sammlermünzen aus Gold und Silber - schlugen laut Haushaltsgesetz sogar fast 370 Millionen Euro zu Buche, denen Münzgewinne von 671 Mio. Euro gegenüberstanden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die jeweils anfallenden Kosten von der jährlich zu beschaffenden Menge abhängen und mit der Bargeldausgabe auch Einnahmen verbunden sind, die die anfallenden Aufwendungen deutlich übersteigen. Bei den Banknoten und Münzen handelt es sich zudem um Hightech-Produkte, bei denen die aufwendigen Herstellungstechniken eine hohe Beständigkeit und Fälschungssicherheit garantieren. Der Wert des Bargeldes ist aber nicht nur an den Einnahmen und Ausgaben zu messen. Bargeld gibt seinem Besitzer ein Stück Entfaltungsmöglichkeit und ist damit, wie Dostojewski sagt, „geprägte Freiheit“.

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