22 Musiker & 2 Chöre spielen (nicht nur) in Gotha für die gute Sache
Project Unplugged macht Musik von Herzen

Uwe Langenhan, musikalischer Leiter vom "Project Unplugged"
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  • Uwe Langenhan, musikalischer Leiter vom "Project Unplugged"
  • Foto: Project Unplugged
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Seit sieben Jahren tourt das „Project Unplugged“ mit 22 Musikern und zwei Chören durch ausgewählte Kirchen und Open-Air-Kulissen. Als Zusammenschluss Bands und Klassik-Ensembles präsentieren sie auf ihrer Wintertour auch in der Gothaer Margarethenkirche zeitlose Songs der Musikgeschichte mit ganz eigener Note. Außerdem tun die Musiker mit ihren Konzerten Gutes. Im Gespräch mit Uwe Langenhan, musikalischen Leiter des Projektes sowie Sänger, Schlagzeuger und Percussionist:

Wie entstand das Projekt ?

Paula, die beste Freundin unserer großen Tochter, ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Das war sehr schlimm, ist es heute noch. Irgendwann sind meine Frau und ich dann in Aktionismus verfallen, wollten nicht nur trauern, sondern etwas tun: Ein Konzert für Paula auf die Beine stellen. Ich bin Musiker und kenne auch viele, die Musik machen in Bands und in Klassikensembles. Also haben wir Musiker zusammengetrommelt und in der Arnstädter Bachkirche ein Konzert gegeben. Das hat uns der Kantor dort ermöglicht, das ist alles andere als selbstverständlich. Das Konzert war am ersten Adventswochenende und ist so gut angenommen worden, dass wir im zweiten Jahr ausverkauft waren. Drei Jahre später mussten wir schon ein Doppelkonzert geben. Und seit 2013 sind wir in der Margarethenkirche in Gotha aufgetreten, weil Arnstadt nicht mehr ausgereicht hat. Seit 2015 touren wir durch ganz Thüringen, mit einem Winter- und einem Sommerprogramm.

Inzwischen reisen Fans den Konzerten sogar hinterher. Was gibt es denn zu hören?

Es geht zu von rockig bis romantisch, mit stimmgewaltigem Satzgesang und klassischen Elementen. Zu hören sind Songs der Musikgeschichte, von den Beatles zum Beispiel, Queen, Joe Cocker, auch Aktuelles. Dabei möchten wir anders sein. Wir arrangieren die Titel größtenteils neu und passen sie unseren Gegebenheiten an. Die Besonderheit dabei ist, dass wir viele verschiedene Stimmen haben. Es sind jedes Mal Gastsänger dabei, die die Songs, die jeder kennt, ganz neu interpretieren. Sogar Musiker vom Meininger und Gothaer Orchestern spielen mit, so bekommt jeder Song seine eigene Note. Unsere Besucher sagen immer, dass jedes Konzert ein überraschender Hörgenuss ist. Und man hört, dass die Musik von Herzen kommt.

Die Konzerte sind viel mehr als nur Unterhaltung?

Wir möchten nicht nur Musik machen und Freude bringen, sondern vor allem Gutes tun. In den vergangenen sieben Jahren konnten wir so über 30.000 Euro an Spenden sammeln. Immer am Ende eines jeden Konzertes geht der Spendentopf herum. Hauptsächlich geht das Geld dann an den jeweiligen Hospizverein des Ortes, in dem wir spielen. Gibt es dort keinen, bekommt das Geld der Kirchenverein oder ein anderes ehrenamtliches Projekt. Wir sind jedes Mal sehr gerührt und dankbar, dass die Besucher so bereitwillig spenden.

Bekommt man so viele Musiker unter einen Hut?

Bei uns geht es demokratisch zu, wenn wir uns in der Vorbereitungsphase treffen und die Titel aussuchen. Man merkt einfach, dass es die Songs sind, die die Sänger auch singen wollen. Und - ganz wichtig - wir sind alle ganz gut miteinander befreundet. Es harmoniert einfach mit allen. Obwohl wir uns zur Probe auch mal fetzen, das gehört dazu. Und zum Schluss eines Konzerts singen alle gemeinsam.

Dafür gibt es eine besondere Akustik?

Die Kirchen für unser Winterprogramm haben wir extra ausgewählt. Inzwischen haben wir sogar viele Anfragen für Kirchenauftritte. Aber mehr als zehn, zwölf Konzerte im Jahr schaffen wir gar nicht. Das ist jedesmal ein riesiger Aufwand, allein von der Logistik her, die vielen Leute unter einen Hut zu bekommen. Einige von uns sind professionelle Musiker, andere sind Musiklehrer, Musikschullehrer. Ich selbst bin seit über 30 Jahren Musiker.

Spielt Paula bei den Konzerten heute noch eine Rolle?

Den Hintergrund, die Geschichte um Paula kennen alle, die erzählen wir auch immer. Paulas Eltern helfen auch bei den Konzerten mit. Das alles ist für sie sehr wichtig. So sehen sie, dass die Erinnerung an ihre Tochter bewahrt wird.

Konzert in Gotha:

Samstag, 20. Januar, 19.30 Uhr, Margarethenkirche. Karten: 03621/852466. Weitere Infos: www.project-unplugged.de

Weitere Termine 2018:

26.5. St. Cecilien-Kilian Bucha

30.6. Friedenskirche Jena

17.8. Unterkirche Bad Frankenhausen

18.8. Naturtheater Steinbach-Langenbach

25.8. Neideckruine Arnstadt

8.9. St. Michaeliskirche Völkershausen

15.9. Nicolaikirche Eisenach

22.9. Michaeliskirche Buttstädt

23.9. Dreifaltigkeitskirche Gräfenhain

19.10. Galluskirche Lossa

1.12. Bachkirche Arnstadt

Uwe Langenhan, musikalischer Leiter vom "Project Unplugged"
Seit sieben Jahren tourt das "Project Unplugged" durch ausgewählte Thüringer Kirchen und Open-Air-Kulissen. Die neu arrangierten und interpretierten Songs der Musikgeschichte sind für das Publikum ein überraschender Hörgenuss.

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