... eine Rückblende
Das 810. Jahr - Friedrichroda - immer ein Fest wert

Alt-Friedrichroda 
... nach der Niederlegung des Stadttores
Stahlstich von J. Umbach um 1870
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    ... nach der Niederlegung des Stadttores
    Stahlstich von J. Umbach um 1870
  • Foto: gemeinfrei
  • hochgeladen von Peter Köllner

Inzwischen sind es fast zwei Wochen her, dass Friedrichroda seine inzwischen 810jährige Ersterwähnung mit einem bunten Angebot an seine Gäste und Einwohner feierte.

Vielleicht hat ja der ein oder andere in den vergangenen Tagen etwas im Netz herumgestöbert und ist hierbei auf den Eintrag zu Friedrichroda auf der Plattform von Wikipedia gestoßen.
Hier wird explizit auf das Jahr 1114 als Ersterwähnungsjahr hingewiesen. Da wird sich der nicht ganz "Eingeweihte" etwas verwundert die Augen reiben. Gehen wir von diesem Jahr aus, so wäre es das 905. Jahr der Ersterwähnung. Als Quelle wird hier das Buch von Wolfgang Karl Ersterwähnungen Thüringer Städte und Dörfer bis 1300  benannt.
Dieser offensichtlich historisch nicht in Frage gestellte Zeitpunkt hat aber so seine eigene Geschichte. 
Eines vornweg: Friedrichroda als Siedlung, später als Flecken oder auch Dörfchen bezeichnet existiert schon seit den Tagen der Erbauung der Schauenburg durch Ludwig mit dem Bahrte. Das war die Zeit um 1040! Die Ürsprünge scheinen sogar noch weiter zurück zu liegen. Ein Indiz dafür sind die Namen von Friedrichroda und dem heutigen OT Ernstroda. Wenn man sich mit den alten Namen, deren Bedeutungen und der möglichen Besiedelung der "Loiba" (des ehemals vorwiegend aus Laubbäumen bestehenden Waldes) von den Städten des thüringer Beckens aus befasst, ergibt sich so ein Zeipunkt der in der zweiten Siedelungswelle in Thüringen ansetzt. 
Erfsrode (Ernstroda) deutet auf eine Erbhof und Friggerode (geschriebene Mundart) deutet dagegen auf eine fruchtbare Gegend zur Beweidung hin. Dabei beziehe ich mich auf die Wotstämme "erf" und "frigge" aus dem Althochdeutschen. Das zeigt meines Erachtens , dass ausgehend von Waltershausen eine Ausbreitung der Besiedelung entlang des heutigen Schilfwasser mittels "Vorhöfen" schon im neunte oder auch zehnten Jahrhundert erfolgt sein kann. 
Das aber hat ja nichts mit einer urkundlich verbrieften Ersterwähnung zu tun. Aus dieser Zeit sind uns fast keine schriftlichen Belege überkommen.

Die Urkund, auf welche bei Wikipedia bezug genommen wird, wurde späterhin den "Reinhardsbrunner Fälschungen" zugeordnet. Das betrifft aber nicht den inhaltlichen Teil, sondern den Teil, der miit der namentlichen Zuordnung des Unterzeichners verrbunden ist. Daraus resultierte eine gewisse Scheu bei der Verwendung der Jahreszahl der Urkunde, besteht doch eine wohl eher geringe Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Beurkundungsjahr vielleicht doch nicht richtig ist. So hat man sich seitens der Stadt Friedrichroda dazu entschlossen die urkundliche Ersterwähnung auf eine unstrittige Urkund aus dem Jahr 1209 zu beziehen. 
Diese Urkunde hat es dann aber gleich in sich und erzählt uns dann eine interessante Geschichte aus dem vielhundertjährigem Bestehen von Friedrichroda. Das aber könnte Stoff für einen extra Betrag sein.
Vielleich finden sich ja in naher zukunft weitere schriftliche Zeugnisse, die namentliche Hinweise auf Friedriroda enthalten.

Dann gibt es wieder einen Grund mehr Friedrichroda ein Besuch abzustatten.

Autor:

Peter Köllner aus Gotha

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