Allein schaffen wir das nicht. Volkshaus Zwötzen nach der Flut auf dem Weg zu einem sozio-kulturellem Zentrum

Jeannette Radziej (links) und Erika Wellmann möchten das Volkshaus Zwötzen wieder zu einem wahren Volkshaus machen. Mitstreiter sind herzlich willkommen!
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Ein Bild des Schreckens, wie überall entlang der Elster ­Anfang Juni: Anderthalb ­Meter hoch stand das Wasser im voll unterkellertem Volkshaus Zwötzen. Heizungs­an­lage, Schankanlage, Clubraum, Dekolager, Werk­statträume – alles hinüber. Der Schaden schlägt mit 236 000 Euro zu Buche.

Und doch gehört der Stadtverband der Amateurkünstler e.V., der das Haus betreibt, zu den Glückspilzen unter den Hochwasseropfern. Dem Verein wurden Fördermittel aus dem Aufbauhilfeprogramm bewilligt. Weil die damalige Vorsitzende Christina Radziej auf einer Veranstaltung dem Thüringer Kultusminister Christoph Matschie die prekäre Lage schilderte, kam der Politiker am 11. September persönlich zur Übergabe des Förder­bescheids zur Beseitigung der Hoch­wasserschäden.

„Voraussetzung für eine konkrete Förderung ist, dass das Volkshaus auch wirklich ein soziokulturelles Zentrum ist“, erklärt Erika Wellmann, seit 1. September verantwortlich für die Kulturarbeit im Volkshaus. Überlegungen, das Haus mit Leben zu füllen, gibt es seit Längerem und jetzt erst recht. Sie spricht von einem Neustart, das Haus für Interessenten über die Mitglieder des Stadtverbandes der Amateurkünstler hinaus offen zu gestalten. Dazu möchte man einen Freundeskreis „Freunde des Volkshauses“ gründen. Mit nur zwei fest angestellten Mitarbeitern ist das natürlich nicht möglich. Dazu bedürfe es ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Die Vorhaben wurden auf einer ersten öffentlichen Veranstaltung am 1. Oktober verkündet. „Die Gäste reagierten positiv“, freut sich Wellmann. Eine zweite „Spinnstunde“ gab’s am 15. Oktober. Da wurden die Ideen bereits konkreter: Spielstunden für Kinder, Probekochen veganes Essen, Kinderdisko, 80er-Jahre-Party im kleinen Rahmen, irische Tage... Heute Abend, 19.30 Uhr, gibt es die nächste Zusammenkunft. „Noch ist alles nur ein kleines Pflänzchen“, drückt es Erika Wellmann vorsichtig aus. Dennoch möchte sie jetzt das sprichwörtliche Gas geben, dass noch in diesem Jahr wenigstens eine der Ideen umgesetzt werden kann.

Während dessen kümmert sich Jeannette Radziej, die neue Vorsitzende des Stadtverbandes der Amateurkünstler Gera, um den notwendigen Schriftverkehr mit dem Kultusministerium. Die Handwerker für die Beseitigung der Hochwasserschäden stehen in den Startlöchern. Nicht für jede Arbeit bedarf es eines Handwerkers. Das sagten sich auch Mölli (alias Jens Möller), Michael Schmidt und Günter Brinkmann und packen kräftig - natürlich ehrenamtlich – mit an. Nicht zu vergessen das Benefizkonzert von Mölli und die Dankeschön-Veranstaltung für die vielen Fluthelfer. „Das gibt uns Auftrieb“, schaut Erika Wellmann optimistisch in die Zukunft. Wer Interesse hat, sich in die sozio-kulturelle Arbeit des Volkshauses einzubringen, kann sich an sie unter Telefon 0365/33017 und E-Mail info@volkshaus-gera.de wenden.

Mehr Beiträge über das Hochwasser und dessen Folgen mit hunderten von Fotos sind hier zu finden:

http://www.meinanzeiger.de/gruppen/hochwasser-155.html/action/tab/articles/view/visits/

Autor:

Steffen Weiß aus Gera

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