Landkreis Gotha / Wartburgkreis / Eisenach / Ilm-Kreis
Was 2018 so nicht im Polizeibericht stand

Symbolbild

Das Jahr 2018 war wieder recht ertragreich, was die Sammlung von Kuriositäten im Polizeialltag angeht. Die aufgeschriebenen Sachverhalte bieten ein breites Spektrum menschlicher Handlungen, die mitunter recht absurd anmuten.

+++ Bereich PI Arnstadt-Ilmenau +++

Gleich zu Jahresbeginn kam es zu einer unerträglichen Geruchsbelästigung in einer Berufsschule, Buttersäure wurde vermutet. Die Detektoren der Feuerwehr fanden keinen Stoff, der die Nasenhaare wegätzte. Als die Geruchsquelle in der Herrentoilette verortet wurde, kamen Vermutungen zu Fäkalien auf. Das veranlasste die Kollegen zu folgendem Funkspruch: Polizist 1: Hat wohl jemand ein dickes Ei gelegt? Polizist 2: Kann sein, dass jemand nach den Feiertagen Verstopfungen hatte.

In der Gewahrsamszelle befand sich im Januar ein Mann, der die polizeiliche Unterkunft und die damit verbundenen Umstände nicht mochte. So kam es, dass er voller Wut seine Armbanduhr auf den Fliesenboden warf und damit zerstörte. Trocken vermerkte der Kollege im Protokoll: Uhr kaputt, Fliese ganz.

Zumeist bekommen die Kollegen im Funkstreifenwagen ihre Aufträge über Funk. Handelt es sich aber um einen komplexeren Sachverhalt, wird telefoniert und man könnte diesen Funkspruch hören: Kannst du mal über Draht zu mir kommen? Mal gucken, ob ich eine so lange Strippe finde.

Ein Nachbar sorgte sich um den anderen Nachbarn, er habe ihn schon länger nicht gesehen und im Flur vor der Wohnung rieche es übel. Das lässt düstere Vermutungen aufkommen. In diesem Fall war der Nachbar aber quicklebendig. Bei dem Geruch handelte es sich nicht um "Leichengeruch - eher klientelbedingte Geruchsbelästigung".

Nach erledigter Unfallaufnahme wollten die Kollegen zurück zur Dienststelle, um das Protokoll zu schreiben. Daraus wurde nichts, wie der folgende Funkspruch verrät: Polizist 1: wir haben den Unfall aufgenommen, aber unser Auto springt nicht an. Polizist 2: Rettung naht, macht schon mal ein Lagerfeuer an, es dauert noch ein Weilchen.

Befremdlich war der nächtliche Anruf eines Mannes im September, seine Lebensgefährtin und er werden "befeldelt" und erklärte dies mit starken elektromagnetischen Feldern. Dieser Umstand wirke sich negativ auf seine Gesundheit aus; und im Übrigen wäre auch der Digitalfunk der Polizei höchst "befeldelt", weswegen der Mann zur Rückkehr zum Analogfunk riet.

Einem recht merkwürdigen und zudem nicht umweltverträglichen Hobby geht ein junger Mann nach, der im November mit seinem Auto kontrolliert wurde. Er fuhr ständig durch einen kleinen Ort im südlichen Ilm-Kreis. Die Erklärung von ihm war simpel: er fährt gerne Auto und kann so besser abspannen.

Für Heiterkeit sorgte folgender Auftrag über Funk: Könnt ihr auf dem Rückweg ein Kriminaldelikt in Plaue aufnehmen? Das taten die Kollegen.

Die Kurzfassung zu einer Unfallflucht über Funk hörte sich so an: Ihm wurde die Vorfahrt genommen, er konnte ausweichen und ist gestürzt; der Vorfahrtsfehler ist weg.

+++ Bereich PI Eisenach +++

Im vergangenen Winter wurde ein Unfall mit einem Verletzten im Straßengraben gemeldet. Alles mit Blaulicht auf dem Dach fuhr hin. Gefunden wurde ein Mann mit heftigen Leibschmerzen, aber keine Hinweise auf ein Unfallgeschehen. Nach einer eingehenden medizinischen Untersuchung am Ort des Einsatzes konnte dem Mann geholfen werden. Ein Katheder verschaffte ihm Erleichterung, er hatte Probleme beim Wasserlassen.

Unglaubliches ereignete sich im Januar bei Reichenbach. Ein junger Mann verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, es wurde von der winterlichen Fahrbahn getragen und prallte gegen einen Findling. Den Polizisten erklärte der Fahrer, er sei einem Wildtier ausgewichen. An der Unfallstelle waren keine Wildspuren im Schnee zu finden. Insgesamt alles widersprüchlich. Erst kurz bevor die Kollegen wieder abrücken wollten, räumte der junge Mann ein, dass es sich bei dem Tier auch um eine Schneeflocke gehandelt haben könnte. Schaden am Auto übrigens 4000 Euro.

Bei frostigen minus 10 Grad Celsius wollte in Eisenach ein Jugendlicher Eindruck bei seinen Kumpels schinden. Er warf mehrere rohe Eier gegen die Fassade eines Wohnhauses, in dem ein anderer Kumpel wohnt. Der Angeber wurde angewiesen, die Sauerei zu beseitigen.

Der eine geht in der Verrichtung von Hausarbeiten auf, der andere findet sie lästig. In einem solchen Fall geriet in Eisenach ein Paar in einen Streit, der so heftig gewesen war, dass die Nachbarschaft aus Sorge um das Wohlergehen des Paares die Polizei informierte.

Es gibt Sachverhalte, die nur mit Erklärungen zum besseren Verständnis für Unbeteiligte aufschrieben werden können. In einem Fall von Körperverletzung beschrieb der Kollege die Beziehungen der Beteiligten: Herr X und Ex-Freund (ohne Liebesbindung) kam zu Frau Y und hämmerte an die Tür von Frau Z (mit Liebesbindung). Alles klar?

Keine großen Gedanken um die Geeignetheit machte sich im Sommer ein Hundehalter, der seine ausgewachsene Deutsche Dogge an einen Fahrradständer vor einer Bäckerei festband. Als das Brot eingekauft war, war die Dogge verschwunden. Und mit ihm der Fahrradständer. Dieses Teil zerrte der Hund beim Spurt durch den Ort hinter sich her.

Obwohl sturzbetrunken und kaum noch in der Lage zum Laufen und Stehen, schaffte es ein Mann mittleren Alters leere Bierflaschen umherzuschmeißen und damit für einen Scherbenteppich auf der Straße zu sorgen. Letztlich kam er zur medizinischen Überwachung in ein Krankenhaus.

Irgendwo muss man sich ja festhalten, wenn der Alkoholpegel von nahezu vier Promille jemanden die Kontrolle über seinen Körper verlieren lässt. Ein älterer Mann klammerte sich an einem Einkaufswagen fest, um so nach Hause zu kommen. Doch das Gefährt half nicht, er stürzte und kam ins Krankenhaus.

Zu einem Einsatz nach Wutha-Farnroda wurde die Polizei Eisenach von der Landeseinsatzzentrale geschickt. Der Kollege protokollierte das, was ihm ein Anrufer mitteilte: "Mitteiler meldet eine Kuhherde (braun/weiß), welche zum Teil sich Freiheit verschafft hat. Der Bulle steht noch drin ... Ansonsten sehen die Kühe gut aus."

Sehr einfach war die Anzeigenaufnahme auf der Dienststelle mit einem 21-Jährigen. Er wollte eine Anzeige wegen Diebstahl von Bargeld erstatten. Diese Straftat löste sich bereits im Rahmen der Erstbefragung in Wohlgefallen auf, da der junge Mann wohl in seiner drogenbedingten Gedächtnisschwäche vergessen hatte, wem er wann wie viel Geld gegeben hatte. Um die Geschichte rund zu machen, packte er gleich noch die Drogen auf den Tresen, die er dabei hatte. Fall geklärt.

Zielstrebig verhielt sich ein 17-Jähriger nach dem Kontakt mit der Polizei. Die Kollegen hatten ihm die Zigaretten weggenommen, die er nach dem Jugendschutzgesetz nicht besitzen darf. Allerdings bestand der 17-Jährige auf die Herausgabe neun Tage später, wenn er 18 Jahre alt wird.

+++ Bereich Inspektionsdienst Gotha +++

Ungeschickt agierte ein Mann Anfang des Jahres, der sich auf der Dienststelle über das Sozialamt echauffierte. Das Amt verweigere ihm die Grundsicherung. Für zumindest drei Tage waren seine Sorgen gegenstandslos: es gab einen Haftbefehl, der umgehend realisiert wurden.

Eigentlich sollten gerade Frauen wissen, dass die Zeit beim Einkaufen schnell in Vergessenheit gerät. Im Januar wollte eine Frau ihren Ehemann als vermisst melden, sie hatte ihn zum Einkaufen geschickt. Doch nach der sonst üblichen Zeit kehrte er nicht zurück. Die üblichen Maßnahmen liefen an, nach dem Mann wurde gesucht. Die Kollegen trafen ihn tatsächlich an einem Geschäft an. Glaubhaft konnte er erläutern, dass er diesmal tatsächlich länger als sonst zum Einkaufen brauchte.

Kaum zu glauben, aber trotzdem dokumentiert: hinter einer Hecke wurde ein volles 30-Liter-Bierfass gefunden. Und keinem gehörte es! Es wurde sichergestellt. Ob des Verfallsdatums aus dem Jahr 2015 war es sicherlich auch nicht mehr genießbar. Leider.

Da baute sich doch tatsächlich zehn Zentimeter vor einem Polizeibeamten ein Mann auf und wollte ihn mit dieser Pose bezwingen. Doch die bessere Pose hatte unser Kollege drauf, der nicht mal mit der Wimper zuckte. Deswegen völlig irritiert zog der Mann den buchstäblichen Schwanz ein und wollte sich deswegen bei Gericht beschweren.

Ein Lkw-Fahrer wurde vermisst, die Firma kontaktierte die Gothaer Kollegen. Eigentlich müsste der Mitarbeiter mit dem Lkw in Spanien sein, doch das GPS-Signal zeigte Waltershausen als Standort an. Der Lkw-Fahrer war offenbar so müde, dass er am Vormittag noch in der Fahrerkabine schlief und von den Kollegen geweckt wurde.

Meldungen von freilaufenden Tieren, insbesondere Kühe, Pferde und Schafe erreichen die Polizei immer wieder. Beim Viehtreiben im Mai gab ein Kollege über Funk durch: Die Kühe haben gewendet und laufen jetzt zurück nach Gü-We.

Eine Katze als Brandstifter machten die Kollegen nach einem Einsatz in Gotha aus. Der Stubentiger hat einen Hängeschrank in der Küche als Lieblingsplatz auserkoren. Von dort erfolgt ein Sprung auf den Herd, um auf den Boden zu kommen. Nur diesmal landete die Katze mit der Tatze auf dem Drehknopf des Cerankochfeldes, was später zur Entzündung eines darauf liegenden Holzbrettchens führte.

Weil es schlagartig ruhig in der darunter befindlichen Wohnung war, meldete sich in Sorge eine Frau bei der Landeseinsatzzentrale. Erst ging es lautstark zu, es flogen die Fetzen, es rummste, ein Säugling brüllte. Und auf einmal Totenstille. Dem zwei Monate alten Säugling ging es gut, und auch sonst gab eins keine Hinweise auf strafbare Handlungen. Die Stille trat ein, als die Mutter das Baby zum Stillen anlegte.

Ein Zweijähriger machte sich selbständig, als die Mama mit dem Geschwisterchen abgelenkt war, es wurde gestillt. Diesen Moment nutzte der Knirps, um die Wohnung zu verlassen. Zum Glück für die Mutter, nahm sich eine Passantin des Kindes an.

Mitten in der Nacht hörte eine Frau im Nachbarhaus ein Kind schreien und befürchtete Unheil. Die Kollegen fanden die betreffende Wohnung in absoluter Dunkelheit vor. Dennoch wurde die Mutter geweckt, um das Wohlbefinden des Kindes zu prüfen. Sie gab an, dass ihr Sohn sehr schlecht geträumt habe und deswegen laut schreiend aus dem Schlaf gerissen wurde.

Mit herunter gelassener Hose lief im Januar ein Mann durch ein Wohngebiet. Das blieb nicht unbemerkt und die Kollegen kümmerten sich um den Herrn. Nach dem Grund für die Frischluftzufuhr im Untergeschoss befragt, erklärte der Mann, er sei "offensiv auf Partnersuche". Drogeneinfluss wurde später festgestellt.

Nach einem Unfall wollte ein Kollege über Funk Erkenntnisse zu einer Unfallbeteiligten abfragen. Antwort vom Kollegen am Funktisch: Die Dame ist zweimal erfasst weil sie nicht so schön Auto fahren konnte.

Eine Streife erhielt per Funk den Auftrag, einen Wildunfall aufzunehmen, das Reh sei in den Wald gerannt. Trockene Antwort aus dem Funkwagen: Also eine Flucht.

Einen anderen Auftrag wollte über Funk ein Kollege von der Wache loswerden: Komm' mal über Draht, ich hab' da noch eine Geschichte für Dich. Antwort: Ich will keine Geschichten, ich will Märchen.

________________________________________________________________ In der Hoffnung, nur gute Geschichten zu erzählen, wünscht die Pressestelle der LPI Gotha ein frohes Weihnachtsfest und für 2019 alles Gute! (kk)

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen